Prinzipiell ist ja erst einmal Vorsicht angesagt, wenn sich ein Konzert im Vorfeld mit der Bezeichnung "The Best of" schmückt. Wenn das Publikum allerdings große Begeisterung deutlich zum Ausdruck bringt, wurde wohl nicht zu viel versprochen.
So gestaltet es sich am Dienstagabend in der Fichtelgebirgshalle Wunsiedel, auf der Bühne steht die Formation "The Best of Black Gospel", die es in unterschiedlichen Besetzungen seit mittlerweile 20 Jahren gibt. Die zehn Musiker nehmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Welt der Gospelmusik.
Feuriger Auftritt
Für den Chor ist es in Wunsiedel der 47. Auftritt seit Anfang Dezember - von Müdigkeit oder einer langweiligen Routine ist allerdings nichts zu spüren. Mit Witz, Energie und Stimmkraft gelingt es den Damen und Herren, ihr "Feuer" ans Publikum in der gut gefüllten Halle weiterzugeben. Auch die Akustik kann auf ganzer Linie überzeugen, die Mikros sind perfekt eingestellt, die Instrumente - Bass, Schlagzeug und Keyboard - stehen in der idealen Balance zum Gesang.
"Joshua fit the Battle", "Down by the Riverside", "Amazing Grace", "Go down Moses", "This little Light of mine" - es sind Klassiker des Gospels, die dargeboten werden. Manches Lied erscheint in neuem Gewand und kommt ziemlich jazzig daher - Dank der mehr als soliden Stimmen der Sänger entstehen so auch Versionen, die zwar unbekannt klingen, aber trotzdem auf Begeisterung stoßen.
Authentische "Predigt"
Ein gelungenes Gospelkonzert hat nicht selten den Charakter einer kleinen "Predigt" über Werte wie Toleranz, Frieden, Respekt und Nächstenliebe. Und natürlich über die Liebe zu Gott. Das alles kommt bei "The Best of Black Gospel" nicht aufgesetzt oder gestelzt daher, sondern wirkt authentisch: Die Bewunderung für Martin Luther King, die Abneigung gegenüber Donald Trump, das Statement gegen Rassismus - es sind einige Themen, die der engagierte Chorleiter, Sänger und Drummer Samuel S. Franklin beackert.
Hymnen und Balladen
Was ein Gospelkonzert ausmacht, hat der Chorleiter gleich bei der Begrüßung deutlich gemacht: "When you feel the Gänsehaut all over your body." Balladesk angestimmt wird die bekannte Hymne "Glory, glory, Hallelujah", nicht fehlen darf "When the Saints". Immer wieder wird das Publikum involviert, beispielsweise bei "He's got the whole World in his Hands".
Wandlungsfähig zeigen sich die Musiker auch in ihrer Bekleidung: Den ersten Teil absolvieren sie im "klassischen" Gospelgewand, nach der Pause stehen sie traditionell afrikanisch gekleidet auf der Bühne - dazu passen "Kumbaya" und das "Negro Spirtual"-Medley. Jubel am Ende: "Oh happy Day".















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