Albersrieth bei Waldthurn
24.06.2018 - 13:39 Uhr

Seit 80 Jahren Treffpunkt des Glaubens

Pfarrer Norbert Götz erinnert sich: Der 24. Juni 1938 war etwas ganz besonderes. Genau vor 80 Jahren vollenden die Albersriether eine beachtliche Gemeinschaftsleistung.

Die Dorfkapelle Albersrieth ist dem heiligen Michael geweiht und feiert 80. Geburtstag. Völkl, Franz [FVO] (waldthurn@t-online.de)
Die Dorfkapelle Albersrieth ist dem heiligen Michael geweiht und feiert 80. Geburtstag.

(fvo) "Erzbischof Michael Buchberger hat das Gotteshaus persönlich konsekriert, erinnert sich Götz an den 24. Juni 1938. Vor 80 Jahren wurde der Bau der Kapelle in Albersrieth vollendet, trotz der kirchenfeindlichen Zeiten unter dem Diktat der Nationalsozialisten. Das war damals im Juni 1938 ein riesiges Fest. Wegen der vorausgegangenen hohen Belastung durch Arbeit und Finanzen stellte man die Fertigstellung des Zwiebelturmes zurück. Erst zwölf Jahre später wurde er fertig.

Das schmucke Kirchlein, das dem heiligen Michael geweiht ist, hat eine reichhaltige Geschichte und diese ist eng mit der Schule verbunden: 1924 begann in der neugebauten Schule in Albersrieth der Unterricht. Man hatte vom bischöflichen Ordinariat die Erlaubnis, im Lehrmittelzimmer die Schulmesse zu feiern. Die Kinder saßen dabei in den Bänken, hatten aber keinen Blick zum Altar; ein untragbarer Zustand. Dies war schließlich der Auslöser für die Planung zum Bau einer Dorfkapelle. Im Januar 1933 wurde von 16 Anwesenden der Kapellenbauverein gegründet, eine Satzung erlassen und Ökonomierat Johann Weig aus Albersrieth zum Vorsitzenden gewählt. Er und Pfarrer Georg Haller hatten nun für die kommenden Jahre die Verantwortung übernommen.

Beim Festgottesdienst, bei dem auch ehemalige Albersriether anwesend waren, verglich Pfarrer Götz die Steine des Gotteshauses mit Menschen, die sich als lebendige Steine von Jesus Christus sehen sollten. "Der Herr hat hier in Albersrieth vor acht Jahrzehnten seine Wohnung aufgeschlagen", sagte er bei der Feier in der kleinen Kirche. Es waren vier einheimische Dorfministranten am Altar. Silvia Stahl sprach die Lesung sowie die Fürbitten. Fünf Sängerinnen des Chors amicanti mit Lena Lukas, Barbara Wittmann, Anja Riedl sowie Theresa und Laura Anzer begleiteten die Messe. Die Anzer-Schwestern spielten abwechselnd am E-Piano und Anja Riedl begleitete beim Lied "Hymn" an der Gitarre.

Gut fünf Jahre älter als die Kirche ist der Kapellenbauverein. Seit über 85 Jahren verfolgt er den Zweck des Erhalts der Kapelle. "Unsere St. Michaels-Kapelle ist das einzige Gotteshaus in der Pfarrgemeinde, das dem Dorf gehört, nicht der Pfarrei", erklärt Vorsitzender Heinrich Weig. Als direkter Nachbar zum Gotteshaus führt Paulus Bodensteiner seit 45 Jahren die Mesnertradition, die auf dem Vitzbauernhof daheim ist, fort. Er hat sein Amt im Jahr 1973 von seinem Onkel Bartl (1964 bis 1973) übernommen. Zuvor war sein Vater Paul vom ersten Tag des Bestehens der Kapelle im Jahr 1938 der Mesner.


Silvia Stahl spricht beim Festgottesdienst die Lesung und die Fürbitten. Völkl, Franz [FVO] (<a href=waldthurn[at]t-online[dot]de)" title="" width="805" height="453" loading="lazy" decoding="async" class="img-responsive"/>
Silvia Stahl spricht beim Festgottesdienst die Lesung und die Fürbitten.
Einweihung Kirche Albersrieth am 24. Juni 1938 mit Bischof Michael Bucherberger (links) und den damaligen Waldthurner Pfarrer Georg Haller (Zweiter von links). Völkl, Franz [FVO] (<a href=waldthurn[at]t-online[dot]de)" title="" width="805" height="453" loading="lazy" decoding="async" class="img-responsive"/>
Einweihung Kirche Albersrieth am 24. Juni 1938 mit Bischof Michael Bucherberger (links) und den damaligen Waldthurner Pfarrer Georg Haller (Zweiter von links).
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