Von Richard Braun
Obwohl das vorliegende Zahlenwerk keine Investitionen vorsieht, welche die Gemeindekasse überdurchschnittlich belasten würden und der Haushalt 2026 ohne Kredite zu finanzieren ist, sprach Kämmerer Thomas Bodensteiner bei den Vorberatungen des Haushalts von einem „harten Jahr“. Ursächlich dafür sind die überproportional hohen Ausgaben im Verwaltungshaushalt, welche auf die hohen Einnahmen an Umsatz- und Einkommenssteuer aus dem Jahr 2024 zurückzuführen sind.
Durch diese „Mehreinnahmen“ ist die Schlüsselzuweisung von 397.400 Euro im Vorjahr auf 261.600 Euro in diesem Jahr gesunken, während die Kreisumlage deutlich angestiegen ist. Wegen dieser Umstände war es nicht möglich, die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 34.000 Euro (ordentliche Tilgung) zu erwirtschaften. Ganz im Gegenteil. Um einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt zu erreichen, müssen aus dem Vermögenshaushalt 210.900 Euro dem Verwaltungshaushalt zugeführt werden.
Der Verwaltungshaushalt 2026 hat eine Höhe von 2.488.800 Euro und liegt um rund 230.000 Euro über dem des Vorjahres. Größte Ausgabeposten sind dabei die Personalausgaben in Höhe von 695.100 Euro und die allgemeinen Umlagen in Höhe von 861.600 Euro. Denen stehen Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an Einkommensteuer und Umsatzsteuer in Höhe von 700.500 Euro und aus der Schlüsselzuweisung in Höhe von 261.600 Euro gegenüber.
Breitbandausbau und Schule
Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 1.019.700 Euro (Vorjahr 1.143.200 Euro). Als größte Investition in diesem Jahr schlägt der Breitbandausbau mit 594.409 Euro zu Buche. Des Weiteren sind für die Ganztagsbetreuung der Kinder Investitionskosten in Höhe von 90.000 Euro vorgesehen. Diese fallen beim notwendigen Umbau von Räumen im Obergeschoss der Grundschule in Altendorf an. Dabei ist auch die Einrichtung einer Ausgabeküche vorgesehen. Weitere 150.000 Euro sind für ein Strukturgutachten zur Abwasserbeseitigung Altendorf – Trossau notwendig.
Im Gemeinderat reifen zudem Überlegungen für ein neues Baugebiet. Das Interesse in der Bevölkerung wäre vorhanden. Für den dafür notwendigen Grunderwerb werden 505.000 Euro eingeplant. Weitere Investitionen sind im Investitionsplan 2025 bis 2029 aufgelistet und haben ein Volumen von 2,2 Millionrn Euro.
Schulden abgebaut
Durch die sparsame Haushaltsführung der zurückliegenden Jahre und der Gewährung von Stabilisierungshilfe konnte die Verschuldung der Gemeinde auf 300.000 Euro gesenkt werden. Durch den Haushalt 2026 erhält die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde eine kleine Delle, die voraussichtlich bereits 2027 überwunden werden kann. Der Gesamthaushalt für das Jahr 2026 beträgt 3.508.500 Euro. Eine Kreditaufnahme für Investitionen ist nicht vorgesehen. Die Haushaltssatzung 2026 wurde ohne Gegenstimme befürwortet, ebenso der Stellenplan und der Investitionsplan 2025 bis 2029.
Die Gemeinde Altendorf bietet ab dem Schuljahr 2026/27 die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung für alle Kinder der Grundschulklassen 1 bis 4 an. „Um besser planen zu können, sollten bereits jetzt alle Kinder, die dieses Angebot annehmen wollen, bei der Gemeinde angemeldet werden“, so das Anliegen von Bürgermeister Markus Schiesl.
Buswartehäuschen in Planung
Ein weiterer Beschluss des Gemeinderates betraf die Errichtung eines Buswartehauses in der Fronhofer Straße. Dieses wird erforderlich, da seit dem Schuljahr 2025/26 alle Schüler aus der Gemeinde Altendorf der Realschule in Neunburg zugeteilt worden sind. Die Bushaltestelle ist jetzt in der Fronhofer Straße beim alten Feuerwehrhaus. Da sich hier auch der Parkplatz für die Besucher des Friedhofes befindet, soll dringend darauf geachtet werden, dass wegen des Bushäuschens keine Parkplätze verlorengehen, gab Bürgermeister Schiesl als Richtung für die Platzsuche vor. Infrage kommt deshalb eine Erweiterung der Überdachung am Feuerwehrhaus oder ein Bushäuschen am Beginn des Stanglberges. Entsprechende Pläne müssen erst noch ausgearbeitet werden, solange wurde die Beschlussfassung vertagt.
Gemeinde Altendorf - Haushalt 2026
- Verwaltungshaushalt: 2 488 800 Euro
- Vermögenshaushalt: 1 019 700 Euro
- Gesamthaushalt: 3 508 500 Euro
- Kreditaufnahme: nicht notwendig
- Hebesätze der Gemeindesteuern:* Grundsteuer A : 220 Prozent, Grundsteuer B: 210 Prozent, Gewerbesteuer: 350 Prozent



















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