Fuchsmühl
15.05.2018 - 20:34 Uhr

Bürgermeister Wolfgang Braun zieht Bilanz: "Da muss keiner jammern"

Die Fuchsmühler sind mit der Arbeit im Rathaus offenbar zufrieden. Am Schluss der gut zweistündigen Bürgerversammlung, bei der sich rund 30 Interessierte informieren, gibt es weder Wortmeldungen, geschweige denn kritische Anmerkungen. Bürgermeister Wolfgang Braun zeichnet ein durchwegs positives Bild.

Zweimal im Jahr informiert Bürgermeister Wolfgang Braun bei einer Bürgerversammlung über das aktuelle Geschehen in der Kommune. Zur Frühjahrsveranstaltung im Hotel "Hackelstein" kamen rund 30 Fuchsmühler.  	Bild: wro
Zweimal im Jahr informiert Bürgermeister Wolfgang Braun bei einer Bürgerversammlung über das aktuelle Geschehen in der Kommune. Zur Frühjahrsveranstaltung im Hotel "Hackelstein" kamen rund 30 Fuchsmühler. Bild: wro

Stellung nahm Bürgermeister Braun auf eine Anfrage, die bereits früher an ihn herangetragen wurde. Die bemängelten Druckschwankungen in der Wasserleitung seien verbrauchsbedingte Ausreißer, begründete er die inzwischen auch nachgeprüften Unregelmäßigkeiten in einem Anwesen auf der Ludwigshöhe. Für die dort vorhandenen Leitungen seien sie aber verkraftbar, beruhigte Braun, der sich danach den Statistiken von Kämmerer Lothar Ernstberger widmete.

"Leider muss ich Sie auch damit quälen", bat er im Hotel "Hackelstein" um Verständnis für das "trockene Zahlenwerk" aus der rund 1600 Einwohner zählenden Gemeinde. Leider sei ein Negativtrend bei den Einwohnerzahlen feststellbar, beleuchtete Wolfgang Braun den Bevölkerungsschwund von rund 16 Prozent seit 2001. Braun stellte aber fest, dass der Rückgang nicht mehr so massiv sei wie in den Vorjahren. Eine steigende Tendenz könne man bei den Übernachtungszahlen (2016 waren es 5198, im Jahr 2017 5628 Buchungen) erkennen, fasste Braun das Thema "Tourismus" im Ort zusammen. Deutlich und mit Blick auf die positiven Gesamtzahlen ergänzte er: "Daraus darf man den Schluss ziehen, dass sich nicht alles so negativ darstellt, wie immer geredet wird."

202 Arbeitsplätze

"Die Arbeitsmarktentwicklung gestaltet sich sehr positiv", freute sich der Rathauschef an anderer Stelle auch über die Zahl der 202 Arbeitsplätze vor Ort. Im Vergleich zu den Vorjahren entwickle sich das vorhandene Angebot stabil, informierte er weiter. Bürgermeister Wolfgang Braun machte auch hier deutlich, dass man zufrieden sei. Den Gemeindehaushalt ließ er nicht unkommentiert. Seit 2014 benötigt die Gemeinde keine fremden Gelder. Mit Blick auf das laufende Jahr versprach Wolfgang Braun: "Wir werden keinen Kredit in Anspruch nehmen." An verfügbaren Mitteln seien rund 299 000 Euro vorhanden, rechnete er vor. Den Gesamthaushalt bezifferte er mit rund 4 015 000 Euro, die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt mit rund 360 000 Euro. Deutlich nach unten gegangen sei der Schuldenstand. "Der niedrigste seit 1997", bilanzierte er die derzeit rund 1,80 Millionen Euro an finanziellen Verpflichtungen. Auf ein niedriges Niveau zurückgegangen - auf 32 600 Euro (im Vorjahr noch 91 700 Euro) - sei auch die Zinsbelastung. Die erfreuliche Tatsache sei keineswegs allein den niedrigen Zinsen, sondern der Ablöse teurer Kredite aufgrund der Stabilisierungshilfe geschuldet, klärte Braun auf. "Wir haben investiert, zugleich haben wir auch Schulden abgebaut, merkte er an. "Die finanzielle Lage im Ort hat sich erheblich verbessert." Zugleich bedauerte er aber: "Manch eine Investition könnte noch durchgeführt werden." Zudem betonte er: Die Pro-Kopf-Verschuldung sei nicht entscheidend. "Wichtig ist doch der Schuldendienst" (aktuelle Tilgungen: 61 400 Euro, im Vorjahr: 91 700 Euro).

Bestens aufgestellt

"Ich denke, wenn man sich die Gesamtsituation anschaut, muss keiner jammern." Man sei bestens aufgestellt, fuhr er fort und fragte: "Was wollen wir mehr?" Freilich müsse man haushalten, begründete er zugleich auch einige Gebührenanpassungen, die vorgenommen wurden. Als vordringlich bezeichnete Braun die geplanten Arbeiten am Parkplatz in der Ortsmitte (160 000 Euro). Wünschenswert sei die Neugestaltung "Ortseingang Süd" mit einer Investitionssumme in Höhe von rund 597 000 Euro. Zeitnah würden an der Carl-Ulrich-Straße die Baumaschinen anrollen. Fertiggestellt werde die Mehrzweckhalle, ebenso auch der Pechbrunner Weg. Auf dem "Einkaufszettel" stehe ein Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr. Dem Parkplatzproblem am Friedhof wolle man zu Leibe rücken. Dafür habe man bereits konkrete Pläne in der Schublade. "Das Umfeld am Friedhof ist kein Vorzeigeobjekt", bedauerte er die unschöne Umgebung an den Containern entlang des Friedhofwegs, dessen Fahrbahnsanierung bereits beschlossene Sache sei. Viel diskutiert werde über das Thema Straßenausbaubeiträge. Eine Rückerstattung bereits bezahlter Beträge sei nicht möglich. Erfreulich für die Fuchsmühler: Die bestehende Arztpraxis wird fortgeführt. Der ärztliche Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxissprechstunden wird auf eine solide Basis gestellt, kommentierte der Sprecher das Thema Bereitschaftspraxen in den umliegenden Kliniken. "Ziel ist es, dass jeder Patient innerhalb einer halben Stunde Hilfe bekommt", schloss Braun. Als Starttermin nannte er den 28. Juni dieses Jahres. Unter dem Stichwort "Was gibt es Neues in der Gemeinde?" ließ der Bürgermeister weitere Informationen und aktuelle Baustellenbilder folgen. Ins Blickfeld rückte er dabei auch den Pächterwechsel am Waldbadeweiher, ebenso auch die aktuelle Situation in Sachen Breitbandausbau.

 
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