17.05.2018 - 20:00 Uhr
NabburgOberpfalz

Polizei informiert über Sicherheitslage Weniger Straftaten

Die Zahl der Straftaten im Schutzbereich der Polizeiinspektion Nabburg sinkt: Im vergangenen Jahr verzeichnen die Ordnungshüter 1075 Delikte - nach 1132 im Jahr 2016. Besonders in der Stadt Nabburg sorgen die Zahlen für Zufriedenheit.

Polizeihauptkommissar Stefan Weinberger (rechts) und der Leiter der PI Nabburg, Erster Polizeihauptkommissar Roland Heldwein (Zweiter von rechts), informierten die Bürgermeister Georg Köppl, Armin Schärtl und Johann Wilhelm (von links) über die Sicherheitslage in ihren Gemeinden. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Nabburg/Altendorf/Guteneck. In jedem Jahr informiert die Polizei die Bürgermeister über die Sicherheitslage in ihren Kommunen. Am Donnerstag kamen der Leiter der Nabburger Polizeiinspektion, Erster Polizeihauptkommissar Roland Heldwein, und sein Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Stefan Weinberger ins Nabburger Rathaus, um mit den Gemeindeoberhäuptern der Verwaltungsgemeinschaft die Kriminalitätsentwicklung zu besprechen. Vorneweg: In den Gemeinden lebt es sich sicher. Das belegen die Zahlen der Polizeistatistik. Während Gutenecks Bürgermeister Wilhelm mit Genugtuung zur Kenntnis nahm, dass von den lediglich drei Straftaten in seiner Gemeinde im vergangenen Jahr auch noch zwei aufgeklärt wurden, hatte sein Amtskollege aus Altendorf, Georg Köppl, angesichts von 20 verzeichneten Delikten - und damit dem mit Abstand höchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren - etwas zu schlucken. Doch auch diese zunächst hohe Zahl relativierte sich schnell: Zum einen wurden 18 Taten - 90 Prozent - der Rechtsverstöße geklärt, zum anderen konzentrierten sie sich zu einem guten Teil auf einen kleinen Personenkreis. Positiv außerdem: In keiner Gemeinde waren schwere Straftaten zu verzeichnen.

In der Stadt Nabburg herrschen natürlich ganz andere Größenordnungen vor: 312 Straftaten fanden im vergangenen Jahr Eintrag in die polizeiliche Statistik. Das ist aber der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Neben 13 Fällen, die der Gewaltkriminalität zuzuordnen sind, gab es 45 (2016: 19) Delikte aus dem Bereich der Straßenkriminalität - also Taten, die einen Bezug zum öffentlichen Raum haben, wie beispielsweise Sachbeschädigungen an Autos, Fahrraddiebstähle oder Taschendiebstähle. Darüberhinaus gab es insgesamt 68 (71) Diebstähle, 36 (37) Sachbeschädigungen sowie 22 (6) Verstöße gegen das Ausländergesetz, beziehungsweise das Asylgesetz. Laut Stefan Weinberger hat diese Zahl einen einzigen Hintergrund: den Massenaufgriff einer großen Zahl ausgesetzter Flüchtlinge im Bereich Nabburg im April vergangenen Jahres. "Hier wurde jeder einzelne Fall aufgeführt", erklärte Weinberger das Zustandekommen dieser Zahl.

Hinzu kamen noch 30 (24) Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz. "Das sind immer die gleichen Personen, die dort auftauchen", wusste der stellvertretene Leiter der PI zu berichten. Eine Rolle in der Statistik spielt auch die Disco an der Autobahn: Alleine 73 Straftaten - vor allem Körperverletzungen und Beleidigungen - ereigneten sich im oder um den Tanztempel. Inspektions-Chef Heldwein sagte aber, dass die Zahlen rückläufig seien. Gespräche mit den Betreibern und auch zum Beispiel Videoüberwachung hätten in diesem Bereich richtig viel bewirkt.

Verkehrsstatistik

Nabburg. (tib) In fast der Hälfte aller Unfälle, die sich im Bereich der Polizeiinspektion Nabburg ereignen, ist ein Wildtier involviert. Wie Roland Heldwein, Leiter der PI, beim Sicherheitsgespräch darlegte, ereigneten sich im vergangenen Jahr 1068 Verkehrsunfälle. Das sind rund zehn Prozent weniger als im Jahr 2016. Darunter waren aber 505 Wildunfälle. "Das ist in unserer ländlichen Gegend generell ein Problem", machte Heldwein klar, dass diese hohe Zahl keine Besonderheit für den Raum Nabburg ist. Bei den Unfällen im vergangenen Jahr verloren drei Menschen ihr Leben, 23 wurden schwer, 96 leicht verletzt. Als "schwer verletzt" gilt eine Person laut polizeilicher Definition, wenn sie unabhängig von ihren Verletzungen 24 Stunden zur Behandlung im Krankenhaus war. Hauptunfallursache waren Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren (151). Es folgen zu geringer Sicherheitsabstand (62) sowie die Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebotes (61). Auf Platz vier landen Unfälle, die auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sind (31). 16-mal war Alkohol die Ursache. In 124 Fällen machten sich die Verursacher aus dem Staub. 81 Unfallfluchten blieben ungeklärt, 43-mal wurde der Täter ermittelt. Außerdem kam es zu neun Karambolagen, in die Fahrradfahrer involviert waren. Auffällig: Sechs davon trugen keinen Helm. "Das ist etwas schwach", bemängelte Heldwein. (tib)

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