22.01.2018 - 20:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Grafenwöhr Erst denken, dann reden

Der Heimatverein Grafenwöhr hat 2017 viel geschafft. Für Vorsitzenden Willi Buchfelder ein Grund, stolz auf die Mitglieder zu sein. Er äußert aber auch seinen Unmut in der Jahreshauptversammlung.

Der neue Elviskopf, das Postament unter dem Elvis-Flügel und weitere Nachbesserungen in der Mickybar konnten im Jahr 2017 abgeschlossen werden. Bild: abu
von Angela BuchfelderProfil

Und zwar über die Aussagen zweier Stadträte in der vergangenen Stadtratssitzung. Diese hatten ein Museum ohne Heimatverein gefordert. Es sei nicht Buchfelders Art, öffentlich zu solchen Äußerungen Stellung zu nehmen. "Doch in diesem Fall muss es sein. Ein Museum ohne Heimatverein ist möglich, würde aber erhebliche Mehrkosten für die Stadt verursachen", erklärte er. Mit so vielen Ehrenamtlichen, die sich mit Herzblut für den Verein einsetzen, sollte man weitermachen. Den Räten gab Buchfelder noch einen Tipp mit auf den Weg, der für vieles gilt: erst denken, dann reden. Anschließend blickte Buchfelder auf die Meilensteine 2017 zurück: Die Nachbesserungen der Firma Freybeuter in der neuen Kulturausstellung sind geschafft. Nur noch wenige digitale Unterlagen seien zu übergeben, berichtete Buchfelder. Dafür investierte der Verein etwa 10 000 Euro. Ein neuer Kopf für die Elvis-Figur, ein Postament unter dem Elvis-Flügel, Texttafeln sowie der Einbau eines Spielautomaten in die nachgebaute Micky-Bar steigern nun die Attraktivität des Museums.

Volles Programm

In Erinnerung bleibt auch die Elvis-Ausstellung von 16. August bis 16. November. Zwischen 50 und 80 Besucher seien an den Sonntagen gekommen. Das große Medienecho auf die Ausstellung überraschte den Verein. Für Herbst 2018 sei bereits eine weitere Ausstellung in Planung.

Ostermarkt, Backofenfest, Schönbergfest, vier Sonderausstellungen, zwei Buchvorstellungen, sieben Truppenübungsplatzfahrten mit Museumsbesuch und die Vorbereitung für sieben Trauungen standen neben der Arbeit im Museum auf dem Programm. Der Verein bräuchte aber noch mehr Leute, die Führungen übernehmen. "Besonders Englisch sprechende Führer sind noch gefragt", erklärte Buchfelder. Das Engagement der Vereinsmitglieder, die mit großer Konsequenz Projekte verfolgten und erfolgreich organisierten, sei beeindruckend, meinte Bürgermeister Edgar Knobloch. Umso größer war die Freude darüber, 13 Mitgliedern des Heimatvereins für ihre langjährige Treue zu danken.

Treue Helfer

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Maria Daubenmerkl, Marianne Hößl, Christian Kneidl, Gehard Mühln, Herbert Neubauer, Fritz Otte und Karin Steuber. Seit 40 Jahren sind Hans Grill, Werner Schreml, Albert Specht und Günther Engelstätter Mitglied im Heimatverein. Für 50-jährige Treue zum Verein wurde Wilhelm Specht geehrt. Seit 60 Jahren ist Georg Mock bereits Mitglied im Heimatverein.

"Sie haben über viele Jahre dem Heimatverein die Treue gehalten, nicht nur Ihre Beiträge bezahlt, sondern auch, wenn nötig, mit angepackt", bedankte sich Buchfelder bei den ehrenamtlich Engagierten.

Mehr Besucher im Museum

Ein arbeits- und erfolgreiches Jahr ging für den Heimatverein zu Ende. Kassier Wilhelm Gottschalk zog in der Jahreshauptversammlung Bilanz: 2017 konnte ein Plus von 20 000 Euro erwirtschaftet werden. Der derzeitige Finanzstand ermögliche es dem Verein nun, anstehende Projekte in Angriff zu nehmen. Neben den Mitgliedsbeiträgen gelang es, mit Veranstaltungen zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Großer Beliebtheit erfreuen sich das Trauungszimmer und der Museumsinnenhof als Foto-Kulisse. Die Besucherzahlen entwickelten sich laut Gottschalk gut. "3069 Besucher, also 1000 Interessierte mehr als noch im Jahr zuvor, fanden den Weg in unser schönes Museum." Zurückzuführen sei dies auf die Attraktivität des Museums, die Sonderausstellungen und auf Kulturmanagerin Birgit Plößner. Die Mitgliederzahl des Vereins ging mit 423 leicht zurück. 14 Sterbefällen und 3 Austritten standen 3 Neumitglieder gegenüber. (abu)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.