27.03.2020 - 11:25 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Warten auf den Corona-Test: "Die Ungewissheit ist furchtbar"

Sandra Maschke und Peter Möhrle verbringen ihren Skiurlaub mit Freunden aus dem Rhein-Main-Gebiet in Sölden. Als diese positiv getestet werden, wollen auch sie sich testen lassen. Doch das dauert längert als erwartet.

Über Sonnenschein und blauen Himmel freuen sich Sandra Maschke und Peter Möhrle im Skiurlaub in Sölden. Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie noch nicht, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben könnten.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Wie jedes Jahr fahren Sandra Maschke und Peter Möhrle in den Skiurlaub. Von 9. bis 12. März verbringen sie mit einer befreundeten Clique vier Tage in Sölden/Tirol. Als sie wieder zu Hause sind und all die Nachrichten aus Ischgl über die vielen Coronainfizierten erst so richtig realisieren, machen sie sich große Sorgen.

"Gleich am Freitag wollten wir versuchen, uns testen zu lassen", erzählt Peter Möhrle. Doch das Ansinnen bleibt erfolglos. Alleine die Tatsache aus einem Risikogebiet zurückzukommen, reiche für einen Test nicht aus, heißt es bei einem Anruf auf der 116 117. Auch dass Sandra Maschke eine pflegebedürftige Mutter hat, um die sie sich jetzt nicht kümmern kann, spielt keine Rolle.

Nichts riskieren

Das Paar will aber dennoch nichts riskieren und beschließt erst einmal, sich in freiwillige Quarantäne zu begeben. Am Sonntag, 15. März, schreckt ein Anruf aus dem Rhein-Main-Gebiet die beiden auf. Alle fünf Personen, mit denen Möhrle und Maschke ihren Urlaub verbracht haben, wurden positiv auf das CoVid-19-Virus getestet. "Mit dieser Information haben wir erneut die 116 117 angerufen", erzählt Möhrle. "Zwei Stunden später stand der Arzt vor der Tür und testete uns." Zwei bis drei Tage würde die Auswertung dauern, informiert "der wirklich nette Doc" die Tirol-Rückkehrer. Nach einer Woche haben Möhrle und Maschke immer noch nichts gehört.

Ins System einpflegen

"Wir dachten, das geht schneller", wundern sich die beiden, zumal sie den Artikel über die Tests bei der Firma Synlab gelesen haben. "Wir haben dann versucht, hinterher zu telefonieren." Vom MDK Bayern (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) erfahren sie schließlich, dass die Tests schon eingetroffen und ausgewertet sind, aber noch ins System eingepflegt werden müssen. "Wir können uns ja gut vorstellen, dass die Flut an Tests nicht sofort bewältigt werden kann, aber acht Tage warten?", schüttelt Peter Möhrle den Kopf. "Getestete Personen müssten ihr Ergebnis schneller bekommen", meint auch Sandra Maschke. "Die Ungewissheit ist furchtbar."

Seit einer Woche zu Hause

Auch den Arbeitgebern gegenüber sei die Situation schwierig. "Wir können uns ja nicht krankschreiben lassen, aber sitzen seit einer Woche brav zu Hause."Möhrle macht viele Gedanken: "Alle Spezialisten beschwören, das wir erst am Anfang der Pandemie stehen. Wie soll das noch werden?"

Nachricht während des Interviews

Während des Telefoninterviews klingt das Handy von Sandra Maschke. Das Ergebnis ist da. "Negativ", lautet die erlösende Nachricht. Die beiden sind zunächst sprachlos und dann erleichtert. Ihre Mutter sollte Sandra Maschke in den nächsten Tage dennoch nicht besuchen, wird sie informiert, denn ein Test sei immer eine Momentaufnahme. "Um sicher zu gehen, werden wir die zwei Wochen Quarantäne fertig machen", erklärt Möhrle.

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