08.03.2020 - 10:30 Uhr
AltendorfOberpfalz

Gemeinde vor vielen Aufgaben

Gemessen an der Zahl der Besucher der Bürgerversammlung steht die Gemeindepolitik in Altendorf hoch im Kurs. Bürgermeister Georg Köppl informiert zum letzten Mal in seiner Amtszeit über das Geschehen des zurückliegenden Jahres.

In seiner letzten Bürgerversammlung informierte Bürgermeister Georg Köppl ausführlich über das Geschehen in der Gemeinde Altendorf.
von Richard BraunProfil

Der Wahlkampf ist derzeit auch in Altendorf ein dominierendes Thema bei den Bürgern, zumal zwei Kandidaten zur Wahl stehen. In der Bürgerversammlung wurde dieses Thema jedoch ausgeklammert. Hier ging es ausschließlich um die aktuelle Gemeindepolitik. Bürgermeister Georg Köppl konnte dazu den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf willkommen heißen.

In seinem Bericht nahmen statistische Zahlen einen großen Raum ein. Die Zahl der Einwohner hat sich bei 859 eingependelt. Bedauerlich findet es Bürgermeister Köppl, dass noch immer mehr Bürger die Gemeinde verlassen als zuziehen. Diesen Trend will die Gemeinde mit einem neuen Baugebiet "Wiegenäcker" stoppen. Die Verhandlungen dazu verlaufen bisher sehr positiv. Ein Gradmesser über die Aktivitäten einer Gemeinde ist der Vermögenshaushalt. Mit einem Volumen von 752 600 Euro wurde viel in die Infrastruktur investiert. Die größten Projekte waren der Bau der GVS Dürnersdorf-Enzelsberg und der Brückenneubau in Willhof.

Der Erhalt der Grundschule und des Kindergartens sind ein großes Anliegen der Gemeinde. Beide Einrichtungen gehören zu den vorrangigen Kriterien ansiedlungswilliger, junger Familien. Die Schülerzahlen sind derzeit mit 24 Schülern auf einem Tiefstand. Im Schuljahr 2020/21 wird sich die Zahl auf 33 Schüler erhöhen, und etwa die gleiche Zahl ist auch im darauffolgenden Schuljahr zu erwarten. In die digitale Ausrüstung der Schule hat die Gemeinde 10 000 Euro investiert.

Den Kindergarten "St. Andreas" besuchen derzeit 22 Kinder und zwölf Krippenkinder. In der Einrichtung werden auch mehrere "Gastkinder" betreut. "Es ist jedoch sicher, dass die Kinder aus dem Gemeindebereich Altendorf einen Betreuungsplatz bekommen werden", versicherte der Bürgermeister.

Der Breitbandausbau ist im Gemeindegebiet abgeschlossen. Jetzt steht noch die Durchführung des Mobilfunkförderprogramms aus. Dazu gab Thomas Prey von der VG-Nabburg aktuelle Informationen. Seit Januar 2019 besteht die Interessenbekundung für die Errichtung eines Mobilfunkmastes. Die Geister scheiden sich jedoch am Standort. Die Ursache hierfür ist die Definition der "weißen Flecken". Die Messungen der Telekom bevorzugen einen Standort an der Grenze zur Nachbargemeinde Niedermurach. Hier fehlt jedoch die Straßenanbindung und die Stromversorgung, was hohe Zusatzkosten bedeuten würde. Die Gemeinde bevorzugt dagegen den Kalvarienberg. Hier ist die Infrastruktur vorhanden und der Vorteil für den Ort größer. "In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", so der Bürgermeister.

Sehr gut entwickelt sich die Flurordnung Fronhof/Siegelsdorf. Die planungsrechtlichen Genehmigungen wurden durch das Amt für Ländliche Entwicklung erteilt. Der Baubeginn soll im Juli 2020 erfolgen. Schwerpunkt in diesem Jahr ist der Brückenbau in Oberkonhof. In der Investitionsliste kommen auch die vier Gemeindefeuerwehren nicht zu kurz. Der "größte Brocken" ist der Ankauf eines Fahrzeuges HLF 10 für die Feuerwehr Altendorf, der 2022 über die Bühne gehen soll. Bereits jetzt wurden Ausrüstungsgegenstände für die Wehren in Höhe von 34 000 Euro angekauft. Zu Ende seiner Ausführungen dankte Bürgermeister Köppl den vielen ehrenamtlichen Helfern, die einen wesentlich Anteil am Gelingen der Dorfgemeinschaft hatten.

In der anschließenden Diskussion ging es vorwiegend um die Geschwindigkeitskontrollen im Gemeindegebiet. Noch immer wird durch die Ortschaften viel zu schnell gefahren. Eine verstärkte Kontrolle durch die Kommunale Verkehrsüberwachung wurde mehrheitlich gefordert.

Am Ende der Bürgerversammlung ergriff Stellvertretender Landrat Jakob Scharf des Wort, der die Grüße des Landrates übermittelte. Mit anerkennenden Worten hob er die Leistungen von Bürgermeister Georg Köppl hervor, der in den 14 Jahren seiner Amtszeit die positive Entwicklung der Gemeinde entscheidend geprägt und ein gutes Umfeld geschaffen hat. Als "Politiker der leisen Töne", wie Jakob Scharf den Bürgermeister bezeichnete, hat Georg Köppl die Leerstandoffensive ins Leben gerufen, die weit über Bayern hinaus umgesetzt wird. Für diese Leistungen dankte der Stellvertretende Landrat im Namen des Landkreises und wünschte dem scheidenden Bürgermeister einen schönen Ruhestand.

In seiner letzten Bürgerversammlung informierte Bürgermeister Georg Köppl ausführlich über das Geschehen in der Gemeinde Altendorf.
Gemeindepolitik hat in Altendorf einen hohen Stellenwert.In der Bürgerversammlung war der Saal im Gasthaus Schießl bis auf den letzten Platz besetzt.
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