Von Andrea Herdegen
Die gute Nachricht zuerst: Dem Schauspieler, der am Freitagabend während der Vorstellung des "Amadeus" offenbar einen Schwächeanfall erlitten hat, geht es besser.
Paul Kaiser, der Mozarts Widersacher Salieri spielte, hatte während des Stücks einen Zusammenbruch erlitten. Der Schauspieler, der seit 2014 auf der Luisenburg spielt, musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wurde er stationär versorgt. Inzwischen geht es ihm aber wieder besser. Der Hauptdarsteller fühlte sich am Samstag sogar so fit, dass er am Sonntagnachmittag bei "Sturm" schon wieder mitwirken wollte. Die Ärzte allerdings rieten davon ab und baten ihn, für weitere Untersuchungen noch im Krankenhaus zu bleiben. Auch die künstlerische Leiterin Birgit Simmler hätte einen Auftritt am Sonntag niemals zugelassen. "Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist das Allerwichtigste. Das geht immer vor."
Vorstellung musste unterbrochen werden
Wie der Kommunikationsleiter der Festspiele, Christof Kaldonek, sagte, sieht es so aus, als sei der Zusammenbruch eine einmalige Angelegenheit. "Aber natürlich muss alles genau abgeklärt werden, weshalb wir erst die ärztliche Untersuchung abwarten wollen, bis er wieder auftreten darf." Der Akteur ist auch im Shakespeare-Stück "Sturm" zu sehen. Seine Rolle übernahm am Sonntag spontan Maurice Daniel Ernst, Luisenburg-Nachwuchspreisträger von 2018 und in der laufenden Spielzeit als Hauptdarsteller Elmar in "Trolle unter uns" sowie als Gauner TJ in "Sister Act" zu sehen. Bei "Amadeus" am Freitagabend war der Darsteller nach einer knappen halben Stunde mitten in der Szene unvermittelt von der Bühne gegangen.
Amadeus-Darsteller Philipp Moschitz teilte dem Publikum mit, dass es ein Problem gebe und man die Vorstellung unterbrechen müsse. Kurz darauf kam künstlerische Leiterin Birgit Simmler auf die Bühne und bat die Zuschauer um eine Viertelstunde Geduld. Nach Ablauf dieser Wartezeit trat sie nochmals vors Publikum und sagte: "Wir brauchen noch fünf Minuten." Danach jedoch teilte sie mit, dass es dem Hauptdarsteller leider nicht möglich sei, die Vorstellung fortzusetzen.
An Weiterspielen nicht zu denken
Simmler entschuldigte sich beim Publikum und gab bekannt, dass am Sonntag, 31. Juli, um 20.30 Uhr eine Ersatz-Vorstellung angesetzt wird, für die alle für vergangenen Freitag erworbenen Karten Gültigkeit haben werden. Den Karteninhabern stehe es zudem frei, "Amadeus" am 28. Juli oder am 5. August, jeweils um 20.30 Uhr, anzuschauen. Dann allerdings sei nicht garantiert, dass sie auch genau ihren gebuchten Platz bekommen. Die Besucher reagierten sehr verständnisvoll auf diese Nachricht. Die Theaterleitung geht davon aus, dass Kaiser am Donnerstag wieder so fit ist, dass er in der nächsten "Amadeus"-Vorstellung spielen kann.
"Wir sind alle froh, dass es offenbar nicht so schlimm ist, und wünschen unserem Kollegen alles Gute", sagte Christof Kaldonek, Normalerweise versuchten Schauspieler immer durchzuhalten. Es habe sogar Fälle gegeben, in denen jemand mit einem Bandscheibenvorfall auf der Bühne stand. Am Freitag war an ein Weiterspielen aber nicht zu denken, da auch eine ernsthafte Erkrankung nicht auszuschließen war. Im vergangenem Jahr erlitt ebenfalls ein Luisenburg-Akteur kurz vor der Aufführung einen Schwächeanfall. Seinerzeit handelte es sich um den Musikalischen Leiter des Musicals "Zucker". Die Aufführung musste kurzfristig abgesagt werden, da in der Kürze der Zeit niemand einspringen konnte. Der musikalische Leiter saß in "Zucker" auch am Klavier. Während der Vorstellungen sind immer ein Theaterarzt und Sanitäter anwesend. Der Mediziner ordnete im jüngsten Vorfall an, den Schauspieler für eine weitergehende Behandlung ins Krankenhaus zu bringen













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