20.03.2019 - 09:59 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

"Leuchtendes Beispiel" für die CSU

Seit 60 Jahren ist Johann Wittmann CSU-Mitglied und war über Jahrzehnte kommunalpolitisch tätig. Nicht umsonst gilt er als Ziehvater des Landrats a. D. Simon Wittmann. Alois Bäumler kritisiert unbändige Bürokratie im Handwerk.

Martha Bauer (vorne) führt auch weiterhin den CSU-Ortsverband an. Hans Gollwitzer (vorne, links) und Georg Ertl (vorne, Zweiter von rechts) stehen ihr dabei als Vorsitzende zur Seite.
von Elisabeth DobmayerProfil

Dem CSU-Urgestein Johann Wittmann aus Untertresenfeld verdankt der ehemalige Landrat Simon Wittmann seine politische Laufbahn, denn der langjährige Stadt- und Kreisrat begeisterte den Tännesberger für die Christliche Soziale Union. Jetzt wurde er selbst für 60 Jahre Mitgliedschaft in der CSU geehrt. Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger nannte den 84-jährigen Jubilar ein „leuchtendes Beispiel für Kommunalpolitik“. Neben der Auszeichnung für Wittmann standen weitere Treue-Auszeichnungen an. Für 30 Jahre beim CSU-Ortsverband durfte dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer eine Ehrung in Empfang nehmen. Konrad Kindl und Alois Bäumler sind seit 15 Jahren dabei.

Bei den Neuwahlen des kleinen CSU-Ortsverbands wurde Martha Bauer auch für die nächsten zwei Jahre wieder an die Spitze gewählt. Ihre Stellvertreter sind Georg Ertl und Johann Gollwitzer. Kassier bleibt Günther Gollwitzer und Schriftführer Konrad Kindl. Im Beisitzergremium arbeiten Ludwig Kick, Hans Haberkorn, Georg Haberkorn, Josef Bodensteiner, Stefan Kick und Rudi Vitzthum zielstrebig mit. Die Kasse prüfen Josef Götz und Martin Rupprecht. Zu Delegierten für die Kreisvertreterversammlung wählten die 18 Stimmberechtigten Martha Bauer und Josef Haberkorn.

Ein großes Fest war im vergangenen Jahr die Geburtstagsfeier des Ehrenvorsitzenden Josef Haberkorn, der zu seinem 70. Jubiläum in die Stadthalle einlud, erinnerte Martha Bauer. Betriebsbesichtigungen bei BHS in Weiherhammer, eine Frühjahrswanderung nach Burgtreswitz mit Hofbesichtigung bei Familie Kick, der Sommerempfang der CSU mit Generalsekretär Markus Blume im Biergarten beim „Schübl’adl“ oder die vielen politischen Veranstaltungen im Wahlkampfjahr zur Landtags- und Bezirkstagswahl, füllten den CSU-Kalender des Ortsverbands. Oetzinger informierte über die aktuelle Landespolitik. Nah dran sei er am Thema, was die Stärkung der Polizeiinspektion Vohenstrauß betreffe. Zudem werde die Politik für Wirtschaft und Mittelstandsbetriebe vernünftige Rahmenbedingungen schaffen. Für Oetzinger gehöre dazu in erster Linie die Breitbandversorgung als „die Autobahnen des 21. Jahrhunderts“, deren Ausbau bis 2025 abgeschlossen sein soll.

Schreinermeister Alois Bäumler, der einen eigenen Betrieb besitzt, kritisierte die immense Bürokratie, der sich Kleinunternehmer bei Ausschreibungen stellen müssen. „Das brennt mir auf der Seele.“ Inzwischen müssen diese auf mehreren Ausschreibungsplattformen ihre Daten eingeben. „Das können Großunternehmen leisten, die dafür eigene Kräfte anstellen.“ Er als Schreinermeister bewältige diese Aufgabe neben dem Alltagsgeschäft. „Diese Plattformen sind dermaßen kompliziert und jede funktioniert anders.“ Bäumler weiter: „Wir Kleinunternehmer werden regelrecht wegrasiert, weil wir das nicht mehr leisten können. Das ist beschämend.“

Jedes Jahr würden die Anforderungen mehr. Allein 60 Seiten Vorbeschrieb müssten vom Handwerker durchgeackert werden. „Da wünsche ich mir von der Politik und insbesondere von der CSU, dass die Ausschreibungen wieder handwerkerfreundlich konzipiert werden.“ Die kleineren Handwerksbetriebe könnten diesen bürokratischen Umfang gar nicht mehr leisten und verlieren ihre Lust. Deswegen sei mittlerweile auch ein Mangel an Fachkräften spürbar. Ämter bekämen oft aus diesem Grund gar keine Ausschreibungsergebnisse mehr, so Bäumler. „Es geht nicht darum, dass man nicht abgeben will, sondern man hat die Zeit einfach nicht dazu.“ Diesbezüglich müssten dringend Veränderungen stattfinden. Ihm sei das für seine Berufskollegen aus der Handwerkerschaft ein Hauptanliegen. „Es ist nicht mehr schön.“

Oetzinger ging kurz auf das Vergabeprocedere ein, das auch rechtlich nicht ganz einfach sei, als eine Mischung aus EU-, Landes- und Bundesrechte. „Die Praxis ist kompliziert“, gestand er ein. „Architektenverträge wie im Waldthurner Schloss müssen heute europaweit ausgeschrieben werden“, verstand Bäumler die Welt nicht mehr. „Da sieht man erst, mit was sich die Handwerksbetriebe alles herumschlagen heute“, wandte Martha Bauer ein und erkannte: „Wenn die CSU sagt, sie möchte näher am Bürger sein und um weiterhin als Partei ernst genommen zu werden, müssen die Politiker ein Ohr für die Probleme der Bürgern haben.“

Der Vohenstraußer CSU-Chef Alexander Sollfrank und die Vorsitzende der Frauen-Union, Roswitha Sier, beglückwünschten die Neugewählten und die Geehrten am Ende der Versammlung und dankten für die sehr gute Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg.

Johann Wittmann (vorne, Mitte) gehört seit 60 Jahren zum CSU-Ortsverband Altenstadt und er gilt als Ziehvater des ehemaligen Landrats Simon Wittmann. Über Jahrzehnte war der Untertresenfelder in der Stadt- und Landkreispolitik im Einsatz. Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger (hintere Reihe, links) würdigte ihn als "leuchtendes Beispiel für die CSU".
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