20.02.2018 - 20:00 Uhr
Irchenrieth

Weitere Verzögerung - Bürgermeister droht mit Namensnennung Ohne Feuerwehrhaus keine Fahrzeuge

50 Aktive der Feuerwehr sitzen "demonstrativ" in Uniform im vollen Sportheim. Sie wollen dem Vorsitzenden und dem Bürgermeister den Rücken beim Thema Feuerwehrhaus stärken. Josef Hammer spricht drohende Worte.

"Ich werde zum Schluss schon alles aufrechnen, was uns das dann mehr gekostet hat und werde neben den Zahlen auch Namen nennen." Zitat: Bürgermeister Josef Hammer über die Verzögerungen beim Bau des Feuerwehrhauses
von Ernst FrischholzProfil

Das Feuerwehrhaus wurde gebaut, als die Gemeinde 500 Einwohner hatte - mit einem Stellplatz und einem über 30 Jahren alten Feuerwehrauto. Man habe sogar eine Garage angemietet, damit man hier Ausrüstung unterbringen kann, betonte der Vorsitzende der Wehr, Reinhard Ach. Nun hat die Gemeinde fast drei Mal so viele Bürger. Mehr als 50 Termine hatte die Feuerwehr mit ihre 261 Mitgliedern, resümierte Ach in der Jahreshauptversammlung im DJK-Sportheim. Er nannte als Highlight die Kirchweih mit dem Brunnenfest.

Für den Bau des Feuerwehrhauses habe man schon vor vier Jahren mit der Suche nach einem passenden Platz begonnen. Erst wenn das Haus stehe, kann ein neues Einsatzfahrzeug und ein Mannschaftstransportfahrzeug kommen. Es sei gemeindliche Aufgabe, den Schutz der Bürger zu gewährleisten. "Die Gemeinde tut alles dafür, auch wenn es Gegner gibt", stellte Ach fest. Um sich für die Ausstattung des Gerätehauses ein Bild zu machen, wird die Wehr die Feuerwehrhäuser in Parkstein und Winklarn anschauen. Das alte Einsatzfahrzeug kam noch einmal zwei Jahre durch den TÜV, dann werde aber Schluss sein.

Bürgermeister Hammer fand deutliche Wort: Finanziell werde das Bauvorhaben mit dem Haushalt am 13. März ohne Kreditaufnahme ins Trockene gestellt. Nur die Ausführung ziehe sich. Der Rohbau könne schon lange stehen und die neuen Fahrzeuge bestellt sein. Die Baugenehmigung sei auch da, aber nun gebe es eine Klage nicht gegen die Gemeinde, sondern den Freistaat.

"Ich habe bezüglich des Feuerwehrhauses schon zwei Petitionen und eine Dienstaufsichtsbeschwerde überstanden und hoffe, dass auch dieser Gerichtsentscheid positiv ausfällt", gestand der Rathauschef. "Wir leben in einer Demokratie und müssen damit umgehen. Ich werde zum Schluss schon alles aufrechnen, was uns das dann mehr gekostet hat und werde neben den Zahlen auch Namen nennen", kündigte der Bürgermeister an. "In Irchenrieth dürften sie bekannt sein."

Atemschutzwart Georg Pausch stellte fest, dass die derzeitigen Schutzanzüge nicht mehr den neuen Bestimmungen entsprechen. Da habe er bereits reagiert, sagte Hammer. Es werden 15 000 Euro in den Haushalt für Schutzanzüge eingestellt.

Im Kassenbericht wies Sonja Fechner für 2017 ein Minus von 1269 Euro aus, was jedoch vom guten Kassenstand locker verkraftet werde. Kommandant Michael Hammer sprach von 63 Aktiven, darunter 17 Frauen und sechs Anwärtern. Man ist zu 26 Einsätzen gerufen worden, darunter Unfälle, zehn Brandalarmierungen und Sicherheitswachen. 271 Feuerwehrleute waren eingesetzt. In 41 Übungen haben 388 Teilnehmer 612 Stunden geübt.

Es sei wichtig, dass die Aktiven auch bei der Rettung im Umgang mit behinderten Menschen Erfahrung gewinnen, sagte Hammer mit Blick auf das Heilpädagogische Zentrum. Laut Jugendwart Korbinian Stangl sind bei der Jugendfeuerwehr 15 Jugendliche, die acht Stunden Ausbildung absolvierten.

Ich werde zum Schluss schon alles aufrechnen, was uns das dann mehr gekostet hat und werde neben den Zahlen auch Namen nennen.Bürgermeister Josef Hammer über die Verzögerungen beim Bau des Feuerwehrhauses

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