Nach dem Gottesdienst lenkte Pfarrerin Anne Utz die Aufmerksamkeit auf die Glocke, die bereits vor circa 300 Jahren die Gläubigen in Lauban zum Gottesdienst gerufen hat und in der Endphase des Zweiten Weltkriegs für die Herstellung von Waffen eingeschmolzen werden sollte. Sie nannte es einen Zufall, dass es dem rührigen Pfarrer Grimm gelungen war, in Hamburg die Glocke seiner schlesischen Heimatgemeinde ausfindig zu machen.
Am 20. Juli 1952 erhielt diese im Turm der am 23. Juli 1950 geweihten Eschenbacher Notkirche erneut die Weihe. Als das neben dem damaligen Stadtweiher gelegene Gotteshaus dem Bau der Bundesstraße weichen musste, war dies mit einem erneuten Umzug der Glocke verbunden. Seit dem 21. Oktober 1962 läutet diese nun vom Turm der Kreuzkirche im Siedlungsgebiet "Am Kreuz". Utz informierte, dass das vor Jahren erneuerte Läutwerk in jüngster Zeit unregelmäßig eingesetzt und schließlich "den Geist aufgegeben" habe. Sie dankte der Stadt für die Übernahme der Kosten, "obwohl wir nur um einen Zuschuss gebeten hatten".
"Höre darauf, dass es noch etwas anderes gibt, als die täglichen Sorgen", interpretierte die Pfarrerin den "Exaudi"-Sonntag. Mit Zitaten erinnerte sie an die Posaunenklänge des Alten Testaments, Vorläufer der heutigen Glocken.
Ihren Aufruf "Herr, segne diese Glocke" verband Utz mit dem Wunsch, dass diese Mutlose aufrichten und Glückliche erfreuen möge. Beim Anstoßen auf die neue Steuerung der Glockenuhr mit den Bürgermeistern Peter Lehr und Klaus Lehl sowie Gemeindemitgliedern trug Vertrauensmann Walter Trötsch spontan einen "Richtspruch" vor: "Möge die Glocke nie bocken und stets zum Gottesdienste locken."













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