Altenstadt bei Vohenstrauß
11.10.2018 - 11:58 Uhr

Ärger über "Krampf"-Anträge

Der Fiedlbühler Werner Bäumler besucht erstmals eine Bürgerversammlung und ist begeistert über die Informationen. Allerdings verhehlt er auch nicht, warum er bisher nie gekommen ist. Schuld waren die unsachlichen Anträge.

Werner Bäumler aus Fiedlbühl ärgert sich über "Krampf"-Anträge eines Altenstädters und bezieht Stellung. Bild: dob
Werner Bäumler aus Fiedlbühl ärgert sich über "Krampf"-Anträge eines Altenstädters und bezieht Stellung.

Der Fiedlbühler Werner Bäumler war zum ersten Mal in einer Bürgerversammlung und begeistert über die vielen Informationen. Allerdings verhehlt er auch nicht, warum er bisher nie gekommen ist. Schuld waren die unsachlichen Anträge. "Wenn man in einer Bürgerversammlung 20 Minuten über Hundekot auf den Straßen, Wiesen und Feldern reden kann und muss, dann läuft in unserer Stadt und Großgemeinde sehr viel richtig", lautete Bäumlers Fazit.

Im Vergleich zur Zusammenkunft in Roggenstein war die Versammlung im Sportheim schon etwas brisanter. Allerdings schien es bei vielen Anregungen nur darum zu gehen, eine lebhafte Diskussion anzustoßen. Richtige Probleme kamen an diesem Abend jedenfalls nicht auf den Tisch. Genau diesen Eindruck gewann offenbar auch Bäumler. "Ich bin seit Jahren auf keiner Bürgerversammlung gewesen, weil ich immer den Eindruck gewann, was hier an Anträgen gestellt wird, ist unsachlich." Ohne Namen zu nennen, lasse sich das nicht wegdiskutieren.

"Den Mitarbeitern der Stadt Vohenstrauß will ich dahingehend den Rücken stärken. Sowohl im Bauhofbereich mit der Mannschaft um Außendienstleiter Karl Frey als auch in der kommunalen Verwaltung." Er gewinne den Eindruck, dass von der Hierarchie und der Führungseigenschaft der verantwortlichen Personen Freiräume gelassen werden. Das heißt: "Wenn ich im Bauhof etwas brauche und jemand um etwas frage, bekomme ich immer eine kompetente Auskunft. Es wird sich auch getraut zu sagen, wir machen das oder wir machen das nicht."

Das sei bestimmt nicht in allen Kommunen so problemlos möglich, und oft müssten die Rathauschefs herangezogen werden. "Wenn der Bürgermeister alles entscheiden muss, dann geht nichts vorwärts." In Vohenstrauß laufe das vorbildlich. Sollte doch einmal Kritik auftauchen, wie an diesem Abend von Franz Seidl, dann sollte der Bürgermeister seinen Mitarbeitern weiterhin den Rücken stärken, dass diese auf der Straße weiter dazu stehen können, offen anzusprechen, wenn fadenscheinige und "Krampf"-Anträge bei Bürgerversammlungen gestellt werden. Vorausgegangen war eine von Seidl ins Spiel gebrachte Aussage eines städtischen Mitarbeiters, die der Altenstädter als Beleidigung empfand. Allerdings habe ein solches Privatproblem nichts in einer Bürgerversammlung zu suchen, da diese ja öffentlich sei, meinte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer.

Er habe mit Seidl bereits ein Gespräch geführt und sei der Meinung gewesen, dass es sich erledigt hätte. Seidl beharrte aber auf einer persönlichen Entschuldigung. Bäumler versicherte, er hätte nicht anders gehandelt. "Ich sage das so deutlich, weil ich genauso gehandelt hätte." Bei der Stadt Vohenstrauß habe er den Eindruck, werden die Mitarbeiter mit Kompetenzen ausgestattet und deswegen geht auch etwas vorwärts." Für dieses klare Bekenntnis bekam der Fiedlbühler Applaus der 24 Zuhörer und 11 Stadträte.

Wutzlhofer wertete diese Aussage so, dass bei den vielfältigen Arbeiten und den Belangen die eine Kommune mit 7500 Einwohnern und 6 Ortsteilen zu behandeln hat, Außendienst und Amtsleiter im Bauamt, Finanzverwaltung oder Geschäftsleitung ihre Freiräume haben. "So lange keine Probleme auftauchen, warum soll da ein Bürgermeister in irgendeiner Form eingreifen, wenn er weiß, der Laden ist gut bestellt und hier wird gut gearbeitet."

Wutzlhofer sprach seinen Mitarbeitern ausdrücklich ein dickes Lob aus: "Ich bin froh, dass ich solche Leute hinter mir habe." Bäumler meinte, er komme gerne wieder auf eine Bürgerversammlung, denn bei ihm war an diesem Abend ein ganz anderer Eindruck hinterblieben. Allein das Referat des Rathauschefs sei sehr informativ gewesen. "Das ist Gold wert." Ihm war nicht bekannt, welche Ausmaße das Vohenstraußer Gewerbegebiet zukünftig annimmt.

 
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