Afrikafest in Dietldorf für Kinder in Not

Mit dem Erlös ihres Afrikafestes unterstützt die Pfarrei Dietldorf Waisenkinder in der Heimat von Pfarrvikar Christian Ogu in seiner Heimatdiözese Okigwe im Westen Nigerias. Das ist auch dringend nötig.

In der Pfarrei St. Pankratius in Dietldorf, zu der auch die Pfarrei Emhof zählt, hatte Pfarrvikar Christian Ogo (hinten, Zweiter von rechts) zu einem afrikanischen Gottesdienst eingeladen.
von Paul BöhmProfil
Maria Chibuzo Ogo (rechts), die Schwester des Pfarrvikars, und Schwester Maria Cecilie Okpara erzählten den Menschen von den Straßenkindern in ihrer Heimat.
Im Rahmen des Afrikafestes der Pfarrei wurde auch zu einem afrikanischen Essen eingeladen.
Christian Ogo ist derzeit Pfarrvikar der Pfarrei St. Pankratius in Dietldorf in der Pfarreiengemeinschaft St. Josef und St. Pankratius.

Den Erlös ihres Afrikafestes stellt die Pfarrei St. Pankratius auf direktem Weg dem Projekt „Kinder ohne Namen“ in der Heimat von Pfarrvikar Christian Ogo in Nigeria zur Verfügung. Er und seine Schwester Maria Chibuzo Ogo kümmern sich dort um Waisen- und Straßenkinder, soweit es ihnen möglich ist.

Sie nennen es "Kindern ohne Namen eine Heimat geben". Auch wenn mehrere tausend Kilometer zwischen dem Vilstal und der Diözese Okigwe im Westen Nigerias liegen, kommt ihre Zuwendung 1:1 an, sagen sie.

Der Heimatort des Pfarrvikars und seiner Schwester ist Engu, im Westen von Nigeria. Versorgt werden dort Kinder vor allem mit Essen und Kleidung. „Es sind Jugendliche, die kein Zuhause haben und auf der Straße leben“, erzählte der Geistliche am Rande des im afrikanischen Stil gestalteten Gottesdienstes der Pfarreiengemeinschaft in Dietldorf. „Es sind Kinder von alleinstehenden Müttern, die kein Geld haben und deshalb nicht versorgt werden können.“

Darunter sind viele Waisenkinder, deren Eltern bei kriegerischen Auseinandersetzungen ums Leben gekommen sind. In seinem Heimatdorf Engu leben derzeit etwa 35 solcher bedürftiger Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen kennt der 42-Jährige, der dem Franziskanerorden angehört, persönlich.

Seine Schwester Maria Chibuzo Ogo, die seit zehn Jahren im St.-Marien-Hospital in Köln als Krankenschwester arbeitet und nebenbei Pflegewissenschaft studiert, hilft bereits seit vielen Jahren mit, diesen Straßenkindern ihre Namen zurückzugeben. Bei jedem Heimatbesuch verwendet sie ihr angespartes Taschengeld, um die bedürftigen Kinder zu unterstützen.

An einen Schulbesuch dieser Mädchen und Buben sei oft gar nicht zu denken, so die Nigerianerin. Da fehlen die finanziellen Mittel und die Ausstattung. Die Kindersterblichkeit ist hoch. Unterernährung ist dabei die häufigste Todesursache in dem Land. Weitere Gründe sind ein Mangel an sauberem Trinkwasser und eine unzureichende allgemeine Gesundheitsversorgung, so die Geschwister Ogu.

Afrikanische Spezialitäten, nach Originalrezepten gekocht, luden zum Verweilen auf dem Kirchenvorplatz ein. Überrascht zeigten sich die vielen Gäste von der Vielfalt der afrikanischen Küche. Ob gekochte oder gegarte Bananen, verschiedene Reis- Hirse- und Fleischgerichte, Gemüse und Obst – es hat allen wunderbar geschmeckt. Dass bei den verschiedenen Gerichten anders als bei uns gewürzt wird, hielt viele der Besucher nicht davon ab, auch bisher Unbekanntes aus der afrikanischen Küche zu probieren.

Zu den Hauptorganisatoren gehörten die Pfarrgemeinderatsmitglieder aus der Gemeinschaft St. Josef und St. Pankratius, die sich verschiedene afrikanische Rezepte ausgesucht hatten. Den Gottesdienst umrahmte der Chor Doremi aus Teublitz unter der Leitung von Christine Wiendl.

Hintergrund:

Afrikafest

Nigeria ist ein Land in Westafrika, durch das der große Fluss Niger führt. Das Land ist mittlerweile das bevölkerungsreichste auf dem afrikanischen Kontinent. Knapp 200 Millionen Menschen leben dort. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze und muss mit weniger als zwei Dollar auskommen, hieß es bei dem Fest. Besonders der Norden Nigerias leidet unter kriegerisch ausgetragenen Konflikten. Schlimm sind die vielen Überfälle der Terrorgruppe Boko Haram. Auch bei uns in Europa hört man immer wieder von Entführungen von Mädchen und Frauen. Besonders der Nordosten leidet noch immer unter terroristischen Anschlägen der Islamisten-Miliz Boko Haram, die sich inzwischen in eine primär von Angehörigen des Volkes der Kanuri geführte kriminelle Vereinigung verwandelt hat. Rund zwei Millionen Binnenflüchtlinge haben die von den Angriffen und Attentaten betroffenen Städte und Dörfer verlassen.

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