Altenstadt bei Vohenstrauß
11.10.2018 - 11:07 Uhr

Biber wütet im Leraubach

Für den einen ist der Biber ein possierlicher Nager, für den anderen ein großes Ärgernis. Monika Mages macht ihrem Unmut in der Bürgerversammlung in Altenstadt Luft. Eine richtige Hilfe kann ihr aber niemand versprechen.

Da hat der kleine Nager stattliche Spuren hinterlassen. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn. Bild: dob
Da hat der kleine Nager stattliche Spuren hinterlassen. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn.

Der Biber ist das größte Nagetier Deutschlands und galt lange als ausgestorben. Doch in der Region breitet er sich zunehmend aus, zum Leidwesen der Bach-Anrainer und Weiherbesitzer. Monika Mages meldete sich zu diesem Thema bei der Bürgerversammlung in Altenstadt zu Wort, um „über den wichtigsten Bewohner unserer Gemeinde abzulästern“. Am Leraubach baue das geschützte Tier einen Staudamm nach dem anderen. Schon sechs Meter vor dem eigentlichen Bachlauf sei sie bis zu den Unterschenkeln eingesunken. Betroffen sei nicht nur sie mit ihrem Grundstück an der Neumühle sondern auch Helmuth Reinl.

„Der Biber hat das so toll gebaut, das bringt ein Außendienstleiter Karl Frey nicht so toll zusammen“, stellte Mages voller Ironie über den tierischen Baumeister fest. Man komme nicht einmal mit einem Pickel mehr in das Bauwerk. Der Bach werde jedenfalls so mehrmals aufgestaut und könne nicht mehr geregelt abfließen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer berichtete, dass sich auch am Rückhaltebecken am Bauhof eine Biberfamilie aufhält. „Leider ist der Biber geschützt. Man darf ihn aber fangen“, berichtete der Rathauschef. Das habe die Stadt auch schon mit Lebendfallen umgesetzt. „Allerdings gibt es Leute, die da hingehen und das Tier wieder in die Freiheit entlassen. Das passiert.“

Die Stadt habe keine rechtliche Handhabe dagegen anzugehen. Lediglich die Erlaubnis zu bejagen, aber nicht in befriedeten und bewohnten Bereichen. „Uns sind da die Hände gebunden.“ Möglicherweise müssten man eine Petition an die bayerische Staatsregierung machen. Er könne aber nicht sagen, ob die von Erfolg gekrönt sei. Fest steht jedoch, dass der Biber geschützt ist. „Mit diesen Misslichkeiten müssen wir leben“, nahm Wutzlhofer der Antragstellerin jegliche Hoffnung auf Besserung. Für das Entfernen eines solchen Biberbaus brauche man ein schweres Gerät. Per Hand werde das unmöglich, sagte Mages. Frey versprach, sich das Bauwerk einmal anzusehen und eventuell den Rückstau aufzulösen. Allerdings dauere es nicht lange und die nächste neue Staustufe lasse nicht lange auf sich warten.

Am kleinen Leraubach zwischen Kößlmühle und Neumühle lebt sich der Biber aus und schafft mit den verschiedenen Bauten stattliche Werke. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn. Bild: dob
Am kleinen Leraubach zwischen Kößlmühle und Neumühle lebt sich der Biber aus und schafft mit den verschiedenen Bauten stattliche Werke. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn.
Kaum zu glauben, was dieses Tier schafft. Neben der Biberbehausung hat Monika Mages eine kleine Rinne freigeräumt, damit das Wasser wenigstens ein bisschen abfließen kann. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn. Bild: dob
Kaum zu glauben, was dieses Tier schafft. Neben der Biberbehausung hat Monika Mages eine kleine Rinne freigeräumt, damit das Wasser wenigstens ein bisschen abfließen kann. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn.
Es gibt große und kleine Staustufen im Leraubach zu bewundern. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn. Bild: dob
Es gibt große und kleine Staustufen im Leraubach zu bewundern. Was den Naturschützer Stolz macht, treibt den Landwirt zum Wahnsinn.
Bilderbuchmäßig wurde dieser stattliche Baum vom Biber gefällt. Bild: dob
Bilderbuchmäßig wurde dieser stattliche Baum vom Biber gefällt.
Da hat der Biber ganze Arbeit geleistet. Bild: dob
Da hat der Biber ganze Arbeit geleistet.
Mit ganz unterschiedlichen Architekturen macht sich der Biber an der Lerau zu schaffen. Bild: dob
Mit ganz unterschiedlichen Architekturen macht sich der Biber an der Lerau zu schaffen.
Infolge der Biberbauten stauen sich richtige kleine Teiche an der Lerau an. Bild: dob
Infolge der Biberbauten stauen sich richtige kleine Teiche an der Lerau an.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.