01.03.2020 - 13:43 Uhr
AltendorfOberpfalz

Hohe Schulden drücken

Bereits zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt verabschiedet die Gemeinde Altendorf den Haushalt für das Jahr 2020. Mit einem Gesamtvolumen von 2.919.800 Euro liegt er deutlich über dem des Vorjahres mit 2,4 Mio Euro.

Der Neubau der Murachbrücke bei Oberkonhof stellt die größte Baumaßnahme in diesem Jahr dar. Mit den Arbeiten soll im Juli begonnen werden.
von Richard BraunProfil

Die anstehenden Kommunalwahlen bezeichnete Bürgermeister Georg Köppl als Grund für den frühen Haushalt. Für die bevorstehenden Aufgaben braucht die Gemeinde Planungssicherheit. Die Eckpunkte des neuen Haushaltes erläuterte Kämmerer Thomas Bodensteiner von der VG Nabburg. Der Verwaltungshaushalt wird in den Einnahmen und Ausgaben auf circa 1,7 Millionen Euro festgelegt. Er liegt damit um 96 600 Euro über dem des Vorjahres. Ein Grund dafür sind die gestiegenen Personalausgaben in Kindergarten und Krippe. 22 Kindergartenkinder und zwölf Krippenkinder erfordern auch mehr Personal. Gestiegen ist auch die Umlage an die VG Nabburg, die sich in diesem Jahr mit 212 183 Euro deutlich erhöht hat. Haupteinnahmen sind der Gemeindeanteil an der Umsatz- und Einkommenssteuer in Höhe von 548 000 Euro und die Schlüsselzuweisung von 305 500 Euro.

Einen deutlichen Anstieg erfährt der Vermögenshaushalt von 752 600 Euro auf 1 178 000 Euro in diesem Jahr. Hier sind die Haupteinnahmequellen Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen in Höhe von 960 200 Euro. Auf der Ausgabenseite schlagen die Wegebauvorhaben in Oberkonhof einschließlich der Neubau der Murachbrücke mit 787 700 Euro zu Buche. Für den Waldwegebau "Schmelzbrunnweg" sind weitere 115 000 Euro eingeplant.

Das Sorgenkind im Haushalt ist die Höhe der Verschuldung. Sie liegt bei 777 051 Euro, dies entspricht einer Prokopfverschuldung von 921 Euro je Einwohner. Der Landesdurchschnitt für Gemeinden gleicher Größe liegt bei 537 Euro je Einwohner. Hier zeigt sich für den Gemeinderat Handlungsbedarf. Um eine Haushaltskonsolidierung zu erreichen, will die Gemeinde einen Antrag auf Stabilitätshilfe beim Freistaat stellen. Zuvor muss die Gemeinde aber bestimmte Vorleistungen erbringen. Dazu gehört auch die Anhebung der Realsteuern. Die neuen Hebesätze betragen für die Grundsteuer A 400 von Hundert, für die Grundsteuer B 380 von Hundert und für die Gewerbesteuer 350 von Hundert. Für die Gemeindekasse bedeutet dies ein Einnahmeplus von rund 30 000 Euro. Als Kreditaufnahme sind 100 000 Euro vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte der Haushaltssatzung für das Jahr 2020 einstimmig zu. Ebenfalls einstimmig wurde das Finanz- und Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2023 und der Stellenplan verabschiedet.

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