21.02.2020 - 09:36 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Tierwohl: "Der Bauer trägt die Verantwortung"

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Rindern stand im Mittelpunkt des Milchbauernstammtisches in "d´Wirtschaft". Im Zweifelsfall, so der Rat des Experten, soll ein Tierarzt die Entscheidungen der Landwirte mittragen.

Das Tierwohl liegt den Milchbauer und den Tierärzten am Herzen. Dies betonten BDM-Teamleiter Werner Reinl und Amtstierarzt Dr. Ralf Blome (links) beim Milchbauerstammtisch.
von Johann AdamProfil

Tierwohl und Tierschutz ist bei den Verbrauchern in aller Munde. Zu diesem Thema hat der Kreisverband Neustadt des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) den Amtstierarzt Dr. Ralf Blome vom Veterinäramt Neustadt zum Milchbauernstammtisch eingeladen.

Kreisteamleiter Werner Reinl stellte die Frage in den Raum: „Habe ich genug getan, um dem Tierwohl gerecht zu werden?“ Es stehe außer Frage, dass nicht jedes Tier trotzt tierärztlicher Behandlung gerettet werden könne. Blome ging vor allem darauf ein, wann ein Rind transportfähig ist, und wann es dem Lebensmittelkreislauf im Schlachthof zugeführt werden darf.

Eine seiner wichtigsten Aussagen: „Immer der Bauer trägt die Verantwortung.“ Er suche aus, welche Tiere zum Schlachthof transportiert würden. Wichtige Faktoren seien die Wegstrecke, das Transportmittel und die Frage, Einzel- oder Gruppentransport. Dabei sei wichtig zu erfahren, ob die Bedürfnisse der Tiere gewahrt würden. Mit drastischen Bildern zeigte Blome Beispiele auf, welche Tiere nicht zum Schlachthof transportiert werden dürfen. Ein Tier, das kein Nahrungsmittel wird, zum Beispiel. Dies, so der Referent, liege in der Verantwortung der Bauern. Er legte den Anwesenden ans Herz, wenn sie sich nicht sicher seien, den Tierarzt in die Entscheidung einzubinden. "Damit sind Sie aus der Verantwortung." "Was passiert bei der Anlieferung von Tieren, die nicht dem Lebensmittkreislauf zugeführt werden dürfen?", fragten die Bauern nach. "Diese Fälle gehen an die Staatsanwaltschaft", sagte Blome. Auch würden die Betriebe vom Veterinäramt intensiv geprüft. Es gebe aber auch Notfälle, wenn sich ein Tier im Stall ein Bein bricht, zum Beispiel. Dafür habe der Bauer die Möglichkeit der Notschlachtung. Dabei unterscheide man zwischen Normal-, Not- und Hausschlachtung. Es gebe auch mobile Schlachtanlagen, die man sich holen könne. Das Fazit des Amtstierarzts: „Der Landwirt ist immer in der Verantwortung für seine Tier.“ Dabei sei die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt ein wichtiger Faktor, um Sicherheit bei Zweifelsfällen zu haben.

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