Über dem Faschingszug in Altenstadt bei Vohenstrauß hingen am Sonntagmittag dunkle Regenwolken, die sich ausgerechnet zum Start entluden. Die Narren ließen sich aber nicht beirren und feierten trotzdem begeistert. Präsident Christoph Gollwitzer, der das ganze organisiert hatte, lächelte vom Prinzenwagen herab die Regentropfen einfach weg.
Die beste Idee zu diesem Regenwetter hatte wohl die Siedlergemeinschaft Altenstadt mit ihrem Vorsitzenden Albert Schuhmann, die sich einfach, frei nach dem Motto „Regen ohne Unterlass“ eine Gießkanne auf das Haupt setzten und damit nicht nur einen echten Hingucker, sondern auch für ausreichend Regenschutz sorgten.
Von Fuchs und Hühnern
Keineswegs nur die große Politik, auch mit Lokalkolorit wurden Begebenheiten und der alltägliche Wahnsinn auf die Schippe genommen. Farbenfroh war der Umzug in jedem Fall. „Nun sieht’s auch der Söder ein, Wind und Sonne müssen sein! Weil der Söder lange pennt – uns beim Strom die Zeit verrennt“, dichteten die Freien Wähler (FW) mit Stadtrat Martin Gleixner.
Der CSU-Ortsverband mit Bürgermeister Andreas an der Spitze stellte mit den Köpfen der Ampelregierung fest: „Ampel hin, Ampel her, in GER läuft nix mehr!“ Sie machten mit der „Regierungs (Geh) Ampel“ auf sich aufmerksam. Zur „Macht vom Elm“ schlossen sich die SV-Fußballer mit der KLJB aus dem Ortsteil Waldau zusammen. Auf ihrem Wagen war zu lesen: „Die Dörfer der Umgebung sterben dank der Politik in Vohenstrauß.“ Auf die Fuchsplage in der Region spielte der Katholische Burschenverein an: „Ist der Hühnerhalter sauer, war der Fuchs schon wieder schlauer.“ Außerdem war auf dem Wagen zu lesen: Mitglieder des Katholischen Frauenbunds machten sich das Fuchs-Thema ebenfalls zu eigen und schlüpften deswegen in Fuchs-Kostüme. Außerdem forderten sie: „Her mit meine Hehna“.
Kindergarde 2027
Der Vohenstraußer Jungg’sell’n Club knöpfte sich die Rosenquarzstadt Pleystein mit dem abgebrochenen Maibaum vor. „Pleystein, die Erfahrung is a ned a so da – Oba des wird scho“, sprachen sie den Aufstellern für dieses Jahr Mut zu. Ein ums andere Mal knickte der Maibaum um und wurde im selben Zug wieder aufgerichtet. Die jungen Männer des Katholischen Burschenvereins dichtete dagegen zum Unfall der Ordnungshüter auf dem Fußballplatz in Altenstadt: „Bäume gezogen, Pfosten verbogen, wer ist denn da durchs Netz geflogen?“
Der Faschingsverein Vohenstrauß führte die Kindergarde 2027 mit einem Kindergarde-Aufzuchtset vor. „Wir hegen und pflegen unseren Nachwuchs. Hier sprießt die Kindergarde von morgen.“ Die Fitnessgeräte am Bocklradweg waren der Fußgruppe „Muckes“ einen Faschingsspaß wert. „Fitnessgeräte auf freier Flur, da fragt man sich, was soll das nur? Wer will denn so was haben, wir hätten doch andere Ausgaben“, prangerten sie diese Anschaffung an. Mit „Die letzte Musik-Generation, eine Generation ohne Kleber“, nahm sich Kapellmeister Josef Wolfrath mit der Roggensteiner Jugendkapelle eines packenden Themas an. „Frühschoppen schaffen Lösungen“ und „Wir kleben für die bayerische Kultur“, meinten die Kulturaktivisten aus dem Luhetal.
Vorlieben des Prinzen Florian III. mit seiner Prinzessin Nicole I. wurden ebenfalls publik gemacht. „Es daugt kein Deutz, kein Claas und kein John Deere, der Prinz wünscht sich an Fendt, drum steh ich hier.“ Die musikalische Begleitung übernahmen Musiker des Vereinsorchesters aus Waidhaus. Anschließend feierten die Narren in den hiesigen Gaststätten richtig ab.

























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