13.09.2019 - 09:51 Uhr
AltendorfOberpfalz

Haushalt auf Kante genäht

Der Haushalt 2019 der Gemeinde Altendorf ist unter Dach und Fach. Das Volumen von 2 397 800 Euro liegt knapp 18 Prozent unter den Zahlen des Vorjahres. Kämmerer Fritz Lobinger erklärt, warum.

Der Neubau der Murachbrücke in Oberkonhof steht nächste Jahr auf dem Plan. Dies geschieht im Rahmen der Dorfsanierung Fronhof und wird entsprechend gefördert.
von Richard BraunProfil

Fritz Lobinger hat 138 Seiten alle Finanzbewegungen der Gemeinde Altendorf aufgelistet. Vor der Beratung des neuen Haushaltes warf er einen Blick auf die Zahlen des vergangene Jahrs. Im Verwaltungshaushalt schloss der Haushalt mit 1 848 700 Euro und im Vermögenshaushalt mit 1 071 500 Euro ab. Dem Vermögenshaushalt konnten 229 772 Euro für Investitionen zugeführt werden. Dies bedeutete eine Steigerung gegenüber dem Ansatz von 8 372 Euro. Bedingt durch nicht vorhersehbare Kostensteigerungen auf allen Gebieten hatten sich außerplanmäßige Ausgaben von 47 000 Euro ergeben. Diese wurden vom Gemeinderat genehmigt.

In diesem Jahr schließt der Verwaltungshaushalt (laufendes Geschäft) mit 1 645 200 Euro (Verringerung von 11 Prozent zum Vorjahr) und im Vermögenshaushalt (in erster Linie Investitionen) mit 752 600 Euro (Verringerung von 29,8 Prozent) ab. Die Gemeinde muss mit geringeren Gewerbesteuereinnahmen und einem Rückgang der Schlüsselzuweisung auskommen. Zusammengenommen fallen die Steuereinnahmen der Gemeinde um rund 107 100 Euro geringer aus. Die Steuerkraft der Gemeinde beträgt derzeit 670,41 Euro je Einwohner. Sie liegt um 13,9 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 778 Euro. Die Schulden der Gemeinde werden Ende 2019 mit 790 251 Euro oder 917,83 Euro pro Kopf zu Buche schlagen. Die Rücklage der Gemeinde beträgt 259 594 Euro. Für 2019 ist eine Rücklagenentnahme geplant.

Die Hebesätze für die Grundsteuer A (350 v. H.) und Grundsteuer B (330 v. H.) bleiben unverändert. Die größten Posten auf der Einnahmeseite sind im Verwaltungshaushalt der Einkommenssteueranteil von 503 700 Euro, die Schlüsselzuweisung in Höhe von 334 300 Euro und die Erstattungen von Ausgaben des Verwaltungshaushaltes von 216 500 Euro.

Die Einnahmenseite im Vermögenshaushalt 2019 stellt sich nicht so günstig dar. Die Investitionen müssen durch eine Kreditaufnahme (250 000 Euro) und eine Rücklagenentnahme von 109 200 Euro finanziert werden. Hinzu kommen noch 222 400 Euro an Zuweisungen und Zuschüsse und 103 500 Euro an Grundstücksverkäufen. Die größte Investition in diesem Jahr ist die Brückensanierung in Willhof mit einem Kostenaufwand von 377 000 Euro. Die Sanierungskosten erhöhten sich um rund 100 000 Euro gegenüber der Kostenschätzung. Hinzu kommen noch die Endabrechnungen für den der Bau der Gemeindeverbindungsstraße Dürnersdorf - Enzelsberg, die Breitbanderschließung und die Sanierung des Dorfplatzes in Fonhof.

Die Neugestaltung des Leichenhauses in Willhof schlug bisher mit 41 000 Euro zu Buche. Weitere Kosten in Höhe von 8900 Euro werden für dieses Jahr erwartet. In Altendorf wurde in die Gestaltung des Friedhofes 10 000 Euro investiert.

Auch in den kommenden Jahren stehen größere Investitionen ins Haus. Der Wegebau in Oberkonhof samt Neubau der Murachbrücke ist 2020 vorgesehen. Die Planungen laufen. Nach dem derzeitigen Stand wird hierfür eine weitere Kreditaufnahme von 100 000 Euro erforderlich, die jedoch laut Lobinger zu keiner Netto-Neuverschuldung führen wird. Denn die Gemeinde will gleichzeitig entsprechend tilgen. Auch in das Feuerschutzwesen muss kräftig investiert werden. Die vier Wehren der Gemeinde werden mit neuen Schutzanzügen ausgestattet. Zusammen mit weiteren Ausrüstungsgegenständen ergeben sich Aufwendungen von 21 600 Euro. Für das Jahr 2021 ist der Ankauf eines Löschfahrzeuges für die Feuerwehr Altendorf ins Auge gefasst. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 260 000 Euro. Der Haushalts-, Stellen- und Investitionsplan wurde vom Gemeinderat einstimmig genehmigt.

Für Fritz Lobinger, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Nabburg, war es der letzte Haushalt in seiner beruflichen Laufbahn. 2020 geht er in Ruhestand.

Der Neubau der Schwarzachbrücke bei Willhof schlug mit 377 000 Euro zu Buche. Die Gemeinde musste die Summe ohne staatliche Förderung stemmen.
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