30.07.2018 - 14:25 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Mehr Wertschätzung für Pflegeberufe

Pflegeberufe brauchen sich über ihre Arbeitsmarktchancen keine Sorgen machen. Doch das Ansehen in der Öffentlichkeit scheint verbesserungsbedürftig, wie bei der Abschlussfeier der bfz-Schulen deutlich wird.

Absolventen in der Heilerziehungspflege erhalten ihre Zeugnisse. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (links), Schulleiterin Tina Faltenbacher (Zweite von links), bfz-Leiterin Birgit Gerlach-Kneißl (Zweite von rechts) und Landrat Andreas Meier (rechts) gratulieren.
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Die Fachschulen für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe der bfz gGmbH in Weiden verabschiedeten 23 Absolventen. Die Abschiedsfeier fand in diesem Jahr im Gasthaus "D'Wirtschaft" in Altenstadt statt.

Für die meisten Absolventen war es die zweite Ausbildung in ihrem Leben. Deshalb sagte bfz-Leiterin Birgit Gerlach-Kneißl zu den Absolventen: "Ich habe größten Respekt vor Ihnen". Nochmals die Schulbank zu drücken, eine finanzielle Durststrecke zu überwinden, Lernstress und Lernen, wenn andere Freizeit haben, sei mit dieser Ausbildung verbunden gewesen. "Aber Sie haben einen Abschluss, der hilft, Lebensträume zu verwirklichen und der prägend für ihr berufliches Weiterkommen ist" ergänzte Gerlach-Kneißl.

Schulleiterin Tina Faltenbacher machte deutlich, dass es Ziel sei, "Sie fachlich und persönlich auf den Pflegeberuf vorzubereiten". Gelernt hätten die Absolventen auch, mit Haltung und Reflexion auf die jeweilige Arbeitssituation einzugehen. Faltenbacher wünschte ihren Absolventen: "Behalten Sie ihren Idealismus und den Sinn für den Pflegeberuf".

Landrat Andreas Meier forderte in seinem Grußwort "mehr Wertschätzung gegenüber ihrer Leistung". Aufgabe der Politik sei es, diese Wertschätzung einzufordern. Die Gesellschaft habe den Kompass etwas verloren gegenüber Menschen in den sozialen Berufen. Schließlich seien diese "der Kitt der Gesellschaft".

Ähnlich äußerte sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, als er an den Pflegenotstand erinnerte und sagte, dass dieser Beruf dringend gebraucht werde. Schmunzelnd fügte er hinzu: "Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man dringend gebraucht wird. Beim Landrat und dem OB ist das nicht immer so". Seggewiß wies auch darauf hin, dass alle Absolventen einen Arbeitsplatz gefunden haben. Er erinnerte auch daran, dass die Region jahrzehntelang bei der Ausbildung von Heilerziehungspflegern "ein weißer Fleck" gewesen sei.

Verabschiedet wurden in der Feierstunde 7 Heilerziehungspflegehelfer nach einjähriger Ausbildung und 16 Heilerziehungspfleger. Sie werden künftig Menschen mit körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderungen zur Seite stehen. Tätigkeitsfelder sind zum Beispiel Wohnheime und Werkstätten für Behinderte, integrative Kindertagestätten, heilpädagogische Kinder- und Jugendeinrichtungen oder Fachkrankenhäuser und Rehabilitationszentren. Sieben Absolventen der Heilerziehungspflege haben die fachgebundene Hochschulreife erworben.




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