02.03.2020 - 10:59 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Kreisfischereiverein Vohenstrauß ehrt Mitglieder

Der Vorsitzende des Kreisfischereivereins, Johann Dittmann (links), ehrt verdiente Mitglieder mit Urkunden und Geschenken.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Mitglieder und Hobbyangler des Kreisfischereivereins werden in diesen Zeiten schwer gebeutelt. Ihre Gewässer sind ein wahres Schlaraffenland für Kormoran, Biber, Fischotter & Co. und dadurch erleiden sie erhebliche ökonomische Einbußen. Die allergrößten Anstrengungen helfen nichts. Deswegen appellierte der Vorsitzende des Kreisfischereivereins Johann Dittmann bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Gasthof „Grüner Baum“ auch an seine Mitglieder, aufgrund der höheren Verbandsabgaben, für passive Mitglieder den Jahresbeitrag von bisher 23 Euro auf 28 Euro zu erhöhen. Die Beitragserhöhung sei unumgänglich, weil der Kreisfischereiverein mehr Geld an den Verband abführen müsse. Allerdings lobte Dittmann die Verbandsspitze, die den Fischern eine deutliche Stimme verleihe, Gutachten erstelle und er erwähnte auch die Rechtsschutz- und Haftpflichtversicherung eines jeden Mitglieds. Einstimmig votierten die mehr als 60 Anwesenden für diese Erhöhung. Darüber freute sich Dittmann bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Grüner Baum“ ganz besonders. Mit diesem klaren Ergebnis hätte selbst er nicht gerechnet.

„Ein einzelner Fischer oder Teichwirt, egal wie groß, hat keine Chance als Einzelkämpfer etwas zu erreichen, dafür sind die allwissenden Naturschützer und der Landesbund für Vogelschutz zu mächtig.“ Erfreulicherweise steigen jetzt auch die Mitglieder im Fischereiverband. Derzeit sind über 20 000 Fischer und Fischzüchter im Fischereiverband Oberpfalz organisiert, informierte der Vorsitzende. Wie wichtig ein starker Verband sei, zeige allein die Tatsache, dass bei der Renaturierung der Luhe in Waldthurn der Landesbund für Vogelschutz ein Mitspracherecht hatte, die Fischer jedoch einfach übergangen wurden. „So kann und darf es nicht sein.“ Was ebenso fast unglaublich klingen mag: „Unsere Angelschnüre fallen in den Bereich Mikroplastik und sollen von der EU verboten werden.

Das Gleiche gilt für Angelblei und Gummifische.“ Nur durch den europäischen Anglerverband gelinge es noch, dieses Verbot aufzuheben, allerdings sei es noch längst nicht vom Tisch. Zum Nachdenken über den übertriebenen Artenschutz einiger Naturschutzverbände lieferte Dittmann folgende Zahlen: Im Ostseeraum sind von 1980 bis 2012 Die Anzahl der Kormoranbrutpaare von 5000 auf 150 000 angewachsen. „Das sind 300 000 Vögel und jeder Vogel frisst im Durchschnitt pro Tag 700 Gramm Fisch. Das sind 210 000 Kilogramm oder 210 Tonnen Fisch. Was bleibt da für uns Fischer noch übrig?“ Jeder könne sich das klägliche Bild selbst ausmalen. In Dießfurt und Weiherhammer leben bis zu 300 Kormoranpaare. Bis zu 70 Vögel zählen die Angler aber auch an der Pfreimd und an den vereinseigenen Weihern. Abhilfe können hier nur die Jäger schaffen. In diesem Zusammenhang dankte er Kormoranbeauftragten Reiner Hartmann, der mit den Jägern auch eine Treibjagd veranstaltete.

„Zumindest wurden die gefräßigen Vögel etwas vergrämt.“ Das Nachbarland Österreich sei diesbezüglich viel fortschrittlicher, denn sie besitzen seit zwei Jahren ein funktionierendes Ottermanagement, erklärte der Vorsitzende. Alleine in Niederösterreich wurde die Entnahme von 50 Fischottern genehmigt. „Wir dürfen nur zuschauen wie die niedlichen Tiere unsere Weiher und Bäche leerfressen.“ Besonders hart treffe es die Fischereivereine, die ohne Schadensmeldung und damit ohne Entschädigungszahlungen auskommen müssen. Wer sich Zeit nehmen kann, sollte einmal um die vereinseigenen Gewässer spazieren gehen, um die deutlichen Otterspuren mit Fischresten, Schuppen oder Kothaufen zu entdecken. „Man könnte weinen, wenn man sieht, welch kapitale Fische von diesem Räuber gefressen werden“, klagte der Vorsitzende. „Sollte die vierte Säule, das heißt, die Entnahme des Fischotters aus fischereilich genützten Gewässern irgendwann kommen, glaube ich nicht, dass unsere Jäger alleine die Zeit aufbringen werden, um für eine deutliche Reduzierung zu sorgen.“ Wie paradox das Ganze sei, zeige die gesetzlich festgelegte Vergrämung von Kormoran und Reiher. An geschlossenen Gewässern dürfen die Vögel aufgescheucht werden, da „die Fische einen Herrn haben“, wie es offiziell heißt. In offenen Gewässern wie die Pfreimd sind die Fische herrenlos und eine Vergrämung wäre strenggenommen nur durch den Jagdberechtigten erlaubt, stellte Dittmann heraus. „Als Fischereiverein muss ich hilflos mit anschauen, wie mein teurer Besatz Flügel bekommt.“ Auch die Zunahme der Fisch- und Silberreiher sieht Dittmann nicht gerade als förderlich für einen strukturierten Fischbestand an. Fische bis 40 Zentimeter Länge fressen Reiher und Kormoran. Sollte es ein Fisch über die Marke schaffen, wird er Beute des Fischotters, jedoch immer seltener des Anglers. Dittmann bezeichnete es als „hinausgeschmissenes Geld“, Bäche zu renaturieren. Die Kosten beim Gruberbach in Moosbach belaufen sich auf 180 000 Euro, gab er zu bedenken. Auch die wunderschöne Flachwasserzone an der neuen Straße in Burkhardsrieth könne man sich seiner Meinung nach sparen. Schäden durch den Fischotter seien 100 Mal höher als die vom Wolf. Die Schäden durch den Wolf werden aber reguliert. Beide Tierarten fallen unter EU-Recht, gab Dittmann zu bedenken.

Doch es gab auch viel Erfreuliches aus dem Verein zu berichten. Höhepunkt des vergangenen Jahres war der Oberpfälzer Fischereitag, den der Kreisfischereiverein organisierte und dafür viel Lob einheimste.

Was eine kleine Helferschar bereits im Vorfeld leistete, sei unbeschreiblich, schwärmte Dittmann. Leider waren die Fangergebnisse sehr übersichtlich. Noch nie wurde ein Fischereitag von einer Jägerschaft eröffnet wie in Gröbenstädt. Phänomenal war die Teilnahme am Mittagessen. Gut bei den Gästen kam auch das Damenbegleitprogramm an. „An diesem Tag hat sich der Kreisfischereiverein von seiner besten Seite gezeigt.“ Die Wasserspiele auf dem Gröbenstädter Weiher waren eine gelungene Premiere. Am zweiten Tag fand das alljährliche Fischerfest statt und schnell stand angesichts des passenden Wetters fest: „Es war das erfolgreichste Fischerfest der vergangenen Jahrzehnte.“ Über 50 Helfer waren von der Fischerjugend bis zu den älteren Mitgliedern an den zwei Tagen im Einsatz. „Ich kann nur den Hut vor euch allen ziehen“, versicherte der Vorsitzende dankbar.

Leider verzeichnet der Verein – angesichts der schwachen Fangergebnisse - einen starken Rückgang der Jahreskarten. Trotzdem wollen die Verantwortlichen versuchen alle Gewässer sowie den Besatz auf hohem Niveau zu halten. Ohne Einnahmen aus den vielfältigen Veranstaltungen könnte sich der Verein nicht mehr die gepachteten Gewässer leisten oder müsste Abstriche beim Besatz machen. Als wichtige Stützen nannte Dittmann auch die Fischpaten. Über 10 000 Euro wendeten die Fischer für den Besatz mit Bachforellen, Barben, Nasen, Nerflingen, Zander und Aale sowie verschiedenen Weißfischarten auf.

Für besondere Verdienste im Verein wurden Josef Greber und Hans Kellner sowie Otto Gallitzendörfer und Tobias Randhartinger aus Pleystein mit Urkunden und Präsenten ausgezeichnet. Ebenso ehrenvoll erwähnt und mit Präsenten beschenkt wurde das Kiosk-Team zu dem Marion Gesierich, Wilma Zitzmann, Marion Stärk, Doris Weilacher zählen, unterstützt durch Regina Puff, Marietta Gallitzendörfer und Gisela Kellner. Uli Vollath, Armin Wurzer oder Helmut Bäumler stehen jederzeit zur Verfügung, wenn Hilfe gebraucht werde.

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