19.09.2018 - 13:25 Uhr
Altglashütte bei BärnauOberpfalz

Freibad weiter auf der Kippe

Rege Diskussionen gibt es um den Erhalt des Freibades seit Jahren. Der Schwimmmeister bemängelt zu geringes Interesse der Stadt. Doch der Bürgermeister macht wenig Hoffnungen auf einen Fortbestand.

Freibad Altglashütte
von Autor BIRProfil

2000 wurde der Förderverein Freibad Altglashütte gegründet, um das idyllisch gelegene Waldfreibades zu sichern und seine Attraktivität zu steigern. Durch Beiträge, Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen wollte der Verein auch Schwimmkurse und Schulsport dauerhaft unterstützen. Bei der Jahreshauptversammlung gab es einmal mehr emotionale Debatten.

Vorsitzender Engelbert Träger gab einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr mit Sanierungs- und Reinigungsmaßnahmen. Im Juli 2017, erinnerte er, habe die Stadt Bärnau auf Antrag des Vereins eine Stelle ausgeschrieben. Zwei ausgebildete Rettungsschwimmer hätten sich gemeldet und die Saison 2017 sichergestellt. „Der Erhalt Freibades orientiert sich einfach an einer Fachkraft für Bäderbetriebe“, betonte Träger. Die Saison 2017 und auch 2018 sei nur möglich gewesen, weil Schwimmmeister Siegfried Walter sich weiterhin bereit erklärt habe, weiterzumachen. "Wie es 2019 weitergeht, ist noch nicht absehbar."

Anfang des Jahres habe die Stadt wieder eine Stelle für eine Fachkraft ausgeschrieben. Gemeldet habe sich nur ein Rettungsschwimmer, der aber wegen der Befristung wieder abgesagt habe. Dadurch sei die Beckenaufsicht vorerst von der Wasserwacht erledigt worden. Träger bedankte sich bei den aktiven Rettungsschwimmern, insbesondere bei Martin Vogl für die Beckenaufsicht und bei Cornelia Grub für Reinigungsarbeiten und Kassentätigkeit. Für den August sei dann doch noch eine Fachkraft gefunden worden.

Das Problem eines Angestellten beschäftige den Förderverein schon seit vielen Jahren. „Unser Ziel wäre es gewesen, eine Fachkraft für beide Bäder zu beschäftigen“, erklärte der Vorsitzende. Für ein Förderprogramm zur Sanierung von Bädern habe er sich persönlich bei den politischen Mandatsträgern eingesetzt. An die 25.000 Besucher des Freibades in dieser Saison sollten alle Verantwortlichen, vor allem auch die Politik ermutigen, eine gemeinsame Lösung zum Fortbestand und auch des Hallenbades zu finden, appellierte Träger: „Wünschenswert wäre ein vernünftiges Konzept!“

Kassier Siegfried Walter legte einen umfassenden Kassenbericht vor. „Trotz hoher Ausgaben für Instand-, Reparatur- und Verschönerungsleistungen sind noch ansehnliche Rücklagen vorhanden.“

In ihren Grußworten lobten auch Bürgermeister Thomas Meiler aus der Nachbargemeinde Flossenbürg und Bernd Hör, stellvertretender Kreisvorsitzender der Wasserwacht im Landkreis, die Arbeit des Fördervereins. Heftig und emotional wurde anschließend diskutiert. Bärnaus Bürgermeister Alfred Stier gratulierte dem Förderverein zu seinem wirtschaftlichen Betriebsergebnis und lobte die gute Arbeit. Er sei sich durchaus der Problematik, zwei Bäder der Gemeinde einer Generalsanierung zu unterziehen, bewusst. „Nach 45 Jahren muss eigentlich generalsaniert werden“, betonte Stier. Doch aktuell gebe es ohne Fördermittel keine Möglichkeit dazu. Beide Bäder könne sich die Stadt nicht leisten. Diese Aussage stieß auf großen Unmut der Mitglieder des Fördervereins.

Kann sich die Stadt einen Fachangestellten leisten? "Eher nein", betonte das Stadtoberhaupt. Personalmäßig gebe es kurz- oder mittelfristig nur mit Siegfried Walter eine Lösung. Der Schwimmmeister bemängelte das geringe Interesse der Stadt am Freibad. „Wichtig ist das Personal“, sagte Walter. Dieses Problem sei seit Jahren bekannt. Die Stadt habe gewusst, dass es einmal zu dieser Situation kommen würde und nichts für eine Lösung getan. Bereits seit 16 Jahren stelle er sich als Schwimmmeister ehrenamtlich zur Verfügung. „Irgendwann ist Ende!“

Markus und Reiner Blei appellierten an den Bärnauer Stadtrat, mit Herzblut zu entscheiden und gemeinsam für die Bäder zu kämpfen. Bürgermeister Thomas Meiler aus Flossenbürg betonte die überregionale Bedeutung des Freibads. Man solle nicht gleich alles abschreiben, sondern analysieren, was wichtig sei ‒ Hallenbad und Freibad, nur eines oder keines. Das Freibad wäre sicherlich kostengünstiger zu betreiben. Eine definitive Entscheidung müsse aber der Stadtrat treffen. Um die Region zu stärken, müsse der Staat zu seiner Verpflichtung stehen, die Bäder zu erhalten, die er in den 1970-er Jahren gefördert habe.

Bürgermeister Alfred Stier meinte abschließend, dass er ohne Fördermittel zurzeit keine Chance sowohl fürs Hallenbad noch fürs Freibad sehe. Doch Vorsitzender Engelbert Träger versprach: „Wir werden das Feld nicht kampflos räumen!“

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