23.07.2019 - 17:24 Uhr
AltendorfOberpfalz

Fronhof auf 200 Seiten

Schwere Zeiten haben die Feuerwehren in ihren Anfangsjahren. Sie sind schlecht ausgestattet. Die Gemeindekasse ist oft leer, somit kann keine Ausrüstung angeschafft werden. Auch die Bevölkerung hat kein leichtes Leben.

Bei der letzten Sitzung des Festausschusses der Feuerwehr Fronhof wurde die Festschrift mit Heimatbuch von Festleiter Peter Böckl präsentiert. Unser Bild zeigt die beiden Festleiter Peter Böckl (rechts) und Alfons Schmitzer jun. (links) zusammen mit Autor Hermann Haas.
von Hermann HaasProfil

All das ist nachzulesen in der Festschrift mit Heimatbuch, die von Hermann Haas verfasst wurde. Zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Fronhof, das vom 2. bis 4. August gefeiert wird, gestaltete er auf 200 Seiten einen Rückblick auf 125 Jahre Orts- und Feuerwehrgeschichte.

Haken und Eimer

Die Freiwillige Feuerwehr Fronhof wurde am 28. Oktober 1894 gegründet. Doch schon viele Jahre zuvor existierte in Fronhof eine Pflichtfeuerwehr. Dies ist in einem Schreiben des königlichen Bezirksamtes Nabburg vom 31. Juli 1878 vermerkt. In ganz früheren Jahren bestand die Ausrüstung der Feuerwehren lediglich aus Einreißhaken für das Gebälk und Ledereimern für das Löschwasser. Erst in späteren Jahren wurde eine primitive "Löschmaschine" ähnlich einer größeren Kübelspritze angeschafft. 1899 kaufte die Gemeinde eine Handdruckspritze auf einem vierräderigen Fahrgestell. Das Gerät war bis in die 50er Jahre im Einsatz. Schließlich stattete die Gemeinde ihre Feuerwehr 1955 mit einer neuen TS 8 mit Anhänger und kompletter neuer Ausrüstung aus.

Die für das 125-jährige Jubiläumsfest erstellte Festschrift, die reich bebildert ist, gibt einen ausführlichen Rückblick von der Gründung der Feuerwehr über die verschiedenen Ereignisse der letzten 125 Jahre bis in die Neuzeit. Auf den ersten Seiten dominieren Bilder des Festvereins, der Patenvereine und der hübschen Festdamen. Aber auch die mit dem Jubelfest verbundenen Vorfeiern sind schon eingehend beschrieben.

Adel und Abgaben

Der Leser erfährt dann in einer Zeitreise durch 125 Jahre von den Ereignissen der Feuerwehr von der Gründung bis zur Fahnenweihe 1970, vom neuen Gerätehaus 1990 und dem "Hundertjährigem" 1994. Aber auch das Dorffest und viele andere Festlichkeiten sind mit eingebunden.

Interessant ist das Kapitel über die Geschichte von Fronhof. Der Ort wird 1308 erstmals erwähnt. Erfasst ist, wie alt der Ort ist, welche Adelsgeschlechter auf dem Fronhofer Schloss saßen und welche Abgaben und Leistungen die Untertanen zu erbringen hatten. Das Schlossgut umfasste 543 Tagwerk Grund. Ab 1823 wurde es nach und nach aufgeteilt. Weiter sind in dem Band die Schlosskapelle und die Nepomukkapelle sowie die einzelnen Marterln beschrieben. Die beiden kirchlichen Gebäude wurden von den Feuerwehrmännern wiederholt renoviert und sind daher in sehr gutem Zustand.

In einem großen Abschnitt wird auch an die ehemalige Gemeinde Fronhof erinnert, die besonders bis in die 1970er Jahre unter Bürgermeister Georg Schmidl sehr rührig war. Damals war eine rege Bautätigkeit (Kanal, Wasserleitung, Gemeindestraßen und Brückenbau) zu verzeichnen. 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Altendorf.

Schließlich wird noch über die Handwerker, Kramerläden, die Mühle und die Fronhofer Sängerinnen und Zitherspieler berichtet. Auch der letzte Krieg und die schwere Zeit danach werden beschrieben. Der Eisenbahn, mit der in der Region eine ganz neue Zeit anbrach, ist ebenso ein Artikel gewidmet wie drei bedeutenden Fronhofer Persönlichkeiten, die das Leben im Ort mit prägten. Mit einigen heimischen Sagen und Ausdrücken schließt das gelungene Buch, auf dessen Einband eine doppelseitige Luftbildaufnahme von Fronhof zu sehen ist.

Verkauf läuft

Vorsitzender Peter Böckl war bei der Präsentation des Buches im Festausschuss von den aufschlussreichen Artikeln und den zahlreichen Bildern sehr angetan und betonte, dass diese Publikation in keinem Haushalt fehlen sollte. Man einigte sich auf einen Verkaufspreis von 15 Euro, wenngleich der tatsächliche Preis höher liege. Die Differenz werde durch Spenden aus der Geschäftswelt gedeckt, wofür Böckl dankte. Die Feuerwehrmänner und die Festdamen bieten die Bücher im Orts- und Gemeindebereich zum Verkauf an.

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