Anstößiges Thema war auch bei der Bürgerversammlung in Altenstadt, wie tags zuvor im Ortsteil Roggenstein das Thema mit Verunreinigungen durch Hundehaufen. Egal ob auf Rasenflächen, an Feldwegen oder sogar auf Gehwegen und Straßen. Hundedreck begegnet man überall. Schlimm soll es in Altenstadt, laut Markus Schönberger, in der Fiedlbühlstraße im Bereich der Abzweigung zur Raiffeisenstraße sein. „Da mag ich mit meinen Kindern gar nicht mehr spazieren gehen.“ Georg Ertl wollte den Hundehaltern nicht zu nahe treten, aber er fragte an, wie viele Tiere in der Stadt gemeldet sind. Wutzlhofer gab die Zahl mit etwa 220 Tieren an.
„Die sehe ich ja schon an einem Tag“, zweifelte Ertl diese Zahl an. Der Landwirt bemängelte, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner in den Wiesen ihr Geschäft verrichten lassen und das Grünfutter sollen dann seine Kühe fressen. Wie groß allerdings die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Hunde ist, konnte der Rathauschef nicht sagen. Früher hätten die städtischen Mitarbeiter beim Wasserablesen ein offenes Auge darauf gehalten, ob ein Hund im Haus lebt und die Feststellung an die Stadt gemeldet. Heute werde das Wasser digital oder per Karte an die Stadt weitergeleitet und so sei die diese Kontrolle, wie früher, nicht mehr möglich. Willi Völkl fragte nicht ganz ernst gemeint nach, ob man sich da nicht als Rentner mit diesbezüglichen Kontrollgängen ein wenig Geld hinzuverdienen könnte, was auf allgemeine Erheiterung stieß. Wutzlhofer wusste aber trotzdem einen Nebenjob seitens der Stadt: „Wir sind auf der Suche nach einem Hallenwart in der Dreifachturnhalle. Wenn dieses Amt jemand übernehmen will, braucht er sich nur bei der Stadt zu melden.“
Werner Bäumler der selbst Hundebesitzer ist, appellierte an die Vernunft der Halter. In 98 Prozent der Fälle klappe es ganz gut. Die anderen Unbelehrbaren sollten direkt angesprochen werden und wenn auch das nicht fruchte, müsste eine Ordnungswidrigkeit seitens der Kommune ausgesprochen werden. Wutzlhofer gab ihm recht. Allerdings brauche man jemand der Ross und Reiter nenne. Bisher habe der Bürgermeister das erst zweimal erlebt und dann konnte konkret eine Geldbuße ausgesprochen werden.
In Richtung Fahrenberg im Waldstück bei Altenstadt wird eine neue Sitzbank aufgestellt, die Franz Seidl beantragte. Wolfgang Piehler verlieh seiner Freude Ausdruck und zeigte sich begeistert, wie toll sich die Stadt entwickelt. „Vohenstrauß ist eine richtig schöne Stadt geworden. Jedes Fleckerl, jedes freie Grundstück wird gepflegt und es gibt überall Blumen. Da wird im Sommer schon um 5 Uhr früh von den Damen des Bauhofs gegossen.“ In den vergangenen Jahren habe sich da viel Schönes entwickelt. „Hut ab.“ Auch Peter Hofmann stieß ins selbe Horn: „Ich habe noch keine einzige Frau im Bauhoftrupp gesehen, die bei der Blumenpflege rumgestanden wäre.“
Mit einem Beispiel hob Piehler die blitzschnelle Reaktion bei Problembehandlungen durch die Bauhofmitarbeiter hervor. An seinem Elternhaus in der Retzstraße lockerte ein Kanaldeckel und schepperte jedes Mal laut, wenn ein Fahrzeug darüberfuhr. Martin Reil kam sofort vorbei und legte einen Plastikring ein, um Abhilfe zu schaffen. Nachdem auch das nichts half, wurde die Zusage gemacht, dass der Kanaldeckel umgehend renoviert wird.
In diesem Zusammenhang fiel ihm erstmals auf, wie viele Fahrzeuge aus Richtung Pleystein die Abkürzung über den Fuchssteinach und das neue Baugebiet In der Leiten nehmen und über die Retzstraße in Richtung Weiden fahren. Piehler wollte wissen, ob es da eine rechtliche Möglichkeit gebe, die Fahrzeuge mit „Anlieger frei“ auszusperren und den Durchgangsverkehr so zu reduzieren. Der Rathauschef verneinte ganz klar, da es sich um eine öffentlich gewidmete Straße handelt. „Da gibt es keine rechtmäßige Aussperrung.“ Der „irrsinnige Verkehr“ sei ihm erst durch diesen Kanaldeckel so richtig bewusst geworden, sagte Piehler. Wolfgang Töppel riet dem Polizeibeamten, am Fuchssteinach Verkehrskontrollen einzurichten. „Wenn du das ein paar Monate durchziehst, fährt keiner mehr diese Strecke.“
Markus Schönberger fragte nach, wie weit die Umsetzung, der im vergangenen Jahr bei der Bürgerversammlung von ihm angestoßenen Vohenstrauß-App vorangeschritten ist. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier, der damals die Bürgerversammlung leitete, berichtete, dass sich der EDV-Mann bei der Stadt, Christoph Maier, zwar bei der Erstellung einbringen würde, aber umsetzen könnten diese App nur die Administratoren, die die städtische Homepage erstellten. Schönberger würde sich wünschen, dass darin die Termine der Bürgerversammlung, Freibad- und Bauhoföffnungszeiten oder der Veranstaltungskalender der Stadt abgerufen werden könnten, analog der Landkreis-App.
Konrad Kindl aus Obertresenfeld forderte den Rückschnitt der Sträucher auf der Straße nach Untertresenfeld zur Staatsstraße. Außerdem sei der Graben, der als Hochwasserschutz in Obertresenfeld Richtung Waldthurn angelegt wurde, wieder zugewachsen und müsste sauber gemacht werden. Entlang des alten Bahnhofsgebäudes halten sich vermehrt Jugendliche auf, die ihren Unrat liegenlassen, bemängelte Josef Haberkorn. „Da schaut’s aus, Flaschen ohne Ende.“ Die gleichen Beobachtungen wurden an der Dirt-Bike-Strecke gemacht. „Gewisse Leute lassen sich nicht von irgendetwas überzeugen, das ist vergebene Liebesmüh“, meinte Wutzlhofer zur Meinung eines Anwesenden, man müsste die Leute darauf ansprechen. Wolfgang Piehler sprach als Polizist ebenfalls von dieser Entwicklung. „Diese Leute interessiert auch nicht, wenn wir von der Polizei kommen.“ Wenn sie von einem Platz vertrieben werden, ziehen sie zum nächsten weiter und schmieren irgendwelche Brückenpfeiler voll, berichtete Piehler von seinen beruflichen Erfahrungen. Nach Meinung des Bürgermeisters sei das auch ein stückweit der Entwicklung der Respektlosigkeit gegenüber der Polizei, öffentlichen Vertretern sowie Erwachsenen geschuldet.
Nachdem Peter Hofmann nicht einsehen wollte, dass die Stadt mit dem Jugendtreff „Down Under“ gescheitert sei und auch eine Streetworkerin nicht den erhofften Erfolg brachte, widersprach Markus Schönberger dieser Uneinsichtigkeit: „Schickt die Kinder zur Feuerwehr zum Burschenverein oder zu einem der vielen Sportvereinen die alle eine ausgezeichnete Jugendarbeit leisten.“ Es gebe jedoch auch Jugendliche die solche Angebote nicht annehmen wollen und unverbesserlich sind. Da helfe dann auch bestimmt kein Jugendraum.
An dieser Stelle brach Wutzlhofer die lautstark geführte Diskussion ab und beendete die Bürgerversammlung. An den einzelnen Tischen wurde sich noch munter zu diesem Thema ausgetauscht.











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