03.03.2019 - 14:49 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Weltgebetstag der Frauen nimmt Slowenien in den Blick

Es ist das jüngste und kleinste Land der Europäischen Union. Slowenien hat gerade einmal zwei Millionen Einwohner, von denen knapp 60 Prozent katholisch sind. Über 280.000 Menschen leben in der Hauptstadt Ljubljana.

Frauen beider Konfessionen und aus verschiedenen Ortsteilen von Vohenstrauß beteiligen sich am Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen, der heuer in der Simultankirche in Altenstadt abgehalten wird. Vor dem Altar wurde ein Tisch in den Landesfarben Sloweniens gedeckt, das heuer in den Mittelpunkt genommen wurde.
von Elisabeth DobmayerProfil

Gläubigen aller Konfessionen waren am Weltgebetstag der Frauen in die Gotteshäuserzu einem wahren Fest des Glaubens eingeladen. Traditionell fällt dieser Termin alljährlich auf den ersten Freitag im März. Herzliche Grüße schickten die Frauen aus Slowenien, einem der kleinsten und jüngsten Länder Europas unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit!“ in die Welt hinaus. Wie in der gesamten Region trafen sich die Frauen der katholischen und evangelischen Gemeinden aus Vohenstrauß und Umgebung in der Simultankirche St. Johannes der Täufer und wünschten sich „Dober dan“ einen „Guten Tag“.

Der Gottesdienst wird in mehr als 120 Ländern durch verschiedene Zeitzonen rund um den Globus insgesamt 24 Stunden gefeiert. Bereits beim Betreten der Simultankirche durften die Teilnehmer ein landestypisches Brot in Kürbiskernöl tunken und mit Salz bestreuen. Vor dem Altar bauten die Organisatorinnen einen gedeckten Tisch in weißen, blauen und roten Landesfarben auf, um die Herzen und Türen zu öffnen, und denen einen Platz anzubieten, die noch nicht am Tisch sitzen.

Einige Ausführungen slowenischer Frauen wurden im Gottesdienst gehört: So berichtete Marjeta aus ihrem Leben, die am Ende des Zweiten Weltkriegs geboren wurde, als ihr Land ein Teil Jugoslawiens war. Viele Sloweninnen erlebten, was es heißt Flüchtling oder Gastarbeiterin zu sein. Mojtsa, eine junge Frau, die nach der Unabhängigkeit im Jahr 1991 im neu gegründeten Staat Slowenien aufwuchs, studierte, weil das in Slowenien kostenlos ist. Doch mit 21 Jahren wurde sie schwanger und stand mit dem Kind alleine da. Doch ihre Familie unterstützte sie und sie konnte das Studium fortsetzen. Heute arbeitet sie als Forscherin in einem wissenschaftlichen Institut und bekam mit ihrem jetzigen Ehemann noch ein zweites Kind, der auch den Erstgeborenen wie sein eigenes Kind betrachtet.

Zu Wort kam ebenso die 80-jährige Marija. Ihr Sohn und die Schwiegertochter sind beide arbeitslos und leben von Marijas bescheidener Rente. Auf ihrem kleinen Bauernhof erzeugen sie sämtliche Lebensmittel für den eigenen Bedarf. Doch viele alte Leute fühlen sich in Slowenien einsam und erhalten keine Fürsorge und Aufmerksamkeit. Der Weltgebetstag ist eine weltweit ökumenische Frauenbewegung. Jedes Jahr lassen sich die Teilnehmer begeistern von den Stärken der beteiligten Frauen, nehmen Anteil an ihren Sorgen und finden Ermutigung im Glauben. Mit der Kollekte unterstützen die Teilnehmer die Organisation Ključ (Schlüssel), eine Anlaufstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind. Der Waldauer Gospelchor unter Leitung von Katharina Portner gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit. Im Anschluss trafen sich die Teilnehmer im Gemeindehaus. Dort wurden landestypische Speisen wie Bograz (Gulaschsuppe), Jota (Bohnen- und Sauerkraut-Eintopf), Mesana zelenjavna in zeljina salata (Sauerkrautsalat), Orehova Potica (Potica mit Walnussfüllung), Petranova Potica (Potica mit Estragonfüllung) sowie Mokova potica (Hefekuchen mit Mohn) und ein Kürbisaufstrich zum gemeinsamen Verzehr aufgetischt.

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