Mit "Cordial" auf Weltreise

Sonore Hornklänge begeisterten bei den Wurzer Sommerkonzerten

Eine große Zahl von Besuchern verfolgten die Konzert-Reise voller Sonne und eine wunderbare Konzertatmosphäre, begleitet vom Charme der Gastgeberin und der historischen Anlage.
von Redaktion ONETZProfil

Hornblasen ist kein leichtes Unterfangen und die Anzahl der berüchtigten "Hornkiekser" multipliziert sich, wenn vier Hörner aufeinander treffen. Letzteres fand am Sonntag im Konzert von "Cordial" mit Iris Arnal, Charly Hopp, Gabi Lüdenbach; Hendrik Wächter (jeweils Waldhorn) mit Musik um die Welt in Wurz nicht statt.

Mit einer kleinen Jagdfantasie von Heinz Liebert mit dem Volkslied "Das Waldhorn" als Zentrum konzipiert und F.ranz Schuberts Volkslied "Der Lindenbaum" stimmt das Quartett die Zuhörer im von der Sonne wundervoll ausgeleuchteten Park auf ein zwar anspruchsvolles, jedoch leicht "bekömmliches" Konzert ein. Eigentlich bräuchte man ob der stimmungsvoll intonierten Lieder "Ännchen von Tharau" (Friedrich Silcher) und Felix Mendelssohn Bartholdy "O Täler weit, o Höhen" aus der Heimat nicht zu einer Weltreise aufbrechen und "Abschied vom Walde" nehmen.

Erste Rundfahrt

Nach einer Pilgerreise (Pilgerchor von Richard Wagner) startet die erste Rundfahrt mit dem russischen Lied "Kalinka", "Sakura" dem Lied über Japans kulturell bedeutsame Kirschblüte, und einer Verbrecherjagd in "Hawaii Five-0" in poppigem funky Sound, angeführt von einer souverän vorgetragenen Basslinie. Selten hört man die tiefe Hornstimme in solch klarer und beachtlicher Substanz, die die darüber spielenden Hornisten wie auf Eisenbahnschienen sicher führt. Schön, dass man mit der Hornistin Iris Arnal eine solch kompetente "Sicherheitsbeauftragte" mit an Bord weiß.

Auch swingende Musik von Lloyd Ethelbert Shaw mit den Sätzen "Medium Fast", Waltz, Beguine, Barbershop-Style führen zu angenehmen und lockeren Hörerlebnissen, ehe die Schiffsrundfahrt mit einem Lied über den australischen Nationalvogel Kookaburra nach Australien führt.

Im fleißig mitgeklatschten hebräischen Volks- und Feierlied "Hava Nagila" fühlte man sich nach Israel versetzt, ehe abschließend griechischer Wein in einem Tonsatz mit schwer auszuführenden hohen Horneinwürfen gemeistert wird.

Zuhause angekommen fühlt man sich bei Wolfgang Amadeus Mozart völlig sicher und frei. Durchsichtig, klar und feinsinnig erklingen Arien aus "Figaros Hochzeit" in einem sehr interessanten - scheinbar eigens für dieses Ensemble geschaffenen - Arrangement. Die Pause mit nicht griechischem, sondern Frankenwein, stärkt für die weitere Reise ich die Alpen des Trentino ("La Montanara"), nach Südfrankreich über "Sur le Pont d'Avignon" zu spanischen Stierkampfarenen ("Les Toreadors") und auf die creolische Einladung "Kumbaya" ("Komm her hier!") nach Südamerika. Zum Abschluss dieser Reiseetappe erklingt "La Cucaracha" , ein mexikanisches Revolutionslied. Freiwillig geht es zurück in die USA. Dort trifft man auf jazzig-gesetzte Lieder geistlichen Charakters "Just a Closer Walk" und "Amazing Grace", mit sicherem virtuosem Gleiten durch viele Modulationsklippen. Auch leiteten die Musiker die Themen und Seitenlinien zwischen den einzelnen Hörnern hin und her, übernahmen lückenlos und intonationssicher die wechselnden Parts. Höhepunkt stellt "Mr. Sandman", auch mit einer frischen Gesangseinlage versehen, dar.

Idealer Reisepass

Das war der ideale Reisepass für eine Rückkehr in die europäische Musik mit Auszügen im Balladenton aus Werken von Edvard Grieg (Volksweise, Elfentanz, Matrosengesang). Das Quartett Nr. 1, Op. 5 von Kerry Turner mit den Sätzen Allegro (Variationen über "The Minstrel Boy"), Andante und Allegro con brio zeigt die klangliche Vielfalt und Schönheit des Hornensembleklangs auf.

Die Weltreise endet wieder im Deutschen Wald mit Carl Maria von Webers Jägerchor aus dem "Freischütz". Die einzelnen Lieder und Hymnen der Reiseetappen wurden von Charly Hopp geschickt zu Potpourris arrangiert. Hopp übernahm auch die lockeren Moderationen. Frisch musizierte Zugaben verstärkten den nachhaltigen Erfolg des unbeschwerten Nachmittagserlebnisses

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