17.04.2018 - 20:10 Uhr
MantelOberpfalz

Abschusszahlen steigen: Wildschweine im Visier

Die Jäger in Weiden und im Landkreis haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Wildschweine geschossen als in den Vorjahren. Ihnen sitzt die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Nacken. Aber bringt der erhöhte Abschuss tatsächlich etwas?

Die Jagdhornbläser "verblasen" die Strecke der Kreisgruppe im vergangenen Jahr. Bilder: eig (2)
von Redaktion OnetzProfil

"Ja", sagte der Leiter des Veterinäramtes Neustadt, Dr. Nobert Sandner, in der Jahreshauptversammlung des Jagdschutz- und Jägerverbandes Weiden-Neustadt/Waldnaab, Kreisgruppe des Landesjagdverbandes, in der Mehrzweckhalle Mantel. Der Abschuss diene der Vorbeugung einer Ausbreitung. Je weniger Wildschweine, umso geringer sei die Möglichkeit, dass eines davon sich ansteckt.

Das eigentliche Problem seien jedoch nicht die Tiere, sondern der Mensch, der infiziertes Fleisch achtlos wegwerfe. Der extrem widerstandsfähige Erreger überlebe monatelang in jeder Form von Fleisch und Wurst. Sandner bat die Jäger, auf Fallwild zu achten, also auf Tiere, die tot aufgefunden werden, denn der Kadaver bleibe, sofern infiziert, noch viele Monate ansteckend.

Die Gefahr eines Übergreifens auf Hausschweine in Deutschland werde im Moment jedoch als eher gering eingeschätzt, da hierzulande deutlich höhere Sicherheitsstandards gälten als in den baltischen Ländern, in denen die Schweinepest wüte. In Tschechien habe es im vergangenen Jahr zwar über 200 ASP-Fälle gegeben, doch es sei dort noch kein Hausschwein angesteckt worden.

Mit Bauern kooperieren

Der Kreisobmann des Bauernverbandes (BBV), Josef Fütterer, sprach von der Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Bauern und Jägern. Die Herausforderungen würden größer, die Probleme seien nur gemeinsam zu lösen. Ähnlich äußerte sich der Hausherr, Bürgermeister Stephan Oetzinger. Politik wie Gesellschaft seien dringend auf das Engagement der Jäger angewiesen.

Die Sprecher der in der Kreisgruppe organisierten Hegegemeinschaften belegten durchwegs, dass die Schwarzwild-Strecken deutlich gestiegen sind. Die Abschusszahlen beim Rehwild haben die Hegegemeinschaften eigenen Angaben zufolge alle erfüllt. Sinkt die Strahlenbelastung der Wildschweine endlich, oder werden nur mehr Tiere untersucht? Rainer Radies konnte diese Frage nicht beantworten. Von 347 getesteten Tieren im vergangenen Jahr lagen 41 über dem Grenzwert. Das entspricht knapp 12 Prozent.

Hans Trottmann berichtete von der erfolgreichen Nachwuchsausbildung. Den letzten Kurs hätten 80 Prozent der 20 Teilnehmer bestanden, womit die Kreisgruppe über dem Landesdurchschnitt von 73 Prozent liege. Den aktuellen Kurs besuchen 26 Teilnehmer. Für den neuen Kurs im September seien bereits 21 Interessenten angemeldet, damit sind nur noch 4 Plätze frei.

Bläser Aushängeschild

Viele Termine hatten die Jagdhornbläser-Gruppen Weiden-Neustadt und Windischeschenbach. Bei letzterer gibt es einen Führungswechsel: Theo Margeth übernimmt die Leitung von Otto Uhl, der der Gruppe 20 Jahre lang vorgestanden hat. Margeth dankte seinem Vorgänger für dessen "großartigen Einsatz", die Bläsergruppe spielte Uhl ein Ständchen. Der Kreisgruppen-Vorsitzende Michael Schiffer bezeichnete die Bläsergruppen als "wichtigstes Marketing-Instrument der Jägerschaft".

Schiffer, der im kommenden Jahr nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stehen wird, bat die Jäger, regen Gebrauch von den Schießterminen zu machen. "Das Schießen-Üben ist enorm wichtig." In diesem Jahr sind laut Schiffer noch eine Aktion mit den Schulen geplant und ein Jägertag auf dem Schießgelände in Luhe-Wildenau. Der Jahreshauptversammlung vorausgegangen war die jährliche Pflichthegeschau.

 

 

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