28.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Feuerwehr Kemnath rüstet für Zugunfälle die Gerätschaften auf Zur Rettung mit dem Boot auf´s Gleis

Ob zur Rettung aus dem Wasser, von im Eis eingebrochenen Personen oder zur Evakuierung aus überfluteten Straßenzügen: Mit dem Rettungsboot der Kemnather Wehr sind viele Einsätze möglich. Nun ist es auch für den Einsatz auf der Schiene gerüstet.

Mit wenigen Handgriffen wird aus dem Rettungsboot, an welchem eigentlich Vollgummireifen montiert sind, die Spurkranzräder angebracht, um das Boot auf der Schiene rollen zu könnnen.
von Michael DenzProfil

Seit fast fünf Jahren gehört ein Rettungsboot zum Fuhrpark. Möglich machte die Anschaffung die Förderung des Katastrophenschutzes. Bereits mehrmals haben es die Floriansjünger bei Übungen "zu Wasser gelassen". Auch zu Einsätzen, unter anderem zum Umweltschutz bei "Öl auf Gewässer", aber auch zu Menschen- und Tierrettungen wurde das sogenannte Rettungs- und Flachwasserschubboot schon angefordert.

Durch die massive Bauweise aus Aluminium und den großen Auftriebskörper ist es für eine Besetzung mit sechs Personen ausgelegt. Im Regelfall sind vier Vollgummireifen montiert, weshalb es sehr leicht von dem Trailer gezogen, über geschotterte Flächen und befestigte Wege, aber auch Wiesen geschoben werden kann. Zudem sind damit bei einer Evakuierung aus überfluteten Gebieten auch höher gelegene Straßen- und Wegebereiche zu erreichen.

Zum vorhandenen Bootsmotor für das "RTB 1" hat der Landkreis Tirschenreuth vor einigen Wochen sogenannte "Spurkranzräder" beschafft. Gerätewarte haben einen Umbausatz angebracht, so dass ein Wechsel von Vollgummi- auf Spurkranzräder in kürzester Zeit möglich ist. Auch beinhaltet der Umbausatz zwei Aufnahmen, um Krankentragen auf der Reling fixieren zu können.

Bei der letzten Übung ging es dann aufs Bahngleis. Hierfür hatten die Verantwortlichen der Wehr von der Deutschen Bahn die Genehmigung eingeholt. Binnen zwei Minuten hatte das "Team Technische Hilfeleistung" um Peter Wolf, Peter Kreuzer, Marco Schäffler und Daniel Merkl das Boot zum Schienenfahrzeug umgebaut. Sechs Aktive hoben das rund 120 Kilogramm schwere Universal-Boot auf die Schienen. "Ich habe schon viele Möglichkeiten und Gerätschaften gesehen. Von dieser Variante habe ich vorher noch nichts gehört. Überzeugt bin ich davon aber nun trotzdem sehr stark", meinte der zuständige Notfallmanager der Deutschen Bahn, der mit großem Interesse die Übung begleitete. Er hatte erst einige Stunden davor einen Einsatz betreut, bei dem ein Personenzug wegen eines Defekts in einem Tunnel bei Velden liegen geblieben war.

Wie die Übungsfahrten mit dem Rettungsboot auf der Gleisanlage bei Speichersdorf zeigten, lässt sich das Boot, auch vollgepackt mit Mannschaft und Ausrüstung, leicht auf den Gleisen bewegen. "Zwar hofft man, dass es zu einem solchen Ernstfall nie kommt, dennoch ist man für den Fall der Fälle nun besser gerüstet und die Mannschaft geübt", meinte Kommandant Denz abschließend.

Bereits mehrfach nahmen einige Kemnather Feuerwehrleute an Fachvorträgen teil, bei denen auch über das Zugunglück bei Bad Aibling referiert wurde. Hier zeigte sich, dass ein solches Einsatzgerät die Arbeit enorm erleichtert, wenn Rettungsgeräte zur Unglücksstelle gebracht oder Verletzte abtransportiert werden müssen, wenn die Zufahrt von Rettungs- und Einsatzfahrzeug nicht möglich ist. Denz dankte nach der Übung der Mannschaft der Kemnather sowie den Aktiven der Kötzersdorfer Wehr für die rege Teilnahme.

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