Meinung: Klimagipfel in Glasgow: Nur warme Worte im Kampf gegen die Erderwärmung

Das Thema Erderwärmung ist das brennendste Problem unserer Zeit. Beim Klimagipfel in Glasgow ist aber wieder nur heiße Luft von den Verantwortlichen zu erwarten, meint Frank Werner.

Rettungsringe.
von Frank Werner Kontakt Profil
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Da sitzen sie wieder und reden und reden und reden über die Klimakrise. Vertreter aus fast 200 Staaten, zwei Wochen lang in Debatten. Ob in Glasgow wieder nur heiße Luft im Kampf gegen die Erderwärmung zu erwarten ist? Die Vorlage des G20-Gipfels lässt jedenfalls nichts gutes erwarten. Die reichsten Länder der Welt waren beim Treffen in Rom maximal zu warmen Worten fähig.

Dabei geht es um nichts weniger als das nackte Überleben der Menschheit. Einen bitteren Vorgeschmack hat Deutschland bereits bei der Hochwasserkatastrophe vor rund drei Monaten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bekommen. Ein kurzer Schockmoment, aber offenbar nicht nachhaltig.

Noch-Kanzlerin Angela Merkel, die in Rom und Glasgow mit ihre letzten großen Auftritte erlebt, hat in ihrer Amtszeit unbestreitbare Verdienste erworben. Als Klimakanzlerin wird sie aber gewiss nicht in die Geschichte eingehen. Nicht zu vergessen: Erst im April diesen Jahres hatten die Richter in Karlsruhe das Klimaschutzgesetz in Teilen für verfassungswidrig erklärt und Nachbesserungen verlangt. Drastische Schritte, um die Treibhausgas-Emissionen zu senken, dürften nicht zu Lasten der jungen Generation auf die lange Bank geschoben werden. Was für eine Ansage!

Merkel hat es auch nicht geschafft, Europa einen entscheidenden Ruck hin zur Klimaneutralität zu verpassen. Den Widerständen auch aus den USA konnte sie nie Paroli bieten. Ganz zu schweigen von dem Druck aus der Industrie und der Abhängigkeit gegenüber China und Russland. Es ist keine Zeit mehr für windelweiche Kompromisse. Es ist Zeit zum Handeln. Es ist leider mehr als zweifelhaft, dass dieses Signal von Glasgow ausgeht.

Auftakt des Klimagipfels in Glasgow

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