Es ist eine riesengroße Gratulantenschar, die sich einen Tag vor Silvester im Gasthof „Grüner Baum“ um Theresia Gollwitzer an ihrem 85. Geburtstag einstellt. Die liebenswürdige Seniorin, die allseits geschätzt wird, freute sich, dass ihr alle die Ehre an diesem großen Tag geben. Wenn sie in ihrem Lebensbuch blättert, zieht ein bewegtes Leben an ihr vorbei, das viel zu schnell verging.
Am 30. Dezember 1934 in Uckersdorf bei Schwarzhofen wurde sie als Theresia Kraus geboren. Sie war das erste von fünf Kindern, mit denen sie auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Anwesen aufwuchs. Als junges Mädchen kam sie in die Klosterschule nach Aiterhofen und besuchte dort den Hauswirtschaftskurs, der sie auf das familiäre Leben vorbereitete. Hier lernt sie auch ihre Freundin Irmgard Hirschmann kennen mit der sie einmal nach Pleystein zum Bergfest kommt. Die junge Frau ahnte nicht, dass dieser Besuch für ihr weiteres Leben einschneidend werden sollte, denn sie traf auf ihren späteren Ehemann Karl Gollwitzer aus Altenstadt. Mit seinem Lloyd ging es von da ab in das über 40 Kilometer entfernte Uckersdorf auf Brautwerbung.
Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer, erinnert sich noch genau, dass er mit seinem Onkel und Taufpaten Karl Gollwitzer öfter einmal nach Uckersdorf fahren durfte. „Das war wie eine Weltreise für uns.“ Immerhin war Karl Gollwitzer auch einer der ersten, der ein Automobil in Altenstadt besaß. Am 15. April 1958 führte der Hoferbe schließlich seine Braut in der Simultankirche in Altenstadt vor den Traualtar. Drei Söhne und eine Tochter vergrößerten die Familie. Am Ehrentag gratulierten Theresia Gollwitzer auch fünf Enkel und mit Florianden ersten Urenkel.
Zeitlebens war Theresia Gollwitzer für Haus und Hof verantwortlich. Vor allem ihre große Hühnerschar und der Verkauf der Eier ab Hof waren ihr ein sicherer Zuverdienst. Am 18. Oktober 2012 starb ihr Ehemann. Zusammen mit den Söhnen Franz und Konrad, sowie Enkel Peter und dessen Ehefrau Lisa verbringt die Seniorin nun ihren Lebensabend und erfreut sich an jedem neuen Tag. Dekan Alexander Hösl wünschte der Seniorin noch viele gesunde Jahre und vor allem Gottes Segen.













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