Bei den Haushaltsberatungen informiert der Landkreis die Kreisräte stets über die Entwicklung in den Bildungsstätten. Auch wenn der Schülerrückgang seit 2012 gebremst werden konnte, deutet nichts auf eine Trendwende hin.
Wacker schlägt sich das Gymnasium Eschenbach. Es zählte 2003 854 Pennäler, in den Jahren 2007 bis 2010 waren es schon einmal 1000 oder knapp darüber. Aktuell besuchen 787 Heranwachsende die mit Abstand größte Schule im Kreis. Das sind immerhin 27 mehr als noch im Vorjahr.
Baustelle Gymnasium
Ein sattes Minus muss dagegen das Gymnasium Neustadt verschmerzen, in das 501 Jugendliche gehen. Im Vorjahr waren es noch 53 mehr. Das entspricht mindestens zwei großen Klassen. Mit ein Grund dürfte die seit einem Jahr laufende Generalsanierung sein, die auf alle Fälle noch bis 2021 dauern wird.
Äußerst positiv entwickelt haben sich im selben Zeitraum die Realschulen. An der Lobkowitz-Realschule Neustadt stieg die Schülerzahl von 396 im Jahr 2003 auf aktuell 627. Allerdings geht es seit 2010 (678 Kinder) leicht abwärts. Positiv ist auch das Schüleraufkommen in der Realschule Vohenstrauß: von 438 im Jahr 2003 auf augenblicklich 449. 2008 waren es jedoch schon einmal 607 Buben und Mädchen. Die Wirtschaftsschule Eschenbach unterrichtet momentan 251 Schüler gegenüber 301 im Jahr 2003.
Der Abwärtstrend lässt sich auch am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) auf dem Felixberg nicht wegdiskutieren. Seit 2003 sank die Zahl der Auszubildenden von 659 um 152 auf 507. Allerdings scheint das Schlimmste überwunden, denn 2012 und 2013 war mit nur 402 beziehungsweise 406 Schülern der Tiefstand erreicht.
Einen Aufwärtsschwung brachte 2013 die Fachakademie für Sozialpädagogik (FakS) mit derzeit 74 Studierenden. Tendenz steigend. Einen zusätzlichen Schub bringen nach Angaben von Schulleiter Oberstudiendirektor Anton Dobmayer die Flüchtlinge: In 2 (Vorjahr 3) Berufsintegrationsklassen sitzen 35 (40) junge Ausländer. Aber auch das Interesse an der Kinderpflege (6 Klassen), Sozialpflege (4) sowie an der Ernährung und Versorgung (3) ist groß. Gut ausgelastet ist weiterhin die Landwirtschaftsschule in Weiden mit zurzeit 57 Schülern. 2003 waren es lediglich 41. Der Bauernverband freut sich über die sehr gute Entwicklung. Das zeigt, dass Landwirt noch ein gefragter Beruf ist. Sehr gut ausgebildete Bauern sind gefragt. Sie kommen überall unter. Höhere Landbauschule in Weiden oder Studium in Triesdorf beziehungsweise Weihenstephan eröffnen zudem viele Chancen.
Fachschule ruht
Vor drei Jahren hat der Landkreis die Fachschule für Elektrotechnik eingerichtet. Im vergangenen Sommer machten die ersten zwölf Absolventen ihren Abschluss. Mangels Schülern ruht heuer die Schule.
Der Schülerrückgang spiegelt sich auch in den drei Sonderpädagogischen Förderzentren wider: in Eschenbach von 122 im Jahr 2003 auf derzeit 84, in Neustadt von 196 auf 133 und in Vohenstrauß von 121 auf aktuell 85. Allerdings scheint hier das Schlimmste überstanden. Denn alle drei Einrichtungen schreiben heuer schwarze Zahlen.
Am meisten bluten mussten die Grund- und Mittelschulen. Hier beträgt das Minus im Vergleich zum Vorjahr drei Prozent. Die Kinderzahl sank in den vergangenen 14 Jahren von 7621 auf nur noch 4364.
Während die Mittelschulen ein Minus von 1595 Buben und Mädchen beklagen, ist der Trend bei den Grundschulen deutlich positiver, obwohl heuer die Schülerzahl erstmals wieder unter 3000 gerutscht ist.
Gastschulbeiträge
Die Gastschulbeiträge reißen ein kräftiges Loch in den Kreissäckel. Dabei handelt es sich um den Betrag, den der Landkreis für jeden Schüler, der eine Bildungsstätte in anderen Landkreisen oder kreisfreien Städten besucht, bezahlen muss. Das sind im laufenden Jahr immerhin 3,84 Millionen Euro. Der Großteil der Summe fließt nach Weiden. Im Gegenzug nimmt das Lobkowitzerschloss 772 140 Euro an Gastschulbeiträgen ein. Das Minus beläuft sich damit auf 3,07 Millionen Euro. (ms)













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