06.04.2018 - 20:00 Uhr
HahnbachOberpfalz

Die Theaterfreunde Süß führen ihr neuestes Stück auf Da Zeitbscheißer geht um

"Zeit ist kostbar, verschwende sie klug." Das könnte das Credo des neuen Stücks "Da Zeitbscheißer" der Theaterfreunde Süß sein. Gut angelegte dreieinhalb Stunden rund um das Thema Zeit, von der es immer zu wenig gibt und die keiner sinnlos verschwenden will.

Pfarrer Unruh ist sauer auf Paul Poschenrieder, weil dieser Freibier am Sonntag in der Früh ausschenkt. So bekommt der Pfarrer doch nie genug Geld für seine neue Kirchenuhr, wenn keiner in den Gottesdienst kommt.
von Tatiana SichelstielProfil

Süß. Am Ende der Premiere bleibt ein süffisantes Grinsen über so viel vergnügliche (Zeit)bscheißerei - und die überraschende Wendung. Auf dem Dorfplatz einer idyllischen Marktgemeinde geht es sehr geschäftig zu. Kramerin Maria (lustig-laut und umtriebig gespielt von Julia Jung) und die leicht verträumte Blumenverkäuferin Liesl (Christine Schüller) sind stets beschäftigt, ebenso der Friseur Severin Scheitl, der sich für amouröse Spielchen mit Mann und Frau nicht zu schade ist (gelungenes Debüt von Hans Mäckl).

Unter diesen Voraussetzungen ergibt ein Wort das andere und so kommt es, dass es wiederholt Zwistigkeiten zwischen den Protagonisten gibt, auch angefacht durch die Köchin des Grafen, die immer wieder auf Schimpfgang zieht.

Ein Geistlicher, dargestellt von Sebastian Schötz, ist ebenfalls mit von der Partie. Pfarrer Unruh treibt es fast schon vogelwild mit den Wirtsleuten Paul und Berta Poschenrieder (Thomas Fenk und Sabine Weber). Allerdings eher aus dem Grund, dass besonders Paul die kirchlichen Pläne wiederholt durchkreuzt. Eine neue Kirchenuhr will der Pfarrer haben? Nichts da! Da gibt es Freibier zu Gottesdienstzeiten und Goldfische im Weihwasser.

Aber der Pfarrer weiß sich äußerst geschickt zu wehren. Und dann taucht noch ein Handelsreisender auf (Stephan Renker), der den Rastlosen etwas zum Kauf anbietet, was keiner zu haben scheint: ihre persönliche gute Zeit, hübsch verschnürt in einem kleinen Päckchen.

Wie das alles zusammenhängt? Spätestens im vierten Akt fällt es den sehr angetanen, aber auch etwas nachdenklich gewordenen Zuschauern wie Schuppen von den Augen. Das Team der Theaterfreunde hat sich mit dem Stück von Peter Landstorfer ein hochaktuelles Thema ausgesucht und dieses sehr stimmig und mit viel Lokalkolorit umgesetzt. Die Schauspieler überzeugten allesamt.

Die fast schon einschläfernde Gemütlichkeit des Postbeamten (Jonas Graf) stand in schönem Gegensatz zur Kramerin oder zur gräflichen gift- und gallespuckenden Köchin Kreszenz, sehr treffend von Sabrina Meier gemimt. Hervorzuheben ist auch die raffiniert und detailreich gestaltete Bühne, die die drei Geschäfte, die Post und die Wirtschaft nebst Biergarten auf gefühlten 13 Quadratmetern unterbringt.

Noch Restkarten

Noch gibt es Restkarten für weitere Vorstellungen im Süßer Landgasthof Rouherer. Eine neue Runde Zeitbscheißerei führen die Theaterfreunde wie folgt auf:

Samstag, 7. April

Sonntag, 8. April

Freitag, 13. April

Samstag, 14. April

Freitag, 20. April

Beginn ist jeweils um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Die Karten gibt es für vier Euro (Kinder) bzw. sechs Euro (Erwachsene) telefonisch bei Maria Ritter (09664/95 49 64). (tat)

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