22.05.2018 - 20:00 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Richtfest am Neubau des Pfarr- und Jugendheims in Niedermurach Der Geist der Gemeinschaft soll hier erblühen

Der Geist der Gemeinschaft soll im neuen Pfarr- und Jugendheim in Niedermurach erblühen. Im Neubautrakt ist die erste Etappe mit dem Richtfest erreicht. Die Vertreter von Pfarrei und Gemeinde freuen sich über einen Richtspruch, der den zukünftigen Stellenwert des Bauwerks unterstreicht.

Zimmerermeister Michael Süß (rechts) trug den Richtspruch vor. Zusammen mit seinem Sohn, dem angehenden Meister Christian Süß, schlug er dann den Richtbaum an den First.
von Josef BöhmProfil

"Der Bau ist erstellt aus Stein und aus Holz. Dem Bürger zu nutzen, der Gemeinde zum Stolz, sind hier erstanden durch fleißige Hände, im festen Gefüge das Dach und die Wände." Aufmerksam nahmen Bauarbeiter und geladene Gäste den Richtspruch von Zimmerermeister Michael Süß entgegen. Der Geist der Gemeinschaft hatte in seinem Vortrag ein besonderes Gewicht: "Man wird sich hier finden zu ernsthaften Dingen, doch wird man auch lachen und tanzen und singen."

"Dieses Projekt ist eine der sinnvollsten Maßnahmen der sogenannten Leerstandsoffensive in der mittleren Oberpfalz", begeisterte sich Architekt Josef Schönberger und unterstrich die zukunftsweisende Bedeutung des Gesamtbauwerks. In seinem Rückblick ging er auf die intensiven Anstöße und zahlreichen Verhandlungen während der relativ langen Vorlaufzeit ein, in der die Gemeinschaftsleistung von Diözese, Denkmalamt, Städtebauförderung, Gemeinde, Pfarrei Niedermurach sowie im Einvernehmen mit der Expositur Pertolzhofen in Bezug auf Ausführung, Größenordnung, Nutzung und Finanzierung in ein tragfähiges Konzept mündete. Die Vielfalt an künftigen Möglichkeiten der Nutzung sei hier beispielhaft. Der Architekt lobte die fachlich qualifizierte Ausführung der Bauarbeiten und ließ keinen Zweifel daran, dass mit den ortsansässigen Firmen Bauer und Süß ein echter Heimvorteil bestehe. Pfarrer Herbert Rösl verwies auf die intensive Mitwirkung, den zielgerichteten Antrieb und die gegenseitige Motivation aller Beteiligten, welche das Projekt in dieser Form auf einen Nenner brachten. "Alle, die bis heute daran mitwirkten, haben sich als Baustein in das Pfarr- und Jugendheim eingebracht", betonte der Seelsorger und machte allen klar, "dass mit Gottes Segen hier in naher Zukunft etwas Gutes verwirklicht werden kann".

"Ich habe an diesen Tag geglaubt", brachte Bürgermeister Martin Prey überzeugend seinen Optimismus zum Ausdruck und freute sich, "dass immer mehr von dem sichtbar wird, was hier an Schönem entsteht". Er rechtfertigte die finanzielle Beteiligung der Gemeinde im beschlossenen Rahmen und wünschte sich, dass die Bauarbeiten einen unfallfreien Verlauf nehmen. Als Vorsitzender der Kirchenverwaltung und somit amtierender Bauherr lud Pfarrer Herbert Rösl Bauarbeiter und geladene Gäste zur Hebfeier ins Gasthaus Gillitzer ein.

Das Projekt hat ein Finanzvolumen von knapp 1,4 Millionen Euro. Davon hat die Kirchenstiftung Niedermurach 453 000 Euro und die Gemeinde 100 000 Euro zu tragen. Rund zwei Drittel der Kosten fließen von auswärts in die Finanzierung: Diözese, Städtebauförderung, Landesamt für Denkmalpflege, Landesstiftung, Bezirk Oberpfalz und Landkreis Schwandorf sind beteiligt. Ein Abbruch des Pfarrhauses war aus Denkmalschutzgründen nicht möglich, ein Verkauf an Privat äußerst problematisch, eine Übernahme und Sanierung durch die Gemeinde nicht zu finanzieren und ein Verfall in Ortsmitte einfach nicht tragbar. Es wäre also mehr als töricht gewesen, diesen von Pfarrer Herbert Rösl, Bürgermeister Martin Prey und VG-Chef Anton Brand ausgehandelten finanziellen Konsens als einmalige Chance nicht zu nutzen. Auch weitere Argumente überzeugen, wie ein Zuhause für Vereine, eine Begegnungsstätte und eine Aufwertung des Ortsbildes.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.