30.01.2020 - 14:19 Uhr
WunsiedelDeutschland & Welt

Wenn Musik „gelebt“ wird

Wer in sieben Wochen gut 40 Konzerte absolviert hat, hat sicherlich Verschleißerscheinungen – könnte man meinen. Dass dem nicht so ist, bewiesen die Mitglieder der Formation „The Best of Black Gospel“ in der Wunsiedler Fichtelgebirgshalle.

Für einen mitreißenden Abend sorgte "The Best of Black Gospel" in der Fichtelgebirgshalle Wunsiedel
von Holger Stiegler (STG)Profil
Für einen mitreißenden Abend sorgte "The Best of Black Gospel" in der Fichtelgebirgshalle Wunsiedel

Frisch und mit jeder Menge stimmlichen Power präsentiert sich der am Dienstag der Chor „The Best of Black Gospel“ und nimmt die Zuhörer mit auf eine packende und ansteckende Reise durch die Welt der Gospelmusik.Mit viel Witz, Energie und Sangeskraft gelingt es den Damen und Herren, ihr „Feuer“ ans Publikum in der leider nur mäßig gefüllten Halle weiterzugeben. Auch die Akustik spielt gut mit, die Instrumente – Bass, Schlagzeug und Keyboard – stehen in der idealen Balance zum Gesang. Und so verwundert es auch nicht, dass man zumindest stimmungsmäßig vermutet, in einer ausverkauften Halle zu sitzen.

Vor der Show gibt Chorleiter Samuel Franklin, der auch die Drums spielt, eine kleine Anweisung: Das hier sei Gospel, also „have-fun-music“. Da komme man mit verschränkten Armen nicht sonderlich weit. Die richtige Stimmung sei dann an einem bestimmten Punkt erreicht – nämlich „When you feel the Gänsehaut all over your body“. Und das spürte man dann auch.

„Joshua fit the Battle”, “He’s got the whole world”, „Amazing Grace“, „Go Down Moses“ – es sind viele Klassiker des Gospels, die dargeboten werden. Manches Lied erscheint im neuen Gewand und kommt mit jazzigem Drive daher – Dank der mehr als soliden Stimmen der Sängerinnen und Sänger entstehen so auch Versionen, die man bisher noch nicht kannte. Herausragend sind die weiblichen Stimmen des Abends – Erica Graddy, Lillian J. Lloyd und Jacinta Muse. Da sieht und spürt man, was es heißt, den Gospel „zu leben“.

Gospel – das hat auch immer etwas mit einer Predigt zu tun: über Toleranz, Frieden und Nächstenliebe. Und über die Liebe zu Gott. Kleine Bemerkungen des Abends lassen den Chor auch deutlich verorten – die Bewunderung für Martin Luther King und dessen Lieblingslied „Precious Lord“ von Mahalia Jackson, die Abneigung gegenüber Donald Trump, Statements gegen Rassismus und gegen Krieg. Songs wie „Holy, holy, holy“, „O when the Saints“, „Down by the Riverside“ werden angestimmt.

Während im ersten Teil übrigens die „klassischen“ Gospelgewänder getragen werden, tritt der Chor nach der Pause traditionell afrikanisch gekleidet auf. Und passend dazu erklingen Lieder wie „Siyahamba“ und „Kumbaya“. Als Zugabe gibt es schließlich – nicht ganz unerwartet - „Oh happy day“.

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