Wer aus Richtung Nabburg an der Schwarzach entlang Richtung Neunburg fahren will, ist bereits in Willhof mit einer Umleitung konfrontiert. Spätestens am Ortseingang von Altendorf ist die Durchfahrt verboten. Denn hier sind seit einer Woche Baufahrzeuge aktiv. Über die gesamte Länge der Staatsstraße 2040 (Nabburger Straße und Neunburger Straße) zieht sich die Großbaustelle. Weil das Staatliche Bauamt im Ort aktiv wird und in einem Abschnitt einen Vollausbau anpackt, nutzen nun auch Energieversorger und die Telekom die Gelegenheit, quasi in einem Aufwasch ihre Leitungen unter der Straße zu verlegen.
Kompakte Trafostationen
„Eigentlich laufen die Arbeiten schon seit Monaten“, informiert der Altendorfer Bürgermeister Markus Schiesl zusammen mit Thomas Prey von der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg. Er deutet auf das Traf-Häuschen am Ortseingang. „Das kommt weg, zwei weitere sind schon weg.“ Die bisherigen Bauwerke werden durch wesentlich kleinere Kompaktanlagen ersetzt, würfelförmige Konstruktionen, die kaum noch auffallen. Vor einer der abrissbereiten Trafostationen lagern bereits die riesigen Kabeltrommeln: bereit für die Aufrüstung, die das Bayernwerk hier plant.
Mit neuer Technik wie beispielsweise E-Autos haben sich auch die Anforderungen an die Stromversorgung geändert. Da sei ein stabileres Netz gefragt, meint Schiesl. Die Landwirte mit Feldern und Wiesen rund um Altendorf müssen dann ein paar Strommasten weniger umfahren. „Der innere Ring kommt weg“, freut sich der Bürgermeister über die Leitungen, die dann aus der Landschaft verschwinden.
Glasfaser für alle
Den Kabelgraben für Strom nutzt auch die Telekom für den Glasfaser-Ausbau. „Der Strang wird durch ganz Altendorf gehen, den kompletten Hauptort versorgen, außerdem Fronhof, Trossau, Schirmdorf und Willhof“, erklärt Schiesl, „da ist was los.“ Auch die Fronhofer Straße wird aufgerissen. Bislang laufen die Daten im Hauptort über Kupfer, was zwar ganz gut funktioniere, aber eben mit begrenzter Leistung – und „auf Dauer nicht mehr zukunftsfähig“. Auf etwa drei Viertel schätzt Schiesl die Zahl der Haushalte, die von dem Ausbau nun profitieren. „Die Gemeinde nimmt dafür auch selbst Geld in die Hand“, betont VG-Leiter Thomas Prey und hat die Zahlen parat: Auf rund 593.000 Euro belaufen sich die Gesamtkosten, rund 534.000 Euro trägt der Freistaat. Die Gemeinde mit 930 Einwohnern muss knapp 60.000 Euro berappen, also etwa zehn Prozent.
Aktuell erstreckt sich die Baustelle bis zum früheren Dorfladen. „Sie wird sich aber immer mal wieder verschieben“, gibt Schiesl zu bedenken. Ihren Höhepunkt erreicht die Großbaustelle dann, wenn auch die Bautrupps des Staatlichen Bauamts anrücken. Unter der Regie der Behörde steht für einen Teil der Ortsdurchfahrt im Bereich der Engstelle Richtung Zangenstein ein Vollausbau an.
Straßenbau ab Mitte August
„Das betrifft vor allem die Tiefe, an der Breite können wir wenig ändern“, verdeutlicht der VG-Chef. Am 9. Juli endet die Ausschreibung für diese Maßnahme, die auch die Wasserversorgung umfasst. Vorausgegangen ist in dem dafür anvisierten 120 Meter langen Abschnitt in der Neunburger Straße ein Kanalschaden, der Kanal wird nun saniert. Prey rechnet damit, dass dieser zweite Teil Mitte August starten kann, wenn die Arbeiten im Bereich Richtung Nabburg weitgehend beendet sind. Während letztere die Anwohner nur durch einen Kabelgraben beeinträchtigen, sieht es beim Straßenbau anders aus: Es gibt eine Vollsperrung. „Da fehlt dann die Straße komplett, darauf sollten sich die Anwohner einstellen“, so der Bürgermeister. „Vor Baubeginn soll es aber noch eine Info-Veranstaltung mit den Details geben“, beruhigt Prey.
Während Ortskundige aktuell noch eine Chance haben, ihr Ziel ohne große Umwege zu erreichen, muss der Durchgangsverkehr bis Ende des Jahres mit einer weiträumigen Umfahrung rechnen. Das sei schon wegen des Schwerlastverkehrs nicht zu vermeiden, sagt Prey. Die Umleitung führt aus Richtung Nabburg über Willhof, Guteneck, Oberkatzbach und Dürnersdorf sowie Pertolzhofen Richtung Neunburg – und umgekehrt auch zurück.
Kleine Verbesserungen
Am Ende ist zumindest mit kleinen Verbesserungen am Ortsausgang Richtung Zangenstein/Neunburg zu rechnen. An einer Stelle konnte das Staatliche Bauamt ein Grundstück erwerben. Dort weichen nun die Mauern dem Verkehr, und es wird eine Ausweichstelle geschaffen. „Wir werden allerdings keine Häuser versetzen können, um die volle Breite einer Staatsstraße erreichen zu können“, stellt Prey klar. Bis die Altendorfer von den Verbesserungen profitieren können, werden noch einige Monate ins Land gehen, in denen viel Geduld gefordert ist. „Jeder will voll versorgt sein, aber die Bauphasen sind nur schwer zu akzeptieren“, seufzt der Bürgermeister und freut sich auf die Zeit danach, wenn die Widrigkeiten wieder schnell vergessen sind.

















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