17.06.2019 - 10:53 Uhr
Altendorf bei PressathOberpfalz

Glück aus dem Ofen

Das Altendorfer Pizzafest lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Diesmal kommen aber nicht die Gäste zum Fest, sondern das Fest zu den Gästen.

Halb Altendorf ist auf dem Beinen, um das Pizzafest in Irchenrieth zum Erfolg werden zu lassen.
von Autor ISProfil

„Pizzafest Altendorf goes Irchenrieth“ stand in großen Lettern über dem Eingang des Heilpädagogischen Zentrums der Lebenshilfe für Behinderte (HPZ) in Irchenrieth. Dies war die Ankündigung einer außergewöhnlichen Aktion, die von der Dorfgemeinschaft Altendorf gestartet worden war.

Die kleine Ortschaft bei Pressath ist in der nördlichen Oberpfalz ein „Synonym“ für ihre Pizzen und das damit verbundene Zusammengehörigkeitsgefühl. Seit elf Jahren steigt in Altendorf immer im August ein Pizzafest. Der Erfolg der Veranstaltung hängt sicherlich mit der Qualität der Pizzen zusammen, aber auch mit der Verwendung des Erlöses. Es ist feste Tradition, dass das Geld an karitative und gemeinnützige Organisatoren gespendet wird.

Seit Beginn der Aktion wird auch immer wieder das HPZ in Irchenrieth mit Spenden bedacht und dadurch die herausragenden Leistungen des Zentrums und ihrer Verantwortlichen anerkannt. Die Bewohner der Tagesstätte regten gegenüber ihren Betreuern immer wieder an, das Pizzafest in Altendorf zu besuchen. Dies würde aber eine logistische Arbeit bedeuten, die für das Personal nicht zu stemmen ist.

Aber wenn die „Not“ am größten ist, kommt von irgendwem eine Lösung. „Wenn die Irchenriether nicht nach Altendorf kommen können, kommt einfach Altendorf nach Irchenrieth“, sagte sich die Dorfgemeinschaft und machte sich auf den Weg. Kurzerhand wurde ein in Altendorf bestens bewährter Pizzaofen nach Irchenrieth verfrachtet, der Teig in gewohnter Altendorfer Umgebung fertig gestellt und in das HPZ mitgenommen. Dort machten sich die Betreuer des HPZ unter Leitung der erfahrenen Altendorfer Susanne und Karlheinz Schraml daran, für die Heimbewohner Pizzen zu backen. Unterstützt wurden sie von Koch Andreas Lena, der zusammen mit Karlheinz Schraml rund 200 Pizzen in den Ofen schob und anschließend portionsgerecht zerteilte.

Zusammen mit Thomas Fritsch, dem Leiter der Förderstätte, und Gruppenleiterin Susanne Sindersberger begrüßte der aus Troschelhammer stammende Heimbewohner Sebastian Plößner die Altendorfer Delegation. Es sei der große Wunsch der Heimbewohner gewesen, ein Fest wie in Altendorf zu erleben, betonten Thomas Fritsch und Sebastian Plößner. Dieser hatte seinen Freunden im HPZ erzählt, dass es in Altendorf „runde Pizzen“ gebe und das wollten alle einmal hautnah erleben. Im Vorfeld des Festes hatten die Heimbewohner den Festplatz mit italienischem Flair versehen und selbst die Servietten und die Fähnchen in den italienischen Landesfarben ausgesucht. Selbstgebastelte Pizzastücke aus Papier dekorierten die Tische und sogar Petrus zeigte sich von seiner besten Sonnenseite.

Sebastian Plößner bedankte sich bei der Altendorfer Delegation, deren „gutes Herz und der enorme Fleiß“ es ermöglicht haben, den Heimbewohner eine derart große Freude zu machen. „Schön, dass es euch gibt“, betonten Plößner und Thomas Fritsch.

An Susanne Schraml überreichte Fritsch einen von der Mitarbeiterin Christine Konnerth gebastelten Pizzabäcker aus Holz. Außerdem erhielten die Altendorfer zum Dank eine Pizza aus Gummibärchen und eine von allen Heimbewohnern unterzeichnete Glückwunschkarte. Höhepunkt des Festes war aber der Auftritt von Heimbewohner Markus Hammerl, der mit seinem Akkordeon für Stimmung sorgte und abschließend noch einen zünftigen Schuhplattler aufs Parkett legte.

Das Plakat „Pizzafest Altendorf goes to Irchenrieth“.
Thomas Fritsch, Susanne Sindersberger und Sebastian Plößner begrüßen die Delegation aus Altendorf und bedankten sich für die gelungene Aktion.

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