20.04.2020 - 13:21 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Trauer um Bauunternehmer Wolfgang Töppel

Am 18. Mai hätte der Diplom-Bauingenieur und Architekt Wolfgang Töppel seinen 72. Geburtstag feiern können. In der Nacht zum Montag verstarb er völlig unerwartet im Klinikum Weiden am Coronavirus.

Wolfgang Töppel war ein ganz feiner Kerl und ein geschätzter Mann der leisen Töne. So wird er auch seinen vielen Freunden in Erinnerung bleiben.
von Elisabeth DobmayerProfil

Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit nahm die Bevölkerung den plötzlichen Tod des Diplom-Ingenieurs und Architekten sowie Bauunternehmers Wolfgang Töppel zur Kenntnis, der in der Nacht zum Montag im Klinikum Weiden aufgrund einer Ansteckung mit dem Coronavirus verstarb. Die Region trauert um einen feinen Menschen, der überall äußerst beliebt war.

Seit 1978 führte er mit seiner Ehefrau Gisela die Baufirma im Vohenstraußer Ortsteil Altenstadt, in dem mittlerweile auch Töppels Sohn Michael als Bauingenieur und Gesellschafter tätig ist. Vor zwei Jahren trat Wolfgang Töppel auf eigenem Wunsch von der kommunalpolitischen Bühne ab. 34 Jahre lang saß er als Stadtrat für die Freien Wähler (vorher CWG) im Gremium und trug viele zukunftsweisende Entscheidungen mit.

Die schwere Krebserkrankung seiner Schwiegertochter Christina, die im April 2018 im Alter von nur 36 Jahren verstarb, stimmte den Unternehmer überaus nachdenklich. Es war ein absoluter Tiefschlag für die Familie.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer fand bei der Verabschiedung aus dem Stadtrat die richtigen Worte, um dem verdienstvollen Engagement des Bauunternehmers gerecht zu werden. Am 8. Mai 1984 wurde Töppel vom damals neu gewählten Bürgermeister Ernst Eichl vereidigt. Obwohl er auf Platz 18 auf der damaligen CWG-Liste kandidierte, wurde er sofort in den Stadtrat gewählt. Das Aufgabengebiet Töppels umfasste alle Ausschüsse. Er engagierte sich im Bau-, Umwelt-, Jugend-, Kultur- Tourismus und Finanzausschuss. Ab 2008 war er sogar Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Bei den Bürgern war er einer der beliebtesten Stadträte. Viele hätten sich Töppel auch als Bürgermeister vorstellen können. Doch sein Betrieb hatte immer Vorrang. „Jetzt heißt es für uns, Abschied nehmen von einem politischen Urgestein, das für unsere Heimatstadt erfolgreich unterwegs war. Und das immer verbindlich im Ton, verlässlich und kreativ in der Sache, hochgeschätzt über die Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg war", würdigte damals der Rathauschef und wusste nicht, dass es zwei Jahre später ein Abschied für immer sein sollte.

Seine Wesensart "Mit Herz und Verstand" brachte Töppel bei der Bevölkerung sehr hohe Wertschätzung ein. Als Stadtrat entwickelte er Ideen, schob Dinge vor Ort an und führte Menschen zusammen. Wutzlhofer zog damals den Hut vor Töppel, der als erfolgreicher Wahlkampfmanager mit seinen exzellenten Stimmergebnissen bei sämtlichen Wahlen seine Fraktion voranbrachte. "Entscheidungsfreudig, aber auch hartnäckig in der Sache, ohne jedoch verbissen zu sein, den Fokus stets auf Vohenstrauß gerichtet, das war der Schlüssel zum Erfolg." Ein Umstimmen, doch noch im Stadtrat zu bleiben, gab es bei Töppel damals nicht. Der Schritt war wohlüberlegt, stimmig und für die weitere Lebensplanung konsequent. Viel Zeit wollte er nun mit seinen Enkelkindern Sophia, Magdalena, Bastian und Elias verbringen. Zeit, die er wegen seines Betriebs für seine eigenen Kinder Michael und Stephanie oft nicht hatte, wie er einmal bedauerte.

Töppel zählte zu den Top-Ausbildern in der Region. Viele Ehrenämter forderten Tribut. Er war voller Leidenschaft für den Mittelstand, insbesondere für das Baugewerbe. Als Obermeister der Bauinnung, im Präsidium des Landesverbands und als Aufsichtsratsmitglied bei der Volksbank oder im Gutachterausschuss war Töppel mit Herzblut dabei. Nach und nach gab er diese Ehrenämter in den vergangenen beiden Jahren ab.

Wolfgang Töppel ist am 18. Mai 1948 geboren. Am 5. Oktober 1973 heiratete er seine Ehefrau Gisela standesamtlich und tags darauf kirchlich. Stets offen, freundlich und humorvoll begegnete er seinen Mitmenschen. Am 20. März brachen bei ihm die ersten Symptome der neuartigen Lungenkrankheit aus. Am 30. März begab sich der Unternehmer ins Klinikum Weiden. Von dort sollte er nicht mehr nach Hause zurückkehren. Die Beisetzung findet unter den gegebenen Umständen im engsten Familienkreis statt.

Niemand ahnte, dass das Corona-Virus bei Bauunternehmer Wolfgang Töppel so grausam zuschlägt.
Diplom-Ingenieur, Architekt und Bauunternehmer Wolfgang Töppel war ein äußerst beliebter Zeitgenosse, der allseits höchst geschätzt wurde.
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