18.04.2019 - 09:55 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Die Feuerwehr ist Teil der Heimat

Freundschaft und Zusammenhalt der Kameraden bringen nicht nur drittem Bürgermeister Johann Gollwitzer unbändige Freude ins Herz.

Josef Hartwich (vorne, Zweiter von links) und Anton Striegl (vorne, Zweiter von rechts) sind seit 60 Jahren Mitglied der FFW Altenstadt. Dafür wurde ihnen eine Ehrung zuteil. Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer (vorne, links) scheidet altersgemäß aus dem aktiven Dienst. Kommandant Klaus Rupprecht (hinter Reihe, Vierter von rechts) und Vorsitzender Florian Lukas (hinten, Sechster von links) nahmen außerdem einige Beförderungen und weitere Ehrungen vor.
von Elisabeth DobmayerProfil

Für dritten Bürgermeister Johann Gollwitzer ist „die Feuerwehr ein Teil seiner Heimat“. Insbesondere die Freundschaft und der Zusammenhalt unter den Kameraden brachten ihm stets unbändige Freude ins Herz. Aus Altersgründen schied er nun aus dem aktiven Dienst aus. Gollwitzer erinnerte sich noch ganz genau an das erste Leistungsabzeichen, das er im Jahre 1969 ablegte. Nicht minder ist das Engagement der ehrenamtlichen Floriansjünger zu sehen, die im abgelaufenen Jahr 41 Einsätze meisterten und dabei insgesamt 500 Stunden ihrer Freizeit zum Wohle der Bevölkerung opferten.

In der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Altenstadt im Gasthaus „Grüner Baum“ gab Kommandant Klaus Rupprecht einen ausführlichen Bericht der 37 aktiven Wehrleute ab, darunter fünf Frauen. Rupprecht war stolz, dass alle 18 Atemschutzträger die Übung in der Teststrecke in Neuhaus positiv absolvierten. Die nicht ganz leichte Aufgabe eines Atemschutzgeräteträgers nehmen bei der Ortsteilfeuerwehr auch drei Frauen wahr. Zusätzlich beteiligten sich zehn Wehrleute an der gemeinsamen CSA-Ausbildung mit den Kollegen der Stützpunktwehr Vohenstrauß, informierte Rupprecht. Die Einsätze untergliedern sich in 10 Brandeinsätze und 26 technische Hilfeleistungen. Darunter vier Verkehrsunfälle. Weiterhin stellten die Floriansjünger 3 Sicherheitswachen, und es galt 2 sonstige Einsätze zu meistern. Rupprecht wartete an diesem Abend mit bemerkenswerten Zahlen auf. Laut Statistik waren insgesamt 380 Feuerwehrdienstleistende bei allen Einsätzen beschäftigt. Die erheblichen und arbeitsreichen Unwettereinsätze am 9. Juni und 23. September hob Rupprecht eigens heraus.

Die Einsatzbewältigung unter Stress könne nur bei ausreichender Übung professionell abgearbeitet werden. Insgesamt standen im abgelaufenen Jahr 45 Übungen auf dem Programm. Die Übungseinheiten belaufen sich auf 766 Stunden. Als Höhepunkte bezeichnete der Kommandant das Üben im Brandcontainer oder die Heißausbildung bei der Feuerwehr in Amberg und den Atemschutzwettbewerb. Die Summe der Lehrgangsstunden pendelten sich bei 208 ein, die bei 9 Lehrgängen von 31 Teilnehmern anfielen. Zu den Lehrgängen zählt auch der Erwerb des Feuerwehrführerscheins, der zum Führen eines Einsatzfahrzeuges bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 7,49 Tonnen berechtigt. Die Stadt Vohenstrauß beschaffte für die Ortsteilwehr 4 Lungenautomaten, 4 Atemschutzmasken, Überjacken, Helme, Hosen und Stiefel und bezahlte die Ausbildung für 2 Feuerwehrführerscheine. Finanziell beteiligte sich der Verein an der Beschaffung der Stiefel und diverser Kleidungsstücke, sagte Rupprecht. Mit Lisa-Marie Bayer, Stefanie Rösch, Anja Spickenreuther und Michael Striegl stießen vier Nachwuchskräfte zu den Aktiven. Rupprecht dankte am Ende der Stadt und insbesondere dem Kämmerer Rainer Dötsch für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit. Sein Dank galt auch seinem Vertreter Christoph Gollwitzer für die immense Unterstützung sowie Gerätewart Markus Balk. Der Feuerwehrverein nimmt im gesellschaftlichen Dorfleben mit seinen 209 Mitgliedern eine absolute Spitzenposition ein.

Vorsitzender Florian Lukas gab den zahlreichen Versammlungsteilnehmer einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten. Nicht nur für die Altenstädter sondern für ganz Vohenstrauß stellt das Johannisfeuer der Feuerwehr an der Neumühlstraße einen gesellschaftlichen Höhepunkt zur Sonnwende dar. Für den Vorsitzenden ist es ein Anliegen, dass die Begleitung verstorbener Mitglieder bei der Beerdigung als Sargträger und mit einer Fahnenabordnung weiterhin gewährleistet werden kann. Deswegen appellierte er an alle Vereinsmitglieder, diese Tradition zu unterstützen. „Es ist nicht immer leicht bei derart kurzfristigen Terminen mindestens sechs Personen zu stellen“. In Personalunion ist Lukas weiterhin Jugendwart. Derzeit hat die Wehr acht aktive Jugendliche, davon sechs Buben und zwei Mädchen. Insgesamt trafen sich die Nachwuchskräfte bei 19 verschiedenen Terminen und brachten somit 369 Stunden ein. In diesem Jahr steht die offizielle Gründung der Kinderfeuerwehr an, in der sich 19 Mädchen und Buben wohlfühlen, berichtete Rebecca Rupprecht, die sich im 14-tägigen Rhythmus bei den Gruppenstunden mit den Kindern trifft.

Markus Schönberger legte einen detaillierten Finanzbericht vor. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wird den Antrag auf Anschaffung eines Mannschafts-Transportfahrzeugs an die Fraktionen und dem Stadtrat weitergeben. Begründet wird der Antrag der Verantwortlichen damit, dass Feuerwehrkräfte nach der Alarmierung vielfach mit dem Privatauto zur Einsatzstelle fahren oder keine Mitfahrgelegenheit zum Einsatz haben und deshalb wieder nach Haus zurückkehren müssen. Wutzlhofer berichtete auch über die Inspektionen bei den einzelnen Feuerwehren in der Großgemeinde durch die Kreisfeuerwehrführung. Von deren Seite wird den einzelnen Feuerwehren großartige und vorbildliche Arbeit bescheinigt. Der Bürgermeister freute sich, dass mit den oft nicht ganz billigen Einsatzgeräten in vorbildlicher Weise umgegangen werde. Für die Ortsteilwehr bringe die Stadt für den laufenden Unterhalt 26 000 Euro auf. Dank zollte das Stadtoberhaupt auch Rebecca Rupprecht für die Betreuung der Kinderfeuerwehr. „Je früher man an die Jungen und Mädchen herankommt, um so eher kann man sie für die Feuerwehr begeistern.“

Lob gab es auch von Kreisbrandrat Marco Saller. Im Landkreis komme es nicht allzu oft vor, dass alle Atemschutzträger an der regelmäßig angesagten Übung in der Atemschutzstrecke in Neuhaus teilnehmen. Das Ehrenamt im Feuerwehrdienst bringe oftmals eine enorme physische und psychische Belastung mit sich. Saller dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement. „Ihr seid ein Garant zum Schutz der Bürger in Altenstadt und Vohenstrauß“.

Beförderungen und Ehrungen im aktiven Dienst:

Kommandant Klaus Rupprecht nahm abschließend noch eine Reihe von Beförderungen und Ehrungen vor. Zu Feuerwehrfrauen ernannte der Kommandant Anja Spickenreuther und Stefanie Rösch. Hauptfeuerwehrmänner sind nun Daniel Daubenmerkl und Daniel Völkl. Für zehn Jahre aktiven Dienst ehrte der Kommandant Florian Zeis und Daniel Daubenmerkl.

Info:

Vorsitzender Florian Lukas durfte noch einige langjährige Mitglieder ehren.

70 Jahre hält Johann Dirscherl mittlerweile der Feuerwehr die Treue. Gesundheitsbedingt konnte er jedoch nicht anwesend sein. Für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit ehrte die Vorstandschaft Anton Striegl und Josef Hartwich aus Untertresenfeld. Ein Vierteljahrzehnt sind Christian Reil, Herbert Stahl, Christian Nickl und Günther Seer dabei.

Ihr seid ein Garant zum Schutz der Bürger in Altenstadt und Vohenstrauß.

Kreisbrandrat Marco Saller

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