08.04.2019 - 10:39 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

VdK gibt sich Jahresthema

Der Ortsverband will sich stärker in die Seniorenpolitik in Vohenstrauß einmischen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer signalisiert Unterstützung.

Viele treue Mitglieder kommen zur Jahreshauptversammlung in den Gasthof "Schloßwirt". Darüber freuen sich Ortsvorsitzender Erich Völkl und Kreisvorsitzender Josef Rewitzer (hintere Reihe, links und Zweiter von links).
von Elisabeth DobmayerProfil

Der Vorstand des VdK-Ortsverbands will sich in diesem Jahr unter dem Motto „Seniorenfreundliche Kommunen“ verstärkt in die kommunale Seniorenpolitik einbringen. Die zentrale Frage lautet: „Was brauche ich in meiner Kommune, um auch im Alter oder mit einer Behinderung gut leben zu können, wo ich mich zuhause fühle?“ Ortsvorsitzender Erich Völkl teilte dies bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Schloßwirt“ mit. Völkl wünscht sich ein „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“. Dazu seien die Landkreise bereits vor zehn Jahren verpflichtet worden, und sie hätten diese Forderung zu 98 Prozent erfüllt. Er habe jedoch vom Landkreis Neustadt/WN keine zufriedenstellende Auskunft erhalten und werde noch einmal nachhaken.

"Alte Menschen brauchen ein intaktes Wohnumfeld, um sich wohl zu fühlen. Dazu gehören nicht nur die ärztliche Versorgung, Pflege und Wohnen im Alter, Barrierefreiheit, Mobilität und Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen gleichgesinnten Vereinen und Verbänden", sagte Völkl. Zunächst will der Ortsvorsitzende mit Seniorenbeauftragter Lotte Hofmann das Gespräch suchen. Obwohl die Pfalzgrafenstadt schon viele Forderungen erfüllt hat, gebe es noch immer Handlungsbedarf, um Seniorenarbeit zukunftsfähig zu gestalten. Fragen sollen gesttellt und kreative Lösungen gefunden werden, die in das kommunale Seniorenkonzept einfließen.

Der Vorsitzende erinnerte an die Wanderung zur Strobelhütte am Fischerberg, an die Radltour nach Obertresenfeld und den Jahresausflug nach Wien. Der Ortsverband war auch in der Schwarzachtalhalle in Neunburg vorm Wald unter dem Motto „Bayern muss sozialer werden“ mit der Landesvorsitzenden Ulrike Mascher und der VdK-Bundesvorsitzenden Verena Bentele dabei. Als Erfolg wertete Völkl den Besuch des Gäubodenfests in Straubing. Im September durfte dann das VdK-„Wunschkind“, der Aufzug im Rathaus, mit der neuen Kreisgeschäftsführerin Sarah Kellner besichtigt werden. Außer dem Vorsitzenden und Roberto Troll klinkte sich auch Claudia Passow bei der „Helft Wunden heilen“-Sammlung ein. Dazu sind weitere Helfer willkommen. Für das laufende Jahr organisierte Völkl mit seinem Vorstandsteam wieder zahlreiche Veranstaltungen für die derzeit 428 Mitglieder. Der Jahresausflug führt den Ortsverband heuer an die Mosel. Dazu laufen bereits die Anmeldungen.

Der Vortrag von Heilpraktiker Julius Forster aus Eslarn stieß auf großes Interesse. Er sprach über die ganzheitliche Behandlung von Krankheiten. Krankheit bedeute aus homöopathischer Sicht stets eine Störung des Gleichgewichts im ganzen Menschen, also von Körper und Geist. Um die Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht zu bekommen, verordnete der homöopathische Therapeut ein einziges Arzneimittel, das individuell auf den Patienten und seine Beschwerden und Symptome abgestimmt wird. „Der Patient erhält also nicht für jedes einzelne Leiden verschiedene Medikamente, sondern sein spezielles homöopathisches Arzneimittel.“

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer war überrascht, dass so viele Mitglieder zur Jahreshauptversammlung gekommen waren. „Das spricht für sich und unterstreicht, dass hier gute Arbeit geleistet wird.“

Der VdK-Ortsverband feierte vor knapp zwei Jahren sein 70-jähriges Jubiläum und Wutzlhofer sprach damals von einer Erfolgsgeschichte. Wer am Samstagnachmittag die Berichte gehört habe und die Beabsichtigungen, die der Ortsverband im Bereich Seniorenpolitik hat, könne man nur respektvoll den Hut ziehen. Der Rathauschef fand es positiv, dass sich der Ortsverband eine Jahreslosung gebe, die eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum voraussetzt.

Er binde sich in die Arbeit des Verbands gerne ein. Wutzlhofer hält es für nötig, die Senioren bei der Wohnungspolitik zu unterstützen. Da sei auch die Kommune gefordert, da Wohnungen knapp sind und immer teurer werden. Wutzlhofer dankte für den Einsatz des Ortverbands, der sich mit den Stimmen vieler Ehrenamtlicher als Anwalt für Menschen mit Behinderungen einsetzt oder auch für Menschen die in soziale Notlagen geraten sind. „Es ist gut, dass hier jemand da ist und wenn es hart auf hart geht, den Rechtsbeistand stellt. Wir leben zwar in einem Sozialstaat der sicherlich die eine oder andere Hilfe für Menschen mit Behinderungen, mit Handicaps oder jenen, die von Krankheiten geplagt sind, Sicherheit schenkt, doch diese materielle Sicherheit hat ihre Grenzen.“ Hier sei der VdK ein sehr guter Partner.

In der Stadt sei vieles in Sachen Barrierefreiheit wegen des Einsatzes des VdK getan worden: ob der Pflasterstreifen am Marktplatz oder der Rathausaufzug. Ebenso werde beim geplanten Umbau der Dreifachturnhalle auf Barrierefreiheit geachtet, damit auch Personen, die Behindertensport betreiben wollen, einen Zugang bekommen. Der Eingang der Eglseeturnhalle sei bereits im Blick. Er soll barrierefrei werden. Was ihn ganz besonders freue, sei das Café „friedrich“ im ehemaligen Hölzl-Anwesen, das mit einer Hebebühne Behinderten mühelos Zugang verschafft. So können auch diese Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. „Das ist unser aller Ziel.“

VdK-Kreisvorsitzender Josef Rewitzer, der die Grüße der Kreisgeschäftsführerin Sarah Kellner überbrachte, drückte ebenfalls seine Wertschätzung und Anerkennung für das Ehrenamt aus. „Vohenstrauß ist eine Vorzeigestadt in Bezug auf die Barrierefreiheit.“ Barrierefreiheit sei ein Grundrecht, werde aber leider in vielen Orten viel zu wenig umgesetzt. Wutzlhofer habe dieses Anliegen stets im Kopf, lobte Rewitzer. Nach wie vor sei der Zulauf an Mitgliedern beim VdK enorm. Rente, Gesundheit und Pflege müssten bezahlbar bleiben und sind die Grundvoraussetzungen eines Sozialstaats, so der Kreisvorsitzende.

Ehrungen:

Mit dem Treueabzeichen in Gold mit Zahl wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft Heribert Dietl ausgezeichnet. 30 Jahre sind es bei Wilhelm Hägler, Roberto Troll, Annemarie Bauer, Rita Kammerer und Horst Klein. In Würdigung und Anerkennung für 25 Jahre ging eine Goldnadel an Barbara Albrecht, Karl Bäumler, Erwin Graf, Peter Kleber und Josef Krug. 20 Jahre sind beim VdK dabei: Brigitte Karl, Anneliese und Alfred Metz, Johann Forster, Horst Frötschl, Konrad Reil, Heribert Uschold, Hermine Gmeiner, Maria Steger, Eleonore Zander, Johann Forster, Rudolf Götz, Andreas Kiesl, Hans Müllner und Walter Müssig.

Die silberne Vereinsnadel erhielten für 15 Jahre Mitgliedschaft Gabriele und Jürgen Kick, Marga Kleber, Christine Liebl, Katharina Völkl, Anton Bruckner, Hans Eckl, Siegfried Flierl, Otto Meier, Franz Rothe, Maria Braun, Tanja Koller, Therese Thomas, Lorenz Beierl, Robert Bock, Gerhard Gösl, Lorenz Haberkorn, Alois Hammer und Robert Meindl. Ebenfalls Silber ging an Mitglieder, die seit zehn Jahren zum Sozialverband gehören: Klara Höllerer, Anneliese Peugler, Peter Gössl, Lydia Fuchs, Hildegard Führnrohr, Barbara Hartung, Thea Hüttl, Anneliese Kreuzer, Corinna Kriemer, Anna Mitlmeier, Angelika Müllner, Brigitte Sonnenburg und Hermine Witt, Josef Faltenbacher, Josef Gradl, Gerhard Grosser und Franz Ring. (dob)

Der Patient erhält also nicht für jedes einzelne Leiden verschiedene Medikamente, sondern sein spezielles homöopathisches Arzneimittel.

Heilpraktiker Julius Forster aus Eslarn

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