Peter Maffay mit seiner Unplugged Tour in der ausverkauften Nürnberger Arena
Maffay gibt den Fans was sie brauchen

Kultur
Nürnberg
04.03.2018
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Es ist 20.05 Uhr in der Nürnberger Arena . Die Erwartungshaltung in der Halle ist groß. Dann wird es dunkel. Riesige Videoschirme flackern auf. Peter Maffay erscheint am Steuer eines Kleinbusses.

Im Fond sitzen seine Musiker. Motor und Vorderräder geben den Geist auf. Peter Maffay springt aus dem Auto, rollt sein Motorbike vom Hänger und rast über die Autobahn nach Nürnberg. Alles nur Trickfilm. Animation. Früher kam er auf einer echten Harley auf die Bühne.

"Bring mich nach Haus", heißt der erste Titel. Dann "Gelobtes Land" und "Der Mensch auf den du wartest." Maffay gibt den Fans was sie brauchen: Songs mit viel Wiedererkennungswert. Kurzärmliges Lederhemd, schwarze Lederhose, Stiefel: Der Deutsch-Rocker sitzt am Samstag die meiste Zeit auf einem Hocker im Zentrum der Bühne, die wie der Bug eines Schiffes wirkt. Maffay gibt den Kapitän mit Befehlsgewalt. Zu seiner Mannschaft zählen 14 Spitzenmusiker und Backgroundsänger. Die Fans? Passagiere!

Große "Unplugged"-Tour

ist nur eine von vielen Stationen auf der breit angelegten "Unplugged"-Tour durch Deutschland. Und das Konzert an der Noris ist zweifellos eines der Besten, das Maffay in den letzten 20 Jahren gespielt hat. Vor allem was die Auswahl der Lieder betrifft. Unbedingt Note 1. Kein Hit wird ausgelassen. Alles ist bekannt. Maffay singt zweieinhalb Stunden lang was die Menschen wollen: Rockige Evergreens.

Die Arena ist seit Monaten ausverkauft. Die Besucher sitzen dicht gedrängt. Die Veranstalter gehen sogar soweit, Karten seitlich bis zum Ende des Bühnenrands zu verkaufen, was die Sicht hinunter zur Bühne beeinträchtigt. Von wegen "Eiszeit": Maffay dankt den Fans immer wieder aufs Neue für ihre Treue. Er ermuntert zum Aufschrei gegen die Atommächte, aber auch zur großen Liebe, die er mit dem Song "Ewig" untermauert.

Dann geht er auf Zeitreise, "die uns ziemlich weit zurückversetzt". Alle warten jetzt gespannt auf zwei Buchstaben: "Du". Aber der Mitsingknüller muss noch eine Nummer lang warten. Bevor Maffay nämlich seinen allerersten Hit aus dem Jahr 1970 bringt - "Leute, das war ein anderes Jahrtausend" - und damit das Publikum in der bestuhlten Arena von den Sitzen reißt, interpretiert er die Langform "So bist du".

Vom Feinsten ist die Lichtanlage der Show. "Halleluja", "Weil es dich gibt", "Samstagabend auf unserer Straße", eine Kurzfassung von "Und es war Sommer." Als Überraschungsgast kommt Michael Patrick Kelly mit "Shake Away". Die Stimmung ist jetzt auf dem Siedepunkt. Später singt Kelly noch ein Duett mit Maffay: "Ich wollte nie erwachsen sein" aus "Tabaluga". Während der kompletten Tour ist Johannes Oerding dabei, der zusammen mit Maffay bei "Über sieben Brücken" tief beeindruckt.

Große Überraschung

Bevor es auf die Zielgerade geht, bevor die Bühne für die klassische Maffay-Band komplett neu umgestaltet wird, sitzen Maffay und Oerding zur großen Überraschung der Fans plötzlich mitten im Publikum und singen die Lieder "Leuchtschrift" und "Siehst du die Sonne nicht". Das Finale wird grandios. Bunte Lichtschwaden, klangtechnisch top und jetzt vor riesigen Lautsprechern und mit Starkstrom, also nicht mehr akustisch wie vorher mit Oerding. Noch einmal "Siehst du die Sonne nicht" und als Rauswerfer "Dich zu sehn." Es folgen viele Verneigungen und ein gewaltiger Applaus.

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Peter Maffay spielt am 14. März in der Regensburger Donau-Arena. Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter % 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
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