Altenstadt bei Vohenstrauß
10.10.2018 - 14:46 Uhr

Teichbesitzer auf dem Trockenen

Bei der Bürgerversammlung in Altenstadt beschwert sich ein Weiherbesitzer. Helmuth Reinl beschreibt seine bisherige Odyssee bei der Suche nach Unterstützung. Auch über die Qualität des Spielplatzes gehen die Meinungen stark auseinander.

Die Weiheranlage von Helmuth Reinl in Nähe Neumühle ist heuer vollständig ausgetrocknet. Schuld ist aber nicht nur der heiße Sommer. Bild: dob
Die Weiheranlage von Helmuth Reinl in Nähe Neumühle ist heuer vollständig ausgetrocknet. Schuld ist aber nicht nur der heiße Sommer.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer stellte sich bei der Versammlung im Sportheim in Altenstadt den Fragen der Bürger. Zunächst begründete er jedoch, warum die Eichenstraße saniert worden ist, obwohl die Maßnahme nicht im Straßenausbauplan gestanden hatte. Die Kosten der Asphaltierungen blieben nämlich in diesem Jahr knapp 100 000 Euro unter den ursprünglichen Berechnungen. Deshalb war noch Geld übrig. Die Ausbaulänge betrug 220 Meter und der Abschnitt wurde von 4 auf 5,50 Meter erweitert. Rund 30 000 Euro werde das kosten. Von den Anwohnern kam viel Lob, berichtete der Bürgermeister. Bis jene sich besonnen hätten, hatten die Bauhofmitarbeiter auch die Grundstücksanbindungen fertiggestellt, die eigentlich in deren Zuständigkeitsbereich lägen. Zuvor war bereits durch den städtischen Bautrupp die Weißenbachstraße erneuert worden. Über Jahre hinweg hatten Anwohner diese Maßnahme bei Bürgerversammlungen ins Gespräch gebracht. Auch in der Fichtenstraße, Rosenstraße und Fiedlbühlstraße sind Flickstellen ausgebessert worden. Für den Spielplatz in Untertresenfeld lagert die Stadt bereits neue Spielgeräte auf dem Bauhof. Bald werden sie aufgestellt. Und der Altenstadter Friedhof erhält in der kommenden Woche eine neue Einzäunung die 10 000 Euro kosten soll, informierte das Stadtoberhaupt.

Peter Hofmann verlangte für den Altenstadter Spielplatz eine Aufwertung. „Da werden systematisch Spielgeräte abgebaut“, meinte er. Außendienstleiter Karl Frey sagte darauf, man sei stets bemüht, alte Geräte durch neue zu ersetzen. Es könnten aber nicht alle Spielplätze gleichzeitig überholt werden. Nachdem heuer die Ortsteile Böhmischbruck, Roggenstein und Obertresenfeld an der Reihe waren, könnte es durchaus sein, dass die Anlage in Altenstadt im nächsten Jahr auf den Prüfstand kommt. Allerdings brächten sich in den vorher genannten Orten auch Leute ein, die Ideen zusammen mit der Stadt umsetzen und Hand- und Spanndienste leisten. Peter Hofmann entgegnete, dass dies auch in Altenstadt kein Problem sein dürfte. Der Außendienstleiter machte deutlich, für die Spielplätze würden beim Sandaustausch allein 3000 Tonnen Sand angekarrt und wollte damit auf den großen Aufwand der Stadt im Unterhalt hinweisen. „So einfach lass ich mich nicht abspeisen“, meinte Hofmann dazu. Markus Schönberger lobte schließlich die Stadt, die das Gelände regelmäßig mäht und auch sonst gut in Schuss hält. "Eventuell könnte man eine Rutsche anschaffen und dann wäre der Platz so auch wieder in Ordnung."

Helmuth Reinl prangerte in der Bürgerversammlung Probleme mit seiner Weiheranlage in Neumühle an. In den 60er Jahren wurden dort Tiefbrunnen gebaut, berichtete er. Oberhalb des Weihers habe es ein Sumpfgebiet gegeben. Weil dort fast 70 Meter in die Tiefe gegraben worden ist, ist das Sumpfgebiet verschwunden. Durch die Flurbereinigung kam kein Meter Drainagerohr in die Erde. Reinl müsse das Wasser für seinen Weiher seither vom Drainagewasser des Vorfluters beziehen. Wenn der aber nicht sauber ist, könne das Wasser nicht auslaufen. In Folge müsse die Drainage aufgegraben werden, was mit hohen Kosten verbunden ist. In seinen Grundstücken wurden über 2000 Meter Wasserleitungen verlegt mit Zu- und Ableitungen. Nie habe er bei der Stadt auftretende Folgeschäden in der Vergangenheit geltend gemacht. Wutzlhofer habe sich vor längerer Zeit schon persönlich von Reinls Schilderungen überzeugt, informierte der Antragsteller. Doch bisher sei nichts passiert. Früher sei der städtische Bauhofmitarbeiter Karl Nickl zwei bis drei Mal pro Jahr mit dem Mähwerk am Graben entlanggefahren und so traten keine Probleme auf. Der jetzige Unimogfahrer bei der Stadt, Martin Reil, lehne dies jedoch ab, da es Sache des Anliegers sei. „Ich bin mit keinem Meter Anlieger“, machte Reinl deutlich, der sich finanziell bereits einmal an der Mähaktion beteiligt hatte. „Anlieger ist die Stadt Vohenstrauß. „Ein Apfelbaum, der seit Jahren im Graben liegt, wurde bis heute nicht entfernt. Wie soll da ein Wasser laufen?“ Bürgermeister Wutzlhofer wies den Antragsteller darauf hin, dass es sich um kein fließendes Gewässer handle. Nach dem relativ trockenen Jahr komme heuer kaum Wasser aus den Drainagen. Wutzlhofer sagte Reinl zu, sich mit dem Wasserwirtschaftsamt in Verbindung zu setzen. Wenn von da die Zusage komme, den Graben auszubaggern, werde man das machen. Doch Reinl teilte dem Stadtoberhaupt mit, bereits selbst im Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt zu stehen. "Da wurde mir mitgeteilt, dass es sich bei den geforderten Maßnahmen um keine Erdbewegungen handelt. Ich darf den Weiher entlanden“, sagte Reinl und berief sich auf die Aussage des zuständigen Beamten beim Wasserwirtschaftsamt.

Die Eichenstraße hat zur Überraschung der Anwohner eine neue Tragschicht. Die Stadt hatte dafür finanziellen Spielraum. Bild: dob
Die Eichenstraße hat zur Überraschung der Anwohner eine neue Tragschicht. Die Stadt hatte dafür finanziellen Spielraum.
 
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