29.09.2019 - 09:58 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Rotes Kreuz gedenkt in Gottesdienst

In den BRK-Mitstreitern sehen viele Menschen einen Engel ohne Flügel. Sie sind da, wenn der Nächste Hilfe braucht, egal wo.

In der Altenstädter Simultankirche feiern BRK-Bereitschaften aus Vohenstrauß und Weiden einen ökumenischen Gedenkgottesdienst mit dem evangelischen Stadtpfarrer Dieter Schinke und Kaplan Alexander Ertl (vorne, von rechts).
von Elisabeth DobmayerProfil

„Manchmal brauchst du einen Engel, der dich schützt und dich führt. Gott schickt manchmal einen Engel, wenn er deine Sorgen spürt. Hast du Kummer tief im Herzen tut dir wahrer Zuspruch gut, denn mit großen Seelenschmerzen fehlt dir jeder Lebensmut“, heißt es in einem Lied, das Organist und Sänger Ludwig Putzer mit Norbert Puff von den „Miesbrunner Sängern“ für den BRK-Gedenkgottesdienst in der Simultankirche ausgewählt hatte – denn oft sind die BRK-Mitstreiter die „rettenden Engel“, wenn es um Leben und Tod geht.

Der evangelische Stadtpfarrer Dieter Schinke und Kaplan Alexander Ertl feierten die ökumenische Andacht mit den verschiedenen Abteilungen des BRK. Gekommen war neben BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer aus Weiden auch der kürzlich verabschiedete ILS-Leiter Herbert Putzer und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sowie etliche BRK-Ärzte und Mitglieder der Bereitschaften aus Vohenstrauß und Weiden.

„Wir freuen uns, dass es ihnen auch wichtig ist ihr Zusammensein und ihr Gedächtnis der Verstorbenen mit einem Gottesdienst zu beginnen, mit Besinnung auf Glaube und Gebet“, versicherte Pfarrer Schinke. Die Bereitschaftsdienste des Roten Kreuzes seien so wichtig. Wie vielen Menschen wurde dadurch schon geholfen und wie viele Leben wurden gerettet? Einsatzkräfte werden heute bei ihren Hilfseinsätzen behindert, Schaulustige behindern deren Arbeit, Wege werden versperrt und es wird sogar aggressiv reagiert, ergänzte Pfarrer Schinke. „Treten wir alle gemeinsam für eine Kultur der Wertschätzung und des Mitgefühls und der Achtung gegenüber den anderen ein, so dass BRK-Helfer unversehrt ihren Dienst für unsere Gemeinschaft tun können! Lassen wir den Egoismus nicht siegen in dieser Welt“, appellierte der Pfarrer. „Einer trage des anderen Last“, war zuvor in der Lesung im Brief des Apostel Paulus an die Galater zu hören, die Herbert Putzer vortrug. So sei biblisch die Kultur der Wertschätzung beschrieben, so Pfarrer Schinke weiter. Die Selbstsucht entzieht sich möglichst der Last. Sie schüttelt sie ab und lädt sie lieber anderen auf. „Unsere Gesellschaft würde arm werden und das Klima untereinander kalt, wenn Menschen immer mehr nur an sich, an ihre Interessen, ihren Vorteil denken. Unser Miteinander lebt davon, dass Menschen sich helfen, dass sie nicht abseits stehen, wenn jemand Hilfe braucht, wenn jemand verunglückt ist, wenn durch das Alter die Kräfte abnehmen, jemand Dinge nicht mehr selbständig Dinge tun kann.“

Auch heute engagieren sich wie selbstverständlich so viele beim BRK und in anderen Organisationen, dass Menschen geholfen wird und Menschen nicht allein gelassen werden. Man sieht und hört oft eher das Schlechte, Dunkle, Widersinnige und Schwere. Viele Nachrichten sprechen davon. Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Ein Baum der umfällt macht viel mehr Lärm als ein ganzer Wald, der wächst.“ Aber da sei nach wie vor diese stille Kraft da, die hält, trägt, hilft und andere nicht allein lässt. Jeden Tag der Woche, rund um die Uhr sind Menschen im Dienst für andere tätig. Pfarrer Schinke dankte herzlich für den Einsatz und Dienst der Rotkreuzler zum Wohl des Nächsten. „Bitten wir den lieben Gott, dass er alle behütet auf ihren Fahrten und Wegen, wenn sie im Einsatz sind. Er segne alles, was sie für unser Gemeinwohl tun.“ Weiter versicherte er: „Danken wir für alle selbstverständlich gelebte Mitmenschlichkeit, für die viele guten Worte, die Menschen sprechen, für die täglichen Handgriffe, die Menschen tun um anderen zur Seite zu stehen, für alle Zeit, die viele in Vereinen und Hilfsorganisationen einbringen, um so gut wie möglich zu helfen.“ „Nimm dir Zeit, werde still, wenn ein Lied erklingt, wenn ein Vogel singt und wäre es auch nur für einen Augenblick“, hieß es musikalisch in einem der hoffnungsvollen Lieder weiter. Das Opfergeld dieses Abends wird für die Kinderkrebshilfe in der Region Nordoberpfalz zur Verfügung gestellt. Im Anschluss folgte eine gesellige Feier.

In der Altenstädter Simultankirche feiern die BRK-Kräfte einen ökumenischen Gedenkgottesdienst mit dem evangelischen Stadtpfarrer Dieter Schinke (links) und Kaplan Alexander Ertl (rechts).
In der Altenstädter Simultankirche feierten die BRK-Kräfte einen ökumenischen Gedenkgottesdienst mit dem evangelischen Stadtpfarrer Dieter Schinke (links) und Kaplan Alexander Ertl (rechts).
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