16.03.2018 - 20:32 Uhr
Bad Neualbenreuth

Drei Frauen mit einer gemeinsamen Vision: Weiteres Zentrum für Kunst und Kultur

Ob das Konzept umgesetzt wird, ist zurzeit noch völlig ungewiss. Aber es gibt Zusagen von potenziellen Spendern und Sponsoren. Ihnen allen ist an der Nachfolgenutzung des Badehauses gelegen. Auch der Inhaber der Immobilie ist durchaus angetan von den Plänen.

Beschlossen ist noch gar nichts. Bisher gibt es lediglich eine Absichtserklärung des Bezirks Oberpfalz. Er würde das Badehaus plus früheres Schulhaus (links) an die Gemeinde Neualbenreuth abgeben. Bild: pz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Maiersreuth. "Für die Akquisition von weiteren Förderern ist alles bereit - vom Sponsoring-Konzept bis zu kunstvoll gestalteten Unterlagen und jeder Menge Ideen ...", heißt es in der Pressemappe: Bereits Anfang Februar gab es eine - eigentlich inoffizielle - Begehung des Gebäudes. Doch die Begeisterung über das Vorhaben war bei manchen Beteiligten offenbar so groß, dass die nicht mit ihrem Wissen hinterm Berg halten mochten - und begeistert von ihren Eindrücken in der Öffentlichkeit erzählten. Die drei Initiatorinnen - die bildende Künstlerin Susanne Neumann aus Waldsassen, Kulturmanagerin Andrea Lamest, Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses in Schwandorf und die Theaterautorin und Schauspielerin Chriska Wagner aus Bärnau - präsentierten damals vor Ort allen Beteiligten ihre Ideen zur Umnutzung. Mit dabei waren Vertreter Zweckverbands Sibyllenbad, des Bezirks Oberpfalz, der benachbarten Gemeinden und ihren Bürgermeistern und Vertretern des Amtes für ländliche Entwicklung.

Susanne Neumann hat in ihrer künstlerischen Arbeit schon wiederholt geschichtsträchtige Bauwerke in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Das alte Badehaus in Maiersreuth ist so ein Ort. Die drei Frauen haben gemeinsam eine Vision entwickelt, wie das Haus zu einem weiteren Zentrum für Kunst und Kultur in der Region werden kann: Die Instandsetzung erfordert Reparaturen am Gebäude sowie Investitionen in Umbaumaßnahmen und Ausstattung. Als Architekt ist Michael Straus aus Nürnberg mit von der Partie.

Der Gebäudekomplex wird vom Keller bis zum Dach als Atelier, Galerie, Theater, Probenraum, Vortragsraum, Event-Location, Fotostudio oder sogar als Filmset genutzt. Das Schulhaus wird umgestaltet als Gästehaus und Künstler und Teilnehmer an den dort angebotenen Workshops beherbergen. Eine Großküche dient der Versorgung der Gäste und eröffnet Möglichkeiten zur Gestaltung von Veranstaltungen im Badehaus - etwa Vernissagen. "Die Vernetzung mit bestehenden Kunst- und Kulturprojekten im Hinblick auf das Heben von Synergien ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor für alle Beteiligten", heißt es dazu im Pressetext.

Das Thema Badehaus Maiersreuth beschäftigte auch den Zweckverband Sibyllenbad in der Frühjahrsversammlung (wir berichteten) - in nichtöffentlicher Sitzung. "Die Verwendung der Geburtsstätte des Sibyllenbads ist uns schon seit langer Zeit ein Anliegen", erklärte Bezirkstagspräsident Franz Löffler gegenüber Oberpfalz-Medien. Als Bad sei es aber nicht mehr zu verwenden und zu verwerten. Das Konzept der drei Künstlerinnen für die Nachfolgenutzung komme dem Zweckverband sehr entgegen. "Unser Part war es, das Grundstück an die Gemeinde Neualbenreuth abzugeben", informierte Löffler über die künftige Trägerschaft. Dabei sei beschlossen worden, dass der Wert, den der Abbruch verursachen würde, noch der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. "Das ist unsere Verpflichtung, weil wir mit dem Gebäude auch etwas hätten machen müssen", so Löffler. Jedem Bewerber würde der Zweckverband das aber Objekt nicht überlassen. Die Nutzung müsse schon in die Region passen. "Und dieses Kunst- und Kultur-Thema passt sehr wohl in die Region", erklärte Löffler und sprach von einem weiteren "Leuchtturm". Der Bezirk sei ja auch für Kunst und Kultur mit zuständig. Deshalb sei das Vorhaben mit den Aufgaben des Bezirks konform. "Ich traue das der Gemeinde zu, dass sie es auf den Weg bringt", so Löffler.

s Bürgermeister Klaus Meyer freut sich, dass der Zweckverband zu seiner Verpflichtung steht und die Situation in Maiersreuth "bereinigen" möchte. Als touristisch geprägte Kommune sei das frühere Schulhaus ein weiterer Mosaikstein - mit der besonderen Ausrichtung als Übernachtungsmöglichkeit für Kunstschaffende.

"Es ist ein Angebot. Wir haben noch keinen Vertrag und noch gar nichts", bremst Meyer aber vorschnelle Euphorie. "Wir begeben uns jetzt gemeinsam auf den Weg." Zeitlich wollten sich die Partner keinem Druck aussetzen. Aber 2018 könne noch viel passieren. Info-Kasten

Die Verwendung der Geburtsstätte des Sibyllenbads ist uns schon seit langer Zeit ein Anliegen.Bezirkstagspräsident Franz Löffler
Es ist ein Angebot. Wir haben noch keinen Vertrag und noch gar nichts.Bürgermeister Klaus Meyer

Die Finanzierung

Im Rathaus Neualbenreuth fand das Vorhaben Beachtung und Unterstützung, die Konzeption wurde auch beim Amt für Ländliche Entwicklung als vielversprechend eingestuft: Denn es könnten bei der Verwirklichung Mittel aus der Initiative zur Beseitigung von Leerständen in strukturschwachen Räumen fließen - bis zu 90 Prozent der Kosten. (pz)

 

 

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