22.05.2018 - 22:20 Uhr
Deutschland & Welt

Die Fußball-Fans müssen sich in der kommenden Saison umstellen ZDF-Abschied aus Champions-League

Die Fußball-Fans müssen sich in der kommenden Saison umstellen - Sky und DAZN sichern sich die Rechte

von Agentur DPAProfil

München/Mainz. Zum letzten Mal läuft die Champions-League an diesem Samstag im ZDF. Das Endspiel in Kiew ist nicht nur für den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ein Abschied, sondern auch für die deutschen Fußballfans. Von der kommenden Saison an müssen sie für alle Live-Übertragungen des wichtigsten Vereinswettbewerbs zahlen - und das zweimal.

Der Pay-TV-Sender Sky hat sich im Verbund mit dem ebenfalls kostenpflichtigen Streamingportal DAZN die Rechte gesichert. ZDF-Intendant Thomas Bellut bezeichnete das vor einem knappen Jahr unterzeichnete Vertragswerk mit der Uefa als "schlechte Nachricht" für die Fußballanhänger. Das gilt aber auch für seinen Sender.

Sechs Jahre lang durfte sich das ZDF als Nachfolger von Sat.1 über die attraktiven Fußball-Übertragungen freuen. 17 Spiele pro Saison mit Durchschnittswerten von mehr als sechs Millionen Zuschauern und Marktanteilen von über 20 Prozent sorgten für Quoten-Freude in Mainz.

Die erfolgreichste Übertragung der nun endenden ZDF-Ära war das deutsche Finale im Mai 2013. Beim Endspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München saßen 21,61 Millionen Deutsche vor dem TV-Schirm und sorgten nach ZDF-Angaben für einen Marktanteil von 61,7 Prozent. Diesen Rekordwert wird das Finale am Samstag in Kiew trotz deutscher Note mit Real-Spieler Toni Kroos und Liverpool-Trainer Jürgen Klopp wohl kaum toppen.

In der kommenden Saison ist das ZDF nicht mehr dabei - und der Fußballfan muss in jedem Fall zahlen. An Sky oder DAZN oder an beide, wenn er nichts verpassen will. Nur in einem Fall gäbe es ein Champions-League-Spiel ohne zusätzliche Bezahlung: wenn ein deutscher Verein im Endspiel steht. Das regelt der Rundfunk-Staatsvertrag. Der neue TV-Vertrag mit der Uefa dürfte auch für viele Sky-Kunden ein Ärgernis sein. Denn deutlich mehr Live-Spiele zeigt der Streamingdienst DAZN, der eine sogenannte Sub-Lizenz von Sky erworben hat. Sky setzt vor allem auf die Attraktivität der bei den Kunden beliebten Konferenzen. 40 werden es in der kommenden Saison sein. Reduzieren wird Sky hingegen sein Angebot an Live-Partien auf 34 der insgesamt 138 Spiele pro Saison. Der Streamingdienst DAZN zeigt pro Serie rund 110 Partien. Schon in der Gruppenphase werden einige Partien (Bayern, Schalke, BVB und Hoffenheim) nur bei DAZN zu sehen sein.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.