29.01.2019 - 13:38 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Feuerwehr hält Dorf auf Trab

Die Hälfte der Einwohner eines Ortes sind Mitglied – mancher Verein würde davon träumen. Zusammenhalt und Einsatzfreude sind bei der Feuerwehr Dietersdorf keine Fremdwörter.

von Autor gagProfil

Die Wehr ist zwar der einzige Verein im Dorf, doch etwa die Hälfte der Einwohner sind Mitglied. Damit ist sie ein wichtiger Aspekt für Zusammenhalt, Vereinsarbeit und Nachwuchsförderung. Zur Jahreshauptversammlung 2018 lud der Vorstand ins Gasthaus Grüner Baum ein, und fast alle Mitglieder kamen. Ausführlich las Schriftführer und Kassier Stefan Ernsberger das Protokoll. Vorsitzender Josef Ernsberger berichtete über das vergangene Jahr, vor allem über die Renovierung und Aufwertung des Gerätehauses "an unserem schönen Dorfplatz". Er dankte den freiwilligen Helfern für die vielen Stunden kostenloser Eigenleistung. Dank galt auch der Stadt Windischeschenbach für die finanziellen Mittel.

Etliche Veranstaltungen prägten das Vereinsleben der Feuerwehr. So war im April das "Emmauscafe", das künftig zur Regel werden soll. Im Mai beteiligte sie sich am Florianstag in Neuhaus sowie am Gründungsfest "135 Jahre FFW Störnstein". Das ganze Dorf war auf den Beinen bei der Johannisfeier im Juni, bei der auch "Public Viewing" angeboten wurde.

Ebenso aktiv soll auch das Jahr 2019 werden. Emmauskaffee, Johannisfeier, Teilnahme an Feuerwehr- und Gründungsfesten (Wildenau, Neustadt/WN, Plößberg) sowie 150 Jahre Feuerwehr Windischeschenbach. Hierzu hat der Vorstand beschlossen, dass ab 2019 jeder Teilnehmer an einem Fest- oder Kirchenzug 5 Euro Aufwandsentschädigung erhält.

Kommandant Gregor Neumeier dankte seinen Mitstreitern, die in 2018 nur zweimal ausrücken mussten, für die aktive Teilnahme bei Einsätzen. Dies waren ein nächtlicher Scheunenbrand in Windischeschenbach sowie die Beseitigung einer Ölspur. Zusätzlich beteiligten sie sich an einer Einsatzübung im Seniorenheim Windischeschenbach sowie an einer geplanten Vermisstensuche in Bernstein. Trotz dieser geringen Einsatzzahl leisteten die Aktiven 600 Stunden für Übungen und Ausbildung. Zusätzlich gingen etwa 260 Arbeitsstunden für die Renovierung des Feuerwehrhauses auf das Konto der freiwilligen Helfer. Dafür dankte Neumeier. "Ich denke, dass wir uns als kleine Ortsfeuerwehr mit dieser Leistung nicht verstecken müssen".

An Aktivitäten im vergangenen Jahr listete der Kommandant unter anderem auf: Eine Erste-Hilfe-Auffrischung, die Besichtigung der Integrierten Leitstelle sowie die Leistungsprüfung Brand. Erfolgreich legten zwei Gruppen mit insgesamt neun Frauen und neun Männern die Prüfung ab, fünf davon sogar die letzte Stufe Gold-Rot. Die drei Atemschutzgeräteträger bestanden die geforderte Einsatzübung und den Streckendurchgang.

Auch 2019 werden die Feuerwehrübungen jeden zweiten Dienstag im Monat eingeplant.Neumeier hofft, dass die Teilnehmerzahl wieder steigen wird, besonders bei den jüngeren Mitgliedern. "Ich weiß, wenn die Sirene brummt sind alle da, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit", lobte er seine Feuerwehrler. Trotzdem sei es im Ernstfall entscheidend, dass sich jeder mit Funk, Fahrzeug oder Geräten auskenne.

Jugendwartin Silvia Schulze berichtete von den Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Durch einen Neuzugang im Februar besteht diese nun aus zwei weiblichen und drei männlichen Jugendfeuerwehranwärtern. Drei legten 2018 die Bayerische Jugendleistungsspange ab in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bernstein. Einer der Anwärter beendete die modulare Truppausbildung und absolvierte die Leistungsstufe Brand (Stufe 1). Von den vier Teilnehmern am Wissenstest legten drei Anwärter die Stufe Gold und einer die Stufe Bronze ab. Viel Spaß machte auch die Teilnahme am Jugendwettkampf der Flosser Feuerwehr. Den stolzen zweiten Platz feierten sie mit einem Grillabend.

Der anschließende Bericht durch Kassier Stefan Ernsberger fiel erfreulich aus. Die Kassenprüfer bestätigten beste Kassenführung und freuten sich zusammen mit dem Verein über einen leichten Überschuss. Grußworte sprach Thomas Wilhelm in seiner Funktion als Feuerwehrreferent der Stadt Windischeschenbach sowie als dritter Bürgermeister und Stellvertreter von Bürgermeister Karlheinz Budnik. "Das ist doch der Grund, warum wir bei der Feuerwehr sind: Um unseren Mitmenschen zu helfen", dankte er im Namen der Stadt Windischeschenbach den aktiven Dietersdorfern, besonders auch der Jugendwartin für die aktive Nachwuchsarbeit. Für die SPD-Fraktion sagte Werner Sauer: "600 Arbeitsstunden sind eine beträchtliche Leistung".

Kreisbrandinspektor Martin List richtete vor allem an die Jugend einen humorvollen Aufruf: "Zeigt den Alten wie man löscht! Nicht nur den Schlauch reinhalten!" Außerdem dürfe man froh sein, dass "nur" zwei Einsätze im vergangenen Jahr waren. Auch dürfe man froh sein, dass hier auf dem Land Gewalt gegen Einsatzkräfte noch kein Thema sei. Falls doch: "Nummer aufschreiben und melden!"

Doch auch sich selber müssten die Einsatzkräfte schützen. Denn oft passiere es, dass ein Kamerad nach einem Einsatz nach Hause fahre und auf der Fahrt verunglücke: "Da ist noch viel Adrenalin im Blut".

Andre Stessmann, Kommandant in Windischeschenbach, nannte die Dietersdorfer "eine akkurate Truppe". Auch der Wechsel des Vorstandes sei reibungslos gegangen. Deshalb vertraue er darauf, dass im Ernstfall alles bestens funktioniere.

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