Auf die Bedürfnisse behinderter Menschen aufmerksam machen und Verständnis für sie entwickeln: Das war das Ziel eines Inklusionsprojekts an der Markus-Gottwalt-Schule.
Mit Inklusionsbeauftragter Beate Götz, der Sozialpädagogin des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Irchenrieth, Martina Grüner, und ehrenamtlichen Helfern war die Voraussetzung für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema "Behinderung" gegeben. Im Verlauf einer Aussprache darüber führten die Referentinnen die Schüler der Klassen 3 bis 5 an das etwas andere Unterrichtsthema heran.
Sie zeigten sich dabei überrascht, wie viel Wissen darüber die Schüler bereits mitbrachten, und freuten sich über das Interesse der Kinder. Ein Junge meldete sich spontan, gab an, selbst eine Behinderung zu haben, und sprach über sein Handicap. Für seine Offenheit und seinen Bericht erhielt er von seinen Mitschülern großen Applaus.
Nach dem theoretischen Unterrichtsteil leiteten Götz und Grüner zur Praxis über und teilten die Schüler für sechs Stationen in Gruppen auf. Zum Rollstuhlparcours gehörten das Zerlegen und Falten von Rollstühlen, das Fahren über schräge Flächen und Kanten ohne umzukippen und ein Basketballspiel im Rollstuhl. Im steten Wechsel hatten sich die Kinder in die Situation eines Behinderten zu versetzen.
Es folgte ein Fühlmemory mit verbundenen Augen. Die Aufgabe bestand darin, Holzplättchen in die dafür passende Aussparung einzufügen, zwei Plättchen mit gleicher Oberfläche zu ertasten und bestimmte Gegenstände in einem Säckchen zu finden. Gefordert war auch der Hörsinn. Dazu dienten Dosen mit verschiedenem Inhalt. Ziel war es, jeweils gleiche Paare zu erhalten.
"Affentratzen" nannte sich die Disziplin "Glöckchenball". Dabei rollten zwei Kinder einen Ball, während ein weiterer Schüler mit verbundenen Augen versuchte, durch Achten auf das Rollgeräusch den Ball abzufangen. Ein Dufträtsel rief zu kräftigem Schnuppern auf. Durch Riechen an den Dosen war deren Inhalt zu identifizieren. Geschicklichkeit war bei der Station "Blindenstock" gefordert. Es galt, mit verbundenen Augen unter Benutzung eines Blindenstocks durch einen Parcours zu laufen und über Treppen zu steigen.
In der Abschlussrunde zeigten sich die Schüler begeistert vom neuen "Unterrichtsfach". Ihre Resonanz auf den beeindruckenden und lehrreichen Vormittag war durchwegs positiv.













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