17.10.2017 - 18:10 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Kabarettist Wolfgang Krebs zu Gast im Gwäxhaus Promis haben nichts zu lachen

Horst Seehofer, Angela Merkel, Edmund Stoiber, Joachim Herrmann, Markus Söder und etliche andere "Promis" lassen an diesem Abend kein Fettnäpfchen aus. Doch den goldenen Watschenbaum verdient sich ein ganz anderer.

von Julia BenkhardtProfil

Das "Gwäxhaus" in Güttern war am Samstagabend Schauplatz der witzigen "Watschenbaum-Gala" von Kabarettist Wolfgang Krebs. Rund 250 Zuschauer machten sich auf den Weg nach Güttern, um die Verleihung live mitzuerleben.

Wolfgang Krebs schlüpfte in seine Parade-Rollen, darunter Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Angela Merkel und Markus Söder. Auch neue Charaktere, wie Meggy Montana, der stellvertretend für alle Schlagersänger steht, erweckte er zum Leben. Mit viel Witz setzte Krebs die speziellen Eigenarten der Charaktere in Szene und erntete dafür die Lacher des begeisterten Publikums. Stoibers legendäre Gestik und zahlreichen Versprecher zogen sich wie ein roter Faden durch den Abend. Einfach köstlich war auch die Darstellung von Angela Merkel, welche die "bayerische Raute" weltweit bekannt gemacht habe, witzelte Krebs. Der Kabarettist baute viele regionale Bezüge in sein Programm ein und schaffte es so, auf ganzer Linie zu überzeugen.

Edmund Stoiber, den Krebs als "Lady Gaga der bayerischen Politik" betitelte, führte als Schirmherr der Gala durch den Abend. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident bot sich als Namensgeber für das "Gwäxhaus" an und verhaspelte sich bei seinen Ausführungen über die Politik immer wieder. So wurde die Einigung bei der Flüchtlingsobergrenze bei ihm zum "salmonellisches Urteil". Stoiber (alias Krebs) klagte, dass "die Welt aus den Verfugungen gerate" und es noch lange nicht Zeit sei, "die Flinte übers Korn in den heißen Brei zu schmeißen".

Wolfgang Krebs verwandelte sich in Minutenschnelle hinter einer Wand in den nächsten Promi. Als Markus Söder rechnete er mit dessen Konkurrenten um den Posten des bayerischen Ministerpräsidenten ab, indem er sie als "Trostpreise" betitelte. Als amtierender bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer berichtete Krebs von dessen Vorliebe, beim Singen zu entspannen und gab auch eine kleine Kostprobe seines Könnens, indem er zur Melodie von "Fürstenfeld" von S.T.S. sang, dass er "den Söder satt" habe und nur "nach Hause nach Ingolstadt" wolle.

Der Kabarettist berichtete als Angela Merkel auch von deren erstem Urlaub in der Oberpfalz. Merkels Schilderung einer mit vielen derben Kraftausdrücken gespickten Begegnung mit Einheimischen war ein absoluter Höhepunkt des Abends. Damit dies besonders authentisch wirkte, griff Krebs hier auf einen Text des Oberpfälzer Kollegen Toni Lauerer zurück.

Auch wenn die Politik Bayerns und Deutschlands an diesem Abend im Mittelpunkt stand, durften Kultcharakter Schorsch Scheberl, der eine Hochzeitsrede hielt, und Schlagersänger Meggy Montana nicht fehlen.

Alle "Promis" auf der Bühne durften Kandidaten für den goldenen Watschenbaum nominieren. Die Zuschauer stimmten am Schluss durch Klatschen ab, wer die Fuchsmühler Trophäe erhält. Die Besucher verliehen den "Preis" klar an den US-Präsidenten Donald Trump. Knapp dahinter landete die AfD. Nominiert waren übrigens auch Angela Merkel, Dieter Bohlen und Andreas Scheuer.

Mit "einer der gefürchteten Abschluss-Reden" von Schirmherr Stoiber endete nach gut zweieinhalb Stunden ein ungemein amüsanter Abend im schönen Ambiente des "Gwäxhauses". Als Stoiber machte Krebs noch einmal deutlich, dass politische Wahlen nicht in den Zentren, sondern in den kleinen Orten entschieden würden: "Dort, wo sich Karpfen, Fuchs und Fischreiher Gute Nacht sagen".

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