23.05.2018 - 20:00 Uhr

Sicherheitsgespräch: Inspektionsleiter Werner Stopfer erläutert im Rathaus Kriminalitäts- und ...: "Ebay-Betrug" nimmt stark zu

"Probleme Fehlanzeige", meldet die Polizeiinspektion Eschenbach für das vergangene Jahr für Festlichkeiten im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft. "Die Sicherheitsgespräche vor den Festen zeigen Wirkung", erklärt Erster Polizeihauptkommissar Werner Stopfer.

Beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern der Rußweiherstadt sprach der Chef der Polizeiinspektion von einem auffallenden Rückgang der Gesamtkriminalität um 158 auf 719 Fälle von 2016 auf 2017. Dieses Minus von 18 Prozent erklärte er unter anderem damit, dass 2016 eine größere Zahl von zusammenhängenden Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu bearbeiten war und die Statistik entsprechend beeinflusste.

"Aber auch im Bereich der Rohheits- und Eigentumsdelikte verzeichnen wir einen erfreulichen Rückgang", versicherte Stopfer. So gingen die Rohheitsdelikte - betreffend Körperverletzung, Raub, persönliche Freiheit - von 232 auf 184 Fälle zurück. Von einer gleichen Tendenz sprach er bei Diebstählen. Sie reduzierten sich von 159 auf 126.

Insgesamt 96 Sachbeschädigungen, 20 weniger als 2017, wurden im Vorjahr in der Dienststelle angezeigt. Während im Gesamtkomplex Betrug die Straftaten um 14,6 Prozent (von 82 auf 70) abnahmen, berichtete der Inspektionsleiter von nahezu einer Verdoppelung beim Waren- und Warenkreditbetrug (von 18 auf 35). Für ihn umfasst dieser Bereich zum großen Teil die als "Ebay-Betrug" bekannten Rechtsverstöße: "Hier werden entweder online bestellte Waren bezahlt und nicht geliefert oder geliefert und nicht bezahlt."

Trotz des Rückgangs der Rauschgiftdelikte von 109 auf 71 Fälle wollte Stopfer noch keine Entwarnung geben. Er sprach dabei in erster Linie vom unerlaubten Besitz von Drogen. Nur 18 Fälle beträfen den illegalen Handel mit Betäubungsmitteln. Rauschgiftdelikte seien zum Großteil "Kontrolldelikte" und Schwerstabhängige bekannt, merkte er an.

Grafische Darstellungen dienten dem PI-Chef zur Information über die regionale Verteilung der Kriminalität im Dienstbereich. Für Eschenbach, dessen Bevölkerungsanteil bei 16,28 Prozent liegt, ergab sich ein Kriminalitätsanteil von 19,14 Prozent, für Neustadt am Kulm von 4,60 sowie 0,54 Prozent und für Speinshart von 4,54 sowie 2,43 Prozent.

Bei der Aufklärungsquote bilde die Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach "mit durchaus noch akzeptablen 62,9 Prozent das Schlusslicht", teilte Stopfer mit. Eschenbach verzeichnete einen Rückgang von 70 auf 67 Prozent. "Der Durchschnittswert im gesamten Dienstbereich liegt bei 69,4 Prozent", erfuhren die Eschenbacher Bürgermeister. Ihre Kollegen aus Neustadt am Kulm und Speinshart waren verhindert.

Nahezu unverändert blieb mit 846 die Zahl der Verkehrsunfälle. Zu beklagen waren allerdings zwei Verkehrstote, außerdem nahmen die Unfälle mit Leicht- und Schwerverletzten von 84 auf 93 und die schwerwiegenden Verkehrsunfälle von 140 auf 156 zu. Als Ursachen nannte der Inspektionsleiter unter anderem Geschwindigkeitsverstöße und Vorfahrtsverletzungen. In den 597 Kleinunfällen sind 404 Wildunfälle enthalten, ein Anteil von 67,7 Prozent.

Stopfer berichtete von einem nur "minimalen Anstieg" der Alkoholunfälle von 8 auf 9 und kündigte wegen des überaus deutlichen Plus' bei der Unfallursache Geschwindigkeit (von 13 auf 29) vermehrte Kontrollen an. Bei strafbaren Fahrten unter Einfluss von Rauschmitteln vermeldete er einen starken Rückgang. "Bei den Trunkenheitsfahrten war der höchste Wert der eines Radfahrers mit 2,83 Promille, gefolgt von dem Führer eines Quad mit 2,52 Promille."

149 der Verkehrsunfälle ereigneten sich in Eschenbach, 17 in Neustadt am Kulm und 38 in Speinshart. "Es gibt keinen Unfallschwerpunkt", erklärte der Dienststellenleiter, der sich bei BRK und Feuerwehr für Zusammenarbeit und Unterstützung bedankte. "Viel aufwändige Arbeit im Hintergrund" bescheinigte Bürgermeister Peter Lehr den Bediensteten der Inspektion. Er dankte für die "hervorragende Zusammenarbeit, die wir zu schätzen wissen".

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