18.08.2017 - 11:42 Uhr
Oberpfalz

Vilseck: Sturmschäden auch im Übungsplatz Der Wald steht wieder auf

Die halbe Jahresarbeit ist getan beim Holzeinschlag. Zumindest mengenmäßig. Denn die Gewitter-Böe hatte vergangene Woche in der Nacht zum Donnerstag nicht nur in Vilseck gewütet. Auch im Übungsplatz selbst diagnostiziert der Bundesforst gewaltige Schäden. Deutsche und Amerikaner räumen gemeinsam auf.

Schlimm sieht es aus im Südlager: Einige Waldstücke sind stark beschädigt und müssen nun fachgerecht ausgeräumt werden. Bilder: Gebhardt (2)
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Vilseck. Sie hat enorm gewütet, wenn auch nur kurze Zeit, diese Gewitter-Fallböe mit Randverwirbelungen, auch als "Microburst" bezeichnet. Die Schadensfläche reichte von Vilseck bis zum Truppenübungsplatzes Grafenwöhr auf einem Gebiet von etwa 2,5 mal 5 Kilometern. Unsere Zeitung besah sich die Schäden gemeinsam mit Forstoberrat Volker Goebel und Jochen Scharrer, Revierleiter im Forstrevier Altenweiher, vom Bundesforstamt Grafenwöhr.

Die Sturmböe hat ganz schön zugeschlagen: Vor allem in den Waldgebieten im Südlager sieht es schlimm aus. Abgebrochene, umgefallene Bäume, zersplitterte Stämme, verdrehte Kronen überall.

Schnelle Aufarbeitung

Zunächst rückte am Donnerstagnacht die Lagerfeuerwehr aus, gefolgt von den amerikanischen Fachleuten von BNG (Building 'n' Grounds) und den Leuten des Bundesforstamtes, um zuerst auch die wichtigsten Zäune zu reparieren. Schnelle Aufarbeitung des Bruchholzes ist angesagt, denn sonst besteht erhöhte Borkenkäfer-Gefahr. Aber in einigen Wochen ist alles vorbei, kündigen die Förster an.

"Alles, was mit Maschinen machbar ist, wird auch so erledigt", stellt Volker Goebel klar. Es sei viel zu gefährlich, die Forstwirte des Bundesforstes in die aktuellen Windwurf-Zonen zu schicken, wo sich viele Stämme verkeilt haben. Sie kümmern sich hauptsächlich um Einzelfälle außerhalb. Das Gros der Schadensflächen wird mit dem Harvester aufgearbeitet, der die Stämme zersägt und zum Abtransport bereitlegt. Und er hat viel Arbeit: Auf rund zehn Hektar schätzen Goebel und Scharrer die Gesamtschadensfläche, die im Revier Altenweiher und im benachbarten Schwarzen Berg entstanden sind. Gut 5000 Festmeter werden es sein, alleine in Scharrers Revier sind rund 4000 Festmeter Holz umgefallen. "Das ist die Hälfte des Jahreseinschlags!"

Natürliche Verjüngung

Doch die Bundesförster machen das Beste aus der Situation: Sie lassen Stammreste und aufgeklappte Wurzelteller stehen für die Tierwelt, sie schaffen durch natürlichen Pflanzennachwuchs sogenannte Sukzessionsflächen, auf denen vor allem Laubbäume wie Eichen neue Chancen bekommen. Biotope entstehen da, wo früher Altholzbestände auf die Ernte warteten. Viele solcher Flächen finden sich im Übungsplatz, sie alle sind enorm wichtig für die Waldverjüngung.

Der materielle Schaden ist zwar da, denn das Holz kann nicht wie geplant vermarktet werden. Doch die intakte Natur im Übungsplatz wird die Sturmschäden bald vergessen machen. Das kann das Bundesforstamt jetzt schon garantieren.

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