11.03.2019 - 11:25 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Johann Dittmann weiterhin an vorderster Front

Der Kreisfischereiverein ist heuer Ausrichter des Oberpfälzer Fischereitags, der mit dem integrierten Fischerfest über zwei Tage laufen wird. Die Vorbereitungen dafür sind bereits im Gang.

Johann Dittmann und Martin Puff (vorne, von rechts) führen den 344 Mitglieder zählenden Kreisfischereiverein an. Richard Koller (vorne, Zweiter von links) und Kassier Joachim Gesierich (links) bilden mit ihnen den Vorstand. Jugendleiter sind Hans Kellner (Zweite Reihe, links) und Tim Gesierich (hintere Reihe, links).
von Elisabeth DobmayerProfil

Fischotter, Kormoran und Konsorten machen den Fischern schwer zu schaffen. Diese Themen werden auch in der Jahreshauptversammlung des Kreisfischereivereins wieder deutlich angesprochen und heiß diskutiert. Nach turbulenten Monaten ist die Vorstandschaft des Kreisfischereivereins jetzt wieder in ruhigeren Gewässern unterwegs. Der neugewählte Kassier Joachim Gesierich sowie die Jugendleiter Johann Kellner und Fabian Hentschel haben sich erfolgreich in die Vorstandschaft eingebracht.

Hinter den Mitgliedern des Kreisfischereivereins liegt ein hartes und arbeitsreiches Vereinsjahr. Der Fischverkauf am Karfreitag ist für den Verein alljährlich eine große Herausforderung. „Trotz optimaler Vorbereitung, super motivierter und großer Helferschar stoßen wir langsam an unsere Grenzen“, versicherte Vorsitzender Johann Dittmann. Was in den erlaubten zwei Verkaufsstunden an frischen und geräucherten Fischen an die Kunden gebracht wurde, sei einfach nur Wahnsinn. „Ob Fischotter und Konsorten heuer noch Fische zum Verkauf übrig gelassen haben?“ Ironisch meinte Dittmann: „Vielleicht müssen wir unser Angebot umstellen auf geräucherte Biberschlegel und Bibergulasch, feinrosa gebratene Kormoranbrust oder gegrillte Gänsesäger und Fischreiher, die nicht schlecht schmecken sollen.“ Für den Fischotter hätte Dittmann schon ein paar Geheimrezepte auf Lager, allerdings seien „diese niedlichen braune Tierchen streng geschützt und der Mink gibt warme Handschuhe und Jacken“.

Zum dritten Mal in Folge fuhren zehn Mitglieder nach Heiligenhafen zum Dorschangeln. Die Fangergebnisse waren sehr gut. Otto Gallitzendörfer fing des schwersten und Joachim Gesierich die meisten Dorsche. Im April wurde der Vorsitzende bei der Versammlung des Oberpfälzer Fischereiverbands in Schwarzenfeld in den Vorstandsbeirat gewählt, nachdem Vereinskollege Werner Bank nicht mehr zur Verfügung stand. Im abgelaufenen Vereinsjahr wurde zum ersten Mal die Wertung zum Vereinsmeister in drei Durchgängen mit dem Anangeln, Königsfischen und Abangeln durchgeführt. Bis zum Schluss blieb es höchst spannend. Das Fischerfest am Sperlweiher ist in der ganzen Region ein Geheimtipp. Viele Gäste nutzen das vielfältige Angebot des Vereins und das Fest 2018 war wohl das erfolgreichste in der Vergangenheit.

In diesem Jahr werde das Fest erstmals über zwei Tage laufen, nachdem der Verein der Ausrichter des Oberpfälzer Fischereitags ist. Es soll einen Angelflohmarkt am Nachmittag, Wasserspiele mit Sommernachtsfest am Samstag geben und am Sonntag soll sich das bekannte Fischerfest anschließen. Der Einbruch beim Jahreskartenverkauf zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahre. Besserung ist wegen stagnierender Mitgliederzahlen und dem steigenden Durchschnittsalter auch in Zukunft nicht in Sicht. Gezielt müsse deswegen Jugendwerbung vorangetrieben werden, versicherte Dittmann. Als er beim Kreisfischereiverein vor zehn Jahren als Vorsitzender antrat, nahm er sich vor, den Verein aus dem leichten Dornröschenschlaf zu erwecken. Mittlerweile gehören zwei Weiher mit vier Hektar und ein Streckenabschnitt der Pfreimd mit fast drei Kilometern zur Pacht, so dass die Pfreimd auf rund 30 Kilometern Länge, bis auf ein kleines Stück bei Finstermühle, von der Landesgrenze bis nach Böhmischbruck, befischt werden kann. Mit dem Verein der Vogelfreunde und -schützer besteht ein herzliches Verhältnis der Zusammenarbeit und mit dem Fischereiverein Eslarn bewirtschaftet der Kreisfischereiverein ein Teilstück der Pfreimd gemeinsam, was in Bayern ziemlich einmalig sein dürfte, ergänzte Dittmann. Außer den damals üblichen Karpfen und Regenbogenforellenbesatz werden jetzt wieder Bachforellen, Barben, Nasen, Nerflinge, Zander, Aale und verschiedene Weißfischarten besetzt. Umgerechnet über 120 Euro pro verkaufter Jahreskarte investiere der Verein alljährlich in Fischbesatz. Für ihn sei völlig unverständlich, dass sich der Landkreis Neustadt/WN beim Projekt „Vierte Säule“ Entnahme von Fischotter unter strengen Auflagen nicht beteilige. „In den Landkreisen Cham, Schwandorf und Tirschenreuth geht das auch.“

Im Gespräch mit dem Landwirtschaftsministerium verlieh Dittmann seiner Forderung Ausdruck, dass zumindest die Gebiete die an Tschechien grenzen in das Projekt aufgenommen werden. Eine Antwort stünde diesbezüglich jedoch noch aus. Im vergangenen Jahr standen außerdem zwei Pachtverlängerungen für zwei Gewässer an, die beide positiv beschieden wurden. Der Eintrag ins Goldene Buch des Landkreises sowie ein Geldbetrag waren Lohn für die Auszeichnung mit dem Umweltpreis, die der Kreisfischereiverein erhielt. Die erfolgreiche Arbeit mit der Fischerjugend, der Einsatz für artenreiches intaktes Gewässer sowie aktiver Umweltschutz, die Rama-dama-Aktion oder das Aufhängen und Säubern von Nistkästen wurde vom Umweltausschuss des Landkreises anerkannt. Mit dem zur Verfügung gestellten Geld will Dittmann ein Projekt verwirklichen, das er schon lange im Hinterkopf trägt: nämlich zwei behindertengerechte Angelplätze einrichten. Erstmals waren die Fischer auch bei der Aktion „Styling gegen Krebs“ von Fischpate Günther Schönberger eingebunden, um Geld für die Kinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz Nord zu erwirtschaften. „Mit unseren Fischschmankerln trugen wir auch ein klein wenig zur Spendensumme in Höhe von 24 000 Euro bei.“ Dittmann bat die Fischer, sich in die ausliegenden Erfassungsbögen einzutragen, um gegen den angedachten ganzjährigen Schutz der Fisch- oder Graureiher des LBV zu protestieren. „Wir Fischer und Teichwirte wollen keine Tierart ausrotten, aber wo die Natur durch den Menschen durcheinander geraten ist, muss der Mensch überlegt und mit Verstand eingreifen dürfen.“ Einstimmig beschlossen die 63 Wahlberechtigten eine vorgeschlagene Satzungsänderung. Zukünftig soll der Jugendleiter Sitz und Stimme im Beirat haben.

Neuwahlen:

Bei den anstehenden Neuwahlen wurde Johann Dittmann wieder zum Vorsitzenden der 344 Mitglieder zählenden Gemeinschaft gewählt. Martin Puff ist sein Stellvertreter. Die Kassengeschäfte führt Joachim Gesierich weiter und das Schriftführeramt Richard Koller. In den Beirat wurden gewählt: Tobias Randhartinger, Otto Gallitzendörfer, Emmerich Sterbling, Jochen Grünthaler, Tim Gesierich und Josef Greber. Die Kasse prüfen zukünftig Werner Bank und Helmut Bäumler. Zu Jugendleitern wurden Hans Kellner und Tim Gesierich gewählt.

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